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Mit Atemschutz durchs Treppenhaus

Mit Rettungstuch und Matratze transportieren die Wehrleute den verletzten Patienten ab. Foto: Krankenhaus
Mit Rettungstuch und Matratze transportieren die Wehrleute den verletzten Patienten ab. Foto: Krankenhaus
Gerolstein. Großes Aufgebot, gutes Zusammenspiel: Die Feuerwehren aus Gerolstein und Lissingen sowie die Jugendfeuerwehr und das Jugendrotkreuz haben gemeinsam im Krankenhaus in Gerolstein den Ernstfall geprobt.

Gerolstein. "Schwelbrand im Krankenhaus" - so lautete der Übungs-Alarmbefehl für ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Wehren aus Gerolstein und Lissingen sowie der Jugendabteilungen der Feuerwehr und des DRK in Gerolstein. Die Retter fanden auf Station zwei Verletzte vor: einen jungen Mann mit Verbrennungen an den Unterarmen und einen weiteren mit einer Rauchgasvergiftung. Eine Krankenschwester lag ebenfalls bewusstlos im Zimmer. Und der Hausmeister, der auf die Rauchentwicklung aufmerksam geworden war, hatte in der Hektik das Schweißgerät, mit dem er arbeitete, fallen gelassen und dadurch schwere Verbrennungen an den Unterschenkeln davongetragen.
Für die Einsatztruppe hieß es deshalb an zwei Orten gleichzeitig aktiv werden. Und das mit Atemschutz und Sauerstoffflaschen - ein anstrengendes Unterfangen. Die Einsatzkräfte trainierten, wie sie mithilfe der unter den Matratzen angebrachten Rettungstücher die verletzten Patienten durchs Treppenhaus hinweg nach draußen retten konnten. Derweil wurde der verletzte Techniker aus der Metallwerkstatt geborgen, die Jugendfeuerwehr unter Leitung von Jugendwart Thomas Wiesmann hatte dabei einen besonderen Part. Die achtjährige Katrin Schneider berichtete von ihrer ersten Einsatzerfahrung: "Ich musste im Kriechgang unter dem Rauch gehen, außerdem muss der Trupp zusammenbleiben, und die Tür muss offen gehalten werden, das ist wichtig." Die geretteten Personen wurden draußen vom DRK versorgt und abtransportiert. Alles hat gut geklappt.
"Wir versuchen, möglichst einmal pro Jahr in den Altenheimen, im Krankenhaus und auch in größeren Firmen zu üben. Das ist sehr wichtig für den Ernstfall", sagt Wehrleiter Karl-Heinz Kunze, der für alle Wehren im Gerolsteiner Land verantwortlich ist. 80 Mitglieder haben die Feuerwehren Gerolstein und Lissingen, dennoch werde es immer schwieriger, die ehrenamtlichen Helfer für Einsätze in Mannstärke zusammen zu bekommen - also in Gruppen von mindestens acht Leuten. "Wir haben etwa 100 Einsätze pro Jahr und alle 14 Tage eine Übung, solche Großübungen wie heute, sind noch zusätzlich", sagt Gerolsteins Wehrführer Thomas Baillivet. red