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Neuer Käufer taucht auf - Zukunft der Unterburg Lissingen aber weiter ungewiss

Noch hat sich an den Besitzverhältnissen nichts geändert: Die Unterburg in Lissingen gehört nach wie vor Karl Grommes (Mitte). TV-Foto: Archiv/Mario Hübner
Noch hat sich an den Besitzverhältnissen nichts geändert: Die Unterburg in Lissingen gehört nach wie vor Karl Grommes (Mitte). TV-Foto: Archiv/Mario Hübner
Daun/Gerolstein-Lissingen. Die Entscheidung beim Zwangsversteigerungsverfahren um die Unterburg Lissingen ist noch immer nicht gefallen. Grund ist, dass ein neuer Interessent auf den Plan getreten ist. Er habe mit Noch-Eigentümer und Schuldner Karl Grommes einen notariellen Kaufvertrag geschlossen. Die Kreissparkasse Vulkaneifel als Gläubigerin hat daher eine einwöchige Verschiebung beantragt. Mario Hübner

Daun/Gerolstein-Lissingen. Noch immer ist unklar, wer künftig Eigentümer der Unterburg Lissingen wird und was mit dem historischen Gemäuer geschieht.
Beim Zwangsversteigerungstermin vor dem Amtsgericht Daun gestern Mittag sollte die Entscheidung über den Zuschlag gefällt werden. Das wollte sich knapp ein Dutzend Besucher nicht entgehen lassen. Doch nach wenigen Minuten konnten sie schon wieder von dannen ziehen. Denn dazu kam es nicht, weil die Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel als Gläubigerin eine erneute Verschiebung beantragt hat. Und diesem Wunsch ist Rechtspfleger Norbert Haas, der Leiter des Verfahrens, nachgekommen.
Begründung der KSK: Ihr sei kurzfristig ein notarieller Kaufvertrag zwischen einem bislang im Verfahren noch nicht in Erscheinung getretenen Dritten und Schuldner Karl Grommes vorgelegt worden. Der Kaufpreis sei so hoch, dass daraus auch die Forderungen der KSK befriedigt werden könnten. Bis zuletzt war die Rede davon, dass Grommes der Bank 300 000 Euro schuldet.
Weitere Erklärungen, etwa wer der Käufer ist, wie hoch der Kaufpreis ist, und ob sie dem Vertrag zustimmen werde, wollte die KSK nicht abgeben. Auch Grommes war für den TV gestern nicht zu sprechen.
Höchstbietender im Rahmen der Zwangsversteigerung ist weiterhin Horst-Günter Lipperson, ein Lehrer aus Linz am Rhein. Er hatte beim Termin vor zwei Wochen im Amtsgericht Daun mit einem Gebot über 250 000 Euro alle anderen Mitbewerber ausgestochen. Ob der Mann, der sich selbst als Mittelalterfreund bezeichnet, jemals Eigentümer der Burg wird, ist durch die neue Wendung ungewiss.
Der Gerichtstermin wurde um eine Woche verschoben, auf Donnerstag, 5. Februar. Dann will Rechtspfleger Norbert Haas das Verfahren abschließen. Das Heft des Handelns hält aber weiter die KSK als Gläubigerin in der Hand. Sie wird nun den notariellen Kaufvertrag prüfen und dann entscheiden, ob sie das Zwangsversteigerungsverfahren fortsetzt oder den Kaufvertrag anerkennt, das Verfahren einstellt und sich außergerichtlich mit Karl Grommes einigt.Extra

Die Burg Lissingen wurde im 13. Jahrhundert errichtet - als Wasserburg. Seit einer Teilung im Jahr 1559 besteht der Gebäudekomplex aus einer Unterburg und einer Oberburg. Beide Teile haben unterschiedliche Besitzer: Die Unterburg gehört seit 1987 Karl Grommes. Im Jahr 2000 kaufte das Ehepaar Engels die Oberburg. Die Burg gehört zu den wenigen Eifelburgen, die nie zerstört worden sind. mh