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Tarzans Zwischenstopp im Zentralmassiv

Ben Lützig wandert zurzeit in der Nähe von Digoin in Frankreich. Foto: privat
Ben Lützig wandert zurzeit in der Nähe von Digoin in Frankreich. Foto: privat
Gerolstein/Paulhac. Ben Lützig (26) ist vor sechs Wochen aus Gerolstein aufgebrochen, um zu Fuß an den südlichsten Punkt Europas zu wandern (der Trierische Volksfreund berichtete). Inzwischen hat er knapp 1000 Kilometer der rund 2700 Kilometer langen Wohltätigkeitstour zurückgelegt. An Spenden sind bisher rund 400 Euro zusammengekommen.

Gerolstein/Paulhac. Auf dem extra für Ben Lützigs Wanderung quer durch Europa angelegten Internetblog lässt sich sein Weg ins spanische Tarifa ablesen. Zurzeit durchquert er die Auvergne, eine von Vulkanen geprägte Region in Zentralfrankreich.
Vor wenigen Tagen hat er den 1886 Meter hohen Puy-de-Sancy bestiegen, einen Vulkan, der bis vor 220 000 Jahren aktiv war. Statt mit der Seilbahn hochzufahren, ist er drei Tage lang zu Fuß auf den Berg gestiegen. Während seiner Bergtour wird er mit Ausblicken belohnt, die er als "gigantisch" beschreibt.
Um unterwegs etwas essen zu können, muss sich der 26-Jährige immer mal wieder etwas dazuverdienen. Mal arbeitet er für einige Stunden als Anstreicher, mal als Gärtner. Denn eines seiner Ziele war es, sich auf der Tour selbst zu verpflegen.
Aber auch sein anderes Ziel wird immer greifbarer: Mit der Wanderung will er Geld für drei gemeinnützige Organisationen sammeln, so auch für das Haus der Jugend in Gerolstein. Bisher sind rund 400 Euro gespendet worden. Etliche Spender haben auch schon versprochen, die Projekte nach der Wanderung finanziell zu unterstützen.
Vor Herausforderungen steht Lützig immer wieder. In seinem Blog erzählt er von einer Horrornacht: "Die ganze Nacht über schleichen größere Gestalten, Schatten um mein Zelt. An Schlafen ist nicht zu denken. Stattdessen atme ich so still wie möglich und halte mich in Kampfbereitschaft."
Begegnung mit der Natur


Die ganze, lange Nacht verbringt der Wanderer in äußerster Anspannung. Als er im Morgengrauen vorsichtig aus seinem Zelt lugt, sieht er Rehe, die nach Futter suchen.
Lützig liebt die Begegnung mit den Menschen und der Natur. So wurde er beispielsweise unterwegs in Digoin, Gerolsteins Partnerstadt im Burgund, begeistert empfangen. Französische Zeitungen berichten immer wieder von seiner Tour. Und auch sein Bruder Sebastian glaubt, dass "Ben" es bis nach Südspanien schafft: "Er ist ein absoluter Naturbursche, wie Tarzan."
Die Idee zu seiner Spenden-Wanderung hatte der gelernte Dachdecker, als sein befristeter Arbeitsvertrag auslief. "Ich wollte auch etwas für andere machen." Vorbild war auch seine Schwester, die sich seit mehreren Jahren für Kinder und Menschen in Afrika einsetzt. itz
Extra

Jeder kann für Ben Lützigs Wanderung spenden: an die Organisation Care, das Haus der Jugend in Gerolstein oder an Global New Generation. Care fördert ein Schulprojekt in Sambia. Der Verein New Generation kümmert sich im Dorf Kounoune im Senegal um ein kleines Krankenhaus. Das Haus der Jugend Gerolstein braucht finanzielle Mittel für die tägliche Arbeit und Renovierungsarbeiten. Wer Kontakt zu Ben Lützig halten möchte, kann dies tun über E-Mail: info@wanderung-fuer-menschen.de oder die Blogadresse www.wanderung-fuer-menschen.de/aktuelles Mehr Informationen über die Tour von Benjamin Lützig finden sich auf der Website www.wanderung-fuer- menschen.de