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Stadt macht Ernst bei Kaiserhof-Abriss

FOTO: Mario Hübner (mh) ("TV-Upload H?bner"
Gerolstein. Mithilfe von hohen Landeszuschüssen will Gerolstein seine Innenstadt für mehr als fünf Millionen Euro umbauen. Die Schaffung eines neuen attraktiven Stadteingangs ist dabei nur eines von mehreren Vorhaben. Mario Hübner

Gerolstein "Irgendwann muss man sehen, dass man aus der Planungsphase raus- und in die Bauphase reinkommt." Mit diesen Worten unterstrich Gerolsteins Bauamtsleiter Carsten Schneider, dass es an der Zeit sei, die ersten der ins Auge gefassten Umbaumaßnahmen in Gerolsteins Innenstadt in die Tat umzusetzen.
Schließlich hat das Land die Stadt Gerolstein dazu in ein besonderes, bis 2026 angelegtes Förderprogramm aufgenommen und stellt gut vier Millionen Euro Zuschüsse in Aussicht. Die Stadt will über den gesamten Zeitraum weitere 1,4 Millionen Euro in die Hand nehmen, um ihr Zentrum (samt Brunnengelände) auf Vordermann zu bringen. Waren für 2016 und 2017 gut eine halbe Million Euro an Planungsleistungen vergeben worden, sind für 2018 rund 1,2 Millionen Euro an Ausgaben vorgesehen.
Der Bauausschuss der Stadt Gerolstein hat sich an den Worten des Bauamtsleiters orientiert und einstimmig die Maßnahmen beschlossen, die im nächsten Jahr realisiert werden sollen.
Bis Ende Oktober wird die Liste über die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier ans Innenministerium nach Mainz geschickt, von wo die Zuschussbescheide für die einzelnen Vorhaben erwartet werden. Liegt der jeweilige Bescheid vor, hat die Stadt vier Jahre Zeit, das Geld in Anspruch zu nehmen und das jeweils angemeldete Vorhaben zu realisieren.
Der TV stellt die wichtigsten Projekte des Stadtentwicklungskonzepts vor, die nächstes Jahr umgesetzt werden sollen:
Vorbereitende Maßnahmen: 95 000 Euro. Hierunter fallen eine weitere Tranche (55 000 Euro) für den Bebauungsplan Brunnengelände, die Schaffung eines Leitsystems für Touristen (10 000 Euro) sowie zusätzliche Planungsaufträge für den Stadtumbau (gut 30 000 Euro). Damit soll nach Worten des stellvertretenden Bauamtsleiters Winfried Schegner vor allem untersucht werden, welche privaten Sanierungsmaßnahmen in der Innenstadt Sinn machen würden. Auch die notwendige Rondellsanierung soll damit detailliert untersucht werden.
Kaiserhof: Die in Privatbesitz befindliche Immobilie, die stark heruntergekommen ist, soll nach lang gehegtem Wunsch der Stadt angekauft und abgerissen werden und einem modernen Stadteingang in die Hauptstraße weichen. 2018 will die Stadt dafür gut 300 000 Euro ausgeben. Der Grunderwerb ist mit 135 000 Euro veranschlagt, der Abriss mit 95 000 Euro sowie Planung und Herstellung eines Stadteingangs mit 77 000 Euro (sowie 2019 mit weiteren 150 000 Euro). Stadtratsmitglied Tim Steen (Grüne) meinte: "Es ist gut, dass nun Mittel für den Kaiserhof bereitstehen. Jetzt muss zügig in die Verhandlungen mit den Eigentümern eingestiegen werden."
Brunnengelände: 2018 stehen neben weiteren 50 000 Euro Planungskosten 100 000 Euro für die Herstellung von Erschließungsanlagen (Strom, Internet, Gas, Wasser, Kanal, Wege, Beleuchtung) bereit, zudem ist der Bau einer Brücke über die Kyll vom Bahnhof geplant (73 000 Euro). Die beiden Folgejahre sind dafür weitere 600 000 Euro eingeplant. Ob 2019 die ersten Märkte auf dem Areal öffnen, wie es Stefan Kutscheid vom beauftragten Planungsbüro Faco aus Bitburg angekündigt hatte, ist aber offen.
Areal Dreestreppchen: Im Bereich der ehemaligen Gaststätte Pauls und den Schotterparkplätzen davor wünscht sich die Stadt einen weiteren Zugang zur Hauptstraße - am besten über ein neues Gebäude mit Aufzug, das ein privater Investor errichten soll. Für den Ankauf von Grundstück und bestehendem Gebäude plant die Stadt 250 000 Euro ein, für die Planung des Areals und den Bau einer Fußgängerüberführung vom Brunnengelände weitere 57 000 Euro. Die schon mal ins Gespräch gebrachte Hängebrücke vom Brunnengelände zur Hauptstraße in diesem Bereich wäre dafür mutmaßlich aber nicht zu bezahlen. In den beiden Folgejahren sind aber weitere 230 000 Euro an Ausgaben eingeplant.
Bahnhof: Die Deutsche Bahn baut 2018 eine neue Überführung (mit Aufzügen) über die Gleise, damit die schäbige Unterführung versiegelt werden kann. Für die gewünschte Anbindung bis zum Kasselburger Weg zahlt die Stadt anteilig 73 000 Euro. Für Planung und Umgestaltung des Vorplatzes werden im nächsten Jahr 100 000 Euro und 2019 weitere 85 000 Euro fällig. Planung und Bau einer neuen Brücke zwischen Bahnhofsgelände und Brunnenareal schlagen 2019 und 2020 mit 220 000 zu Buche.
Hutterparkplatz: Der soll so umgebaut werden, dass die Reisenden vom Bahnhof und den angrenzenden Parkplätzen durch den neuen Eingang am Kaiserhof direkt in die Hauptstraße (Innenstadt) gelenkt werden. Planung und Realisierung sind mit 100 000 Euro angesetzt. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, den bei weitem nicht ausgelasteten Parkplatz umzugestalten und eventuell mit einer Markthalle zu bebauen. Aber da ist noch nichts konkret.
Sonstiges: Für Ankauf und Abriss alter Häuser sowie die Neugestaltung der Flächen sind 600 000 Euro eingeplant, mit insgesamt 60 000 Euro will die Stadt zudem private Haussanierungen sponsern.Extra: DIE WÜNSCHE DER BÜRGER


