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Verkaufsraum statt Kuhstall - Neuer, größerer Hofladen in Sarmersbach wird eröffnet

Die Kunden können kommen: Anna-Maria Kneißl hat ihren Hofladen schon mit vielen Produkten erweitert, im nächsten Jahr wird er viel größer. TV-Foto: Helmut Gassen
Die Kunden können kommen: Anna-Maria Kneißl hat ihren Hofladen schon mit vielen Produkten erweitert, im nächsten Jahr wird er viel größer. TV-Foto: Helmut Gassen FOTO: Helmut Gassen (HG), HELMUT_GASSEN ("TV-Upload Gassen"
Sarmersbach. Der Hofladen von Anna-Maria Kneißl auf dem Ulmenhof in Sarmersbach wird erweitert. Die Schließung des Dauner Biohandels bringt neue Kunden. Helmut Gassen

In Daun gibt es seit Kurzem keine Adresse für Biolebensmittel mehr. Denn der Dauner Bioladen in der Lindenstraße, der von Landwirt Stefan Blum aus Lissingen seit Anfang 2008 betrieben wurde, ist Ende Juni aus gesundheitlichen Gründen geschlossen worden. Doch zumindest wird auf eine andere Anlaufstelle hingewiesen, nämlich auf den BioHofLaden Ulmenhof in Sarmersbach. Hier verwirklicht Anna-Maria Kneißl, Tochter der Ulmenhofgründer Stefan und Ute Frangen, ihr neuestes Projekt. Die 29-Jährige studierte Ökologische Agrarwissenschaft mit Bachelor-of-Science-Abschluss und ist seit dem 1. Juli Inhaberin des BioHofLaden Ulmenhof.

Aktuelles Großprojekt für die Familie Frangen/Kneißl ist der Neubau ihres BioHofLaden. "Dass ich mich mit dem BioHofLaden selbstständig machen will, plane ich schon ein Jahr lang. Die Schließung des Dauner Bio-Ladens gibt uns die Möglichkeit, auf mehr Kundschaft aufzubauen", erklärt die Sarmersbacher Existenzgründerin. Mitte August soll mit dem Abriss des alten Kuhstalls begonnen werden. Dort entsteht der neue Hofladen mit 100 Quadratmetern Verkaufsfläche. Im bisherigen Hofladen, der seit 2012 in Betrieb ist, sind es nur 20 Quadratmeter. "Es soll gemütlich werden, ein offener heller Raum, viel Holz, wo man sich wohlfühlt und entspannen kann. Unser neuer Hofladen soll ein richtiges Ausflugsziel sein, wo Eltern mit ihren Kindern hinkommen, wenn man mal aufs Land fährt, Kaffee und Kuchen genießt, Entspannung hat und natürlich einkaufen