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Wirtschaft
Mit Holz die Fusion versüßen

Ein Lichtblick für Hillesheim: Die Vermarktung von Holz aus Kommunalwald wird ab kommendem Jahr durch fünf Zentren im Land geregelt. Eines davon wird in der Beispielstadt installiert.
Ein Lichtblick für Hillesheim: Die Vermarktung von Holz aus Kommunalwald wird ab kommendem Jahr durch fünf Zentren im Land geregelt. Eines davon wird in der Beispielstadt installiert. FOTO: Uwe Hentschel
Hillesheim. Ab 2019 müssen die Kommunen ihr Holz selbst vermarkten. So will es das Kartellamt. Der Sitz einer von landesweit fünf neuen Holzvermarktungsorganisationen wird Hillesheim. Von Angelika Koch

Der Verbandsgemeindesitz geht, das Holzzentrum kommt. „Es ist natürlich nur ein kleiner Ausgleich für den Verlust des VG-Rathauses, den wir durch die Fusion mit Gerolstein zu erleiden haben, aber immerhin“, zeigt sich Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein zufrieden. „Wir haben jahrezehntelang immer nur Ämter und Funktionen abgeben müssen, nun sollte mal etwas herkommen.“

Auf TV-Nachfrage bestätigt er: Als Vorstandsmitglied im Städte- und Gemeindebund Rheinland-Pfalz habe er sich dafür eingesetzt, dass nun das Holz der Kommunen im Bereich Eifel – von der Südeifel bis zum Ahrtal und zum Rhein – von der historischen Marktstadt in der Vulkaneifel aus vermarktet wird.

Vier weitere Standorte für die Bereiche Westerwald-Tanus, Hunsrück, Mosel-Saar und Pfalz werden eingerichtet, um den neuen Holzvertrieb im Land zu gewährleisten. So bekommt Hillesheim eine überregionale Bedeutung. Auch wenn die Neuansiedlung nach der Prognose von Stein „nur“ rund ein halbes Dutzend Arbeitsplätze schafft. Aber auch dazu sagt er: „Immerhin.“ 

„Wir sind in Gesprächen mit einem privaten Investor, der uns zu einem annehmbaren Preis auch die Räumlichkeiten für die Vermarktungsorganisation zur Verfügung stellt.“ Gemeint ist die ehemalige Molkerei, bereits Sitz verschiedener Kanzleien und Büros.

Neue Holzlagerplätze oder andere raumgreifende Areale werden nicht benötigt. „Es handelt sich ja um den reinen Verkauf“, sagt Stein. Für die Waldpflege und die Forstarbeiten bleiben die Forstämter verantwortlich.

Vom Land gefördert wird die Neustrukturierung des kommunalen Holzvertriebs in fünf neue Gesellschaften mit einer halben Million Euro jährlich. „Von dieser auf sieben Jahre angelegten Bezuschussung profitiert so auch Hillesheim“, ist der Stadtbürgermeister froh über die Unterstützung. Weitere „Bonbons“, welche den fusionsbedingten Bedeutungsverlust der Stadt versüßen könnten, sind nach Wissen des Stadtbürgermeisters derzeit allerdings nicht in Sicht.