Das Land unterstützt die Stadt Gerolstein bei der Entwicklung ihrer Innenstadt. Dafür fordert es aber ein Konzept - und eine Bürgerbeteiligung. Bei einer ersten Versammlung waren Anfang dieses Jahres 250 Interessierte im Rondell zusammengekommen und haben Vorschläge erarbeitet. Hier ein Auszug (aufgelistet nach Priorität): - Abriss Kaiserhof sowie Schaffung eines Eingangs zur Innenstadt. - Bessere Besucherlenkung. - Konversion Brunnengelände. - Abriss von Häusern in der Hauptstraße und Bau von Stadtbalkonen. - Umbau von Bahnhof samt Umfeld.

FOTO: Mario Hübner (mh) ("TV-Upload H?bner"
FOTO: Mario Hübner (mh) ("TV-Upload H?bner"
 Gerolsteins Innenstadt soll verschönert werden: Daher will die Stadt für den Abriss alter Häuser – allen voran des Kaiserhof-Komplexes – Geld in die Hand nehmen und private Fassadensanierungen bezuschussen. Auch der Umbau des Bahnhofsvorplatzes (Bild rechts unten) soll 2018 und 2019 realisiert werden. TV-Fotos: Mario Hübner (4)
Gerolsteins Innenstadt soll verschönert werden: Daher will die Stadt für den Abriss alter Häuser – allen voran des Kaiserhof-Komplexes – Geld in die Hand nehmen und private Fassadensanierungen bezuschussen. Auch der Umbau des Bahnhofsvorplatzes (Bild rechts unten) soll 2018 und 2019 realisiert werden. TV-Fotos: Mario Hübner (4) FOTO: Mario Hübner (mh) ("TV-Upload H?bner"