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Wirtschaft
Bewegung auf Sarresdorf

Sowohl im ehemaligen Subway-Schnellrestaurant an der Hochbrücke, wo (von links) Hauseigentümer Alexander Kießling sowie die Schreiner Jochen Wiesen und Stefan Wingels Hand anlegen, als auch in der Schwarzbrennerei in der Sarresdorfer Straße Gerolstein öffnen noch im April neue Gaststätten.
Sowohl im ehemaligen Subway-Schnellrestaurant an der Hochbrücke, wo (von links) Hauseigentümer Alexander Kießling sowie die Schreiner Jochen Wiesen und Stefan Wingels Hand anlegen, als auch in der Schwarzbrennerei in der Sarresdorfer Straße Gerolstein öffnen noch im April neue Gaststätten. FOTO: Mario Hübner
Gerolstein. Es tut sich was: In Gerolstein öffnen noch im April neue Gaststätten. Sowohl für die Schwarzbrennerei als auch für das Subway, wo bald an alte Zeiten erinnert wird, wurden rasch Nachmieter gefunden. Von Mario Hübner
Mario Hübner

Während sich auf dem Brunnengelände weiterhin nicht abzeichnet, wie es künftig bebaut wird, tut sich auf der anderen Seite der Stadt einiges: So wird die seit Karneval leer stehende Gaststätte Schwarzbrennerei bald wieder öffnen, und auch im ehemaligen Café Dolomit vollzieht sich erneut ein Wechsel: Auf das Sandwich-Schnellrestaurant Subway, das nach nur 14 Monaten zu Ostern wieder geschlossen wurde, folgt ein Café-Bistro. Dessen Öffnung ist für 21. April geplant, der Name erinnert an alte Zeiten: Dolo in Anlehnung an das Café Dolomit, das dort über 50 Jahre beheimatet war.

„Die Idee mit dem Namen hat mir sofort gefallen, da es die Historie aufgreift. Außerdem ist das neue Angebot ebenfalls ein Café und noch etwas mehr – ein Angebot, das Jung und Alt anspricht, denn so etwas braucht Gerolstein“, sagt Andreas Kießling (32), Eigentümer und Verpächter der Immobilie an der Hochbrücke. Derzeit wird bereits mächtig Hand angelegt, um die neue Inneneinrichtung herzustellen. Eine Ecke ist bereits fertig, auf der anderen Seiten bauen die Jungs der Firma Holzdesign Wiesen aus Stadtkyll gerade ein Podest, das mal eine erhöhte Sitzecke werden soll. „Wir geben Gas, denn so lange ist es ja nicht mehr bis zur Neueröffnung“, sagt Kießling. Auf jeden Fall sei er froh, „so rasch einen so guten Nachmieter gefunden zu haben“ – und zwar eher zufällig über eine Freundschaftsanfrage im Internet.

Der Nachmieter ist Joey Rogers aus Prüm. Der erst 22-Jährige, der nach eigener Auskunft bereits ein Modelabel gegründet hat, im Online-Marketing tätig und derzeit noch Teilzeitangestellter ist, will mit dem neuen Gastronomieangebot den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. Was ihn zuversichtlich stimmt, ist einerseits die exponierte Lage des Hauses direkt an der stark frequentierten Hochbrücke, wo täglich Tausende Autos und Schüler entlangkommen, sowie das Konzept : „Mittags Wraps, Bagels und Shakes, abends zudem rustikale Brotzeit-Platten und Cocktails sowie regelmäßig Events wie Weinproben oder Grillabende in  gemütlicher Atmosphäre: Solch ein Konzept, mit dem wir Jung und Alt ansprechen wollen, gibt es meines Wissens sonst nirgends in der Region“, sagt Rogers. Außer sonntags will er jeden Tag um 12 Uhr öffnen, „denn die Schüler sollen ja weiterhin zu uns kommen“.

Außer ihm wird ein Kollege fest angestellt, zudem soll das gesamte Team, das dort zuvor bei Subway arbeitete, übernommen werden – also zwei weitere Festangestellte und drei Aushilfen.

Betrieben hatte das Subway-Restaurant mit zwei Dutzend Sitzplätzen drinnen und draußen die Pütz-Gastronomie GmbH von Harald Pütz und seinem Sohn Alexander aus Hohenfels-Essingen, der zudem das Unternehmen Eifelfrisch führt, das mit seinen Verkaufsfahrzeugen Menschen in der Eifel, im Hunsrück, im Saarland sowie in und um Trier und Köln mit Lebensmitteln versorgt. Subway sollte seiner Aussage nach „ein zweites Standbein“ werden und war nach damaliger Auskunft für zehn Jahre mit Verlängerungsoption gepachtet. Dass es am 1. April zum frühzeitigen Aus kam, lag laut Harald Pütz an „gesundheitlichen Gründen“. Näher äußerte er sich nicht.

Dafür äußert sich ausgiebig Ottfried Reichle, Eigentümer mehrerer Immobilien in der Sarresdorfer Straße, zur Zukunft der Schwarzbrennerei, die ihm ebenfalls gehört. Denn die Gaststätte samt Versammlungssaal, der gerne von Parteien, Vereinen und Institutionen genutzt wird, wird laut Reichle schon bald wieder öffnen. Er sagt: „Am 28. April geht es wieder los. Ich bin froh, so zeitnah einen neuen Nachmieter gefunden zu haben. Denn Sie glauben ja gar nicht, wie oft ich auf der Straße gefragt werde, wie es denn mit der Schwarzbrennerei weitergeht.“

Die neue Betreiberin ist nach Auskunft des Unternehmers eine Kroatin, die im Schwarzwald zuletzt ein Hotel mitverantwortet hat und sich selbstständig machen wollte. Sie werde, unterstützt von ihrem Bruder und ihrer Schwester, in der Schwarzbrennerei wieder gutbürgerliche deutsche Küche anbieten. „Das fehlt ja ansonsten in Gerolstein. Außerdem gibt es ja sonst keinen Saal in der Stadt, wo bis zu 100 Leute feiern können, wo man ein Trauercafé veranstalten  oder einen Bus voller Gäste bewirten kann“, sagt Reichle.

Die neue Pächterin kannte er bereits aus dem Freizeitpark, den er lange Jahre im Schwarzwald betrieben hat. Das hat ihm nun bei der  unerwarteten Suche geholfen, denn der plötzliche Tod der bisherigen Pächterin an Karnevalsdienstag habe auch ihn unvorbereitet getroffen.

Sowohl im ehemaligen Subway als auch in der Schwarzbrennerei in Gerolstein öffnen noch im April neue Gaststätten.
Sowohl im ehemaligen Subway als auch in der Schwarzbrennerei in Gerolstein öffnen noch im April neue Gaststätten. FOTO: Mario Hübner
Sowohl im ehemaligen Subway als auch in der Schwarzbrennerei in Gerolstein öffnen noch im April neue Gaststätten.
Sowohl im ehemaligen Subway als auch in der Schwarzbrennerei in Gerolstein öffnen noch im April neue Gaststätten. FOTO: Mario Hübner