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Infrastruktur
Nächster Schritt fürs Projekt „Stadt im Fluss“

Das für rund 1,25 Millionen Euro umgebaute Kyll-Areal in Nähe des Rathauses Gerolstein ist bei gutem Wetter ein beliebter Anziehungspunkt.
Das für rund 1,25 Millionen Euro umgebaute Kyll-Areal in Nähe des Rathauses Gerolstein ist bei gutem Wetter ein beliebter Anziehungspunkt. FOTO: e_gero <e_gero@volksfreund.de>
Gerolstein. Geld aus Mainz: Umweltministerin Ulrike Höfken hat einen Förderbescheid über 426 000 Euro für den zweiten Bauabschnitt des Kyllumbaus in Gerolstein übergeben. 

(red/sts) Als im September 2015 der erste Spatenstich für das Projekt „Stadt im Fluss“ gesetzt wurde, konnten sich wohl nur die wenigsten so richtig vorstellen, wie der Bereich am Kyllufer am Ende aussehen würde. Mittlerweile steht fest: Was bisher im ersten Bauabschnitt umgestaltet wurde, ist gut angenommen worden und eine Bereicherung für die Stadt.

Nun hat Umweltministerin Ulrike Höfken (Bündnis 90/Grüne) dem Gerolsteiner Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz einen Zuwendungsbescheid über 426 100 Euro für den zweiten Bauabschnitt des Projekts „Stadt im Fluss – Aufwertung des Kyllufers und Schaffung von Retentionsraum an der Kyll“ übergeben.

„Die ökologische Aufwertung der Kyll spielt langfristig nicht nur für den Lebensraum Fluss eine große Rolle. Sie dient auch dem Hochwasserschutz und schafft Bürgern einen Zugang zur Kyll.

Mit einer zweiten Maßnahme geht die Renaturierung der Kyll in Gerolstein nun weiter voran: Der Bachlauf wird für einen besseren Hochwasserrückhalt aufgeweitet und soll städtebaulich in den Uferbereich einbezogen werden“, sagte die Ministerin.

Die heutige Gewässerbewirtschaftung stehe vor großen Herausforderungen. Es müssten die unterschiedlichen Interessen der Nutzer von Gewässern und die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Einklang gebracht werden.

„Mit der seit mehr als 20 Jahren erfolgreichen ‚Aktion Blau Plus‘ schaffen wir diesen Spagat: Es kommt wieder mehr Leben in unsere Flüsse und Bäche, und wir machen Gewässer wieder erlebbar für die Menschen – die Kyll hier in Gerolstein ist dafür das beste Beispiel“, erklärte Höfken.

Das Projekt „Stadt im Fluss“ umfasst an der Kyll Investitionen von mehr als 2,3 Millionen Euro und besteht aus drei Bauabschnitten: Der erste Bauabschnitt wurde im Mai 2017 fertiggestellt und vom Umweltministerium mit gut einer Million Euro gefördert. „Der im ersten Bauabschnitt entstandene Kyllpark ist ein toller Beleg für ein erlebnisreiches Gewässer“, lobte die Ministerin.

Beim zweiten Bauabschnitt geht es um das Areal vor dem Bahnhof. Vom Taxigebäude bis zur Kyllbrücke sollen mehrere Reihen Sitzblockstufen einen Zugang zum Wasser der Kyll ermöglichen.

Im Abschnitt zwischen Kyllbrücke und Postgebäude sollen zwei bis drei Reihen Sitzblockstufen im oberen Bereich entstehen. Der Bachlauf soll städtebaulich in den Uferbereich einbezogen werden.

Höfken: „Der Klimawandel ist in Rheinland-Pfalz besonders spürbar. Wir müssen uns auf eine Zunahme von Extremwetterereignissen einstellen. Darum sind Maßnahmen der Renaturierung, für den Erhalt der Biodiversität und für den Hochwasserschutz, eine notwendige Investition in die Zukunft und Lebensqualität.“