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Straßenbau und Vogelschutz

48,5 Meter hoch über dem Liesertal bei Daun-Rengen haben Hans-Peter Felten von der Nabu-Gruppe und Dietmar von Landenberg einen Nistkasten für Wanderfalken aufgehängt. TV-Foto: Gabi Vogelsberg
48,5 Meter hoch über dem Liesertal bei Daun-Rengen haben Hans-Peter Felten von der Nabu-Gruppe und Dietmar von Landenberg einen Nistkasten für Wanderfalken aufgehängt. TV-Foto: Gabi Vogelsberg
Als erste Brücke im nördlichen Rheinland-Pfalz ist an der neu gebauten Autobahnbrücke im Liesertal bei Daun-Rengen ein Nistkasten für Wanderfalken aufgehängt worden. In vielfältiger Form wird beim umstrittenen Bau der A 1 auf Vogelschutz geachtet: Straßenbau und Vogelschutz im Einklang.

Daun. (vog) "Obwohl der Wanderfalke üblicherweise an Felsen brütet, akzeptiert er auch die vom Menschen geschaffenen Kunstfelsen wie hohe Gebäude, Türme oder Brückenpfeiler", erklärt Hans-Peter Felten von der Kreisgruppe Vulkaneifel des Naturschutzbundes (Nabu). Da bietet sich die A 1-Liesertalbrücke regelrecht an. Dietmar von Landenberg, Leiter des Baubüros des Landesamtes Mobilität, war sofort mit von der Partie: "Wir helfen da gerne." Wie auch die Baufirma Hörnig, die unentgeltlich alle Vorarbeiten fürs Aufhängen in 48,5 Meter Höhe erledigte. Um den oberen Rand des vierten Pfeilers ist direkt unter der Fahrbahn ein "Baubalkon", damit der Pfeiler von außen erreicht werden kann. Den Nistkasten baute die Dauner Nabu-Gruppe. Vor dem Vogelhaus lädt eine urige Astreling zum Verweilen ein. Im Inneren liegen Basaltsteine, die einen Felsvorsprung simulieren. Die ungewöhnlichen Bedingungen im Umfeld ignoriert der Wanderfalke. Felten: "Der Lärm und die Vibrationen scheinen ihm nichts auszumachen, wie sieben Junge beweisen, die erfolgreich in Nisthilfen an Autobahnbrücken im Vorjahr aufgezogen wurden." Doch auch dem Turmfalken könnte dieses Angebot gefallen. Allerdings ist es für dieses Jahr zu spät. Die Wanderfalken brüten und ziehen ihre Jungen in der Zeit von März bis Juni auf. An der kleinen Maubach-Brücke dürften die Wasseramseln hingegen schon neue Domizile entdeckt haben. Von Landenberg: "Wir haben beim Bau kleine Nischen für Wasseramseln gelassen." Nach Fertigstellung der Liesertalbrücke könnten weitere tierische Bewohner kommen. Felten vermutet: "Den Spalt zwischen Widerlager und Oberbau werden Fledermäuse für sich entdecken. Sie werden sich im Innern des mehr als mannshohen Oberbaus wohlfühlen." Sie haben nämlich, ebenso wie der Wanderfalke, im Liesertal ein fantastischen Jagdrevier.