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Steile Rampen, hohe Sprünge

BMX-Profi Marcel Gans (oben, Mitte) trainiert auch mal in der Birresborner Halle.TV-Foto: Helmut Gassen
BMX-Profi Marcel Gans (oben, Mitte) trainiert auch mal in der Birresborner Halle.TV-Foto: Helmut Gassen FOTO: Helmut Gassen (HG), HELMUT_GASSEN ("TV-Upload Gassen"
Birresborn. Rauf auf die BMX-Räder heißt es am 3. September bei der ersten Birresborner BMX Night Session in der Wood Style Halle. Teilnehmen kann jeder, der sich dies sportlich zutraut. Start der Night Session ist ab 19 Uhr. Helmut Gassen

Birresborn. "Back Flip" oder "Tail Whip", "Bunny Hop" oder "Tabletop" - den meisten sagen diese Begriffe wohl nichts. Doch Tom, Ellen, Moritz, Bastian, Tim, Paul und Lukas, alle aus Birresborn und im Alter von zehn bis 15 Jahren, wissen genau Bescheid: Es sind Tricks auf ihren BMX. Die sechs Birresborner Jungs und Ellen haben sich als sportliches Hobby das BMX-Fahren ausgesucht. Und ihre Eltern sowie drei weitere Familien unterstützen sie dabei und haben für sie in den letzten zwei Jahren so manche Arbeitsstunde in das Hobby ihrer Kinder gesteckt. "Früher haben die Jungs auf Rampen vor meinem Geschäft geübt, da haben wir uns irgendwann gesagt: Wir wollen eine Halle für ihren Sport", erzählt Guido Clemens.
Lange hätten sie danach gesucht, bis irgendwann die Wood Style Halle in Birresborn frei wurde, erzählt der Vater eines der Kinder. Er betreibt in Birresborn ein Fahrradgeschäft, kennt sich also schon von Berufswegen her mit dem Sport aus. Die Halle, in der bis vor zwei Jahren ein Landwirt sein Lager hatte, liegt mitten im Dorf und wurde von den sieben Familien gemietet. All die Rampen und Half-Pipes, Quarter, Table und Rales, Auf- und Abfahrten wurden in Eigenregie von den Eltern zusammen gezimmert. "Ich hole mir von den Profis die Infos dazu, etwa welchen Radius die jeweilige Anlage haben muss und dann machen wir das", erklärt Clemens.
Inzwischen kommen auch BMX-Clubs, etwa aus Trier und Köln, nach Birresborn um in der 450 Quadratmeter großen Halle zu trainieren."Wir haben sogar ein Schaumstoffschnitzelbecken hier bei uns, das haben die in Trier und Köln nicht." Da sprängen die Jugendlichen mit einem Salto vor- oder rückwärts auch mal so ohne BMX rein, erzählt Clemens, Auch Profi Marcel Gans aus Trier kommt öfter nach Birresborn und schätzt das Engagement der Eltern: "Die Halle ist megatoll. Und gut ist, das man hier etwas für die Kinder tut um sie von der Straße und den Computern zu holen", sagt er anerkennend. Und genau das sei ja auch das erklärte Ziel der Gruppe um Clemens, wie dieser sagt. Bislang funktioniere das gut. Die Jungs und das Mädchen kämen oft hierher zum Training - jeder von ihnen habe einen eigenen Schlüssel.
Doch mit der Halle soll es noch nicht genug sein. Momentan sind die Familien dabei, auch noch eine Außenanlage zu bauen.
Bis zum Samstag, 3. September, wird diese wohl noch nicht fertig sein. Dann wird in der Wood Style Halle zum ersten Mal ein BMX-Wettbewerb veranstaltet. Los geht es ab 16 Uhr mit der Qualifikation, ab 19 Uhr beginnt die 1. Birresborner BMX Night Session dann richtig. Wie viele Teilnehmer starten werden, ist noch nicht bekannt. Mitmachen kann aber im Prinzip jeder, der sich das sportlich zutraut. Sicher sei aber, es gibt für die Besucher Sprünge und Tricks von Amateuren und Profis zu sehen, sagt Clemens.
Ansprechpartner ist Guido Clemens unter der Telefonnummer 06594/180346.
Extra

BMX ist eine Ende der 1960er-Jahre in den USA entstandene Sportart, bei der Sportler auf einem Fahrrad Tricks oder Stunts ausführen. BMX ist dabei die Abkürzung für Bicycle Motocross wobei das X für das englische Wort cross steht. Der Vorläufer des BMX war Anfang der 1960er-Jahre das Sting-Ray-Fahrrad ("Stachelrochen"), welches in weiterentwickelter Form in den 1970er Jahren als Bonanza Rad nach Europa kam. HG