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Tourismus bringt 190 Millionen Euro Umsatz ins Gesundland

Daun/Manderscheid/Ulmen. Daun/Manderscheid/Ulmen "Wir müssen sehr viel mehr den Blick auf die Nachfrage und die Bedürfnisse der Touristen richten. Ich bin Buchhändlerin in Ulmen und habe sehr viel Kontakt mit den Gästen", sagt Andrea Horst. Lydia Vasiliou

Sie bezieht sich auf das Ergebnis im Bereich des Tagestourismus, das der Vortrag "Wirtschaftsfaktor Tourismus im Gesundland Vulkaneifel" des Referenten Moritz Sporer vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverehr (dwif) aus München, hervorbrachte.
Im Kursaal in Manderscheid erfuhren die Zuhörer aus der neuesten Studie des dwifs, was der Wirtschaftsfaktor Tourismus bewirkt. Besonders interessiert waren die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden sowie Inhaber von Gastronomiebetrieben, die Rainer Schmitz, Geschäftsführer des Gesundland Vulkaneifel, in Manderscheid begrüßte.
Tourismus sei eine klassische Querschnittsbranche und ein Jobmotor, der vielen Menschen unterschiedlicher Berufs- und Beschäftigungsverhältnisse Einkommensmöglicheiten biete, sagte Schmitz. "Kaum ein Bereich profitiert nicht vom Tourismus, durch Investitionen in die touristische Infrastruktur wird die Attraktivität in den Kommunen erhöht".
Im Oktober 2016 habe man eine aktualisierte Studie hinsichtlich der Wirkung des Tourismus in Auftrag gegeben, erklärte Schmitz.
Das Untersuchungsgebiet umfasst die Verbandsgemeinden Daun, Ulmen und Wittlich-Land (den Bereich der früheren Verbandsgemeinde Manderscheid). Die Studie zeigt, dass hauptsächlich das Gastgewerbe vom Tourismus profitiert. Sowohl bei den Übernachtungen als auch bei den Tagestouristen, die mit etwa drei Millionen Aufenthaltstagen ins Gewicht fallen. Insgesamt 123 Millionen Euro brachten die Übernachtungsgäste 2016 in die Region, erläuterte Sporer. Die Tagesbesucher gaben 67,5 Millionen aus. Alle zusammen brachten bei 4,177 Millionen Aufenthaltstagen einen Bruttoumsatz von 190,5 Millionen Euro, wobei das Gastgewerbe 50 Prozent für sich (95,1 Millionen Euro) einbehalten konnte.
Der Einzelhandel profitierte mit 40,1 Millionen Euro (21 Prozent) und das Dienstleistungsgewerbe mit 55,3 Millionen Euro (29 Prozent). Nach Abzug von Steuern und Vorleistungen bleiben netto 99,8 Millionen übrig. Die Mehrwertsteuer von rund 16,6 Millionen Euro komme ja irgendwie wieder in die Kommunen zurück, meinte Sporer.
Und was geben die Touristen nun tatsächlich am Tag aus? Die Tagesreisenden im Gesundland Vulkaneifel geben etwa 22,50 Euro pro Person aus, "zu wenig im Vergleich zu anderen Orten in Rheinland-Pfalz", sagte Sporer.
Demgegenüber werden im Reisegebiet Mosel 30,60 Euro und im Gebiet Rheintal 29,50 Euro an Ausgaben der Tagestouristen verzeichnet. "Die Tagesgäste bewegen sich bei uns überwiegend in der Natur, außerhalb der Orte und gehen an uns vorbei", sagte ein Besucher. "Man muss auch ein entsprechendes Angebot zur Verfügung stellen", meinte eine andere. "Interessant am Vortrag ist die Einordnung der gesamten Erträge und die Erkenntnis, dass noch einiges zu tun ist", meinte Bernd Hein aus Daun.
Da bei den Übernachtungszahlen auch die Kliniken mit einberechnet sind, gibt Hotelier Ralf Berlingen aus Daun zu denken: "Ich bin froh, dass es die Zahlen gibt, aber man müsste die Kliniken ausklammern, die bringen uns wenig Besucherverkehr".
Die Studie ist beim Gesundland Vulkaneifel, Leopoldstraße 9a, in Daun erhältlich oder kann im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.gesundland.tourismusnetzwerk.info" text="www.gesundland.tourismusnetzwerk.info" class="more"%> heruntergeladen werden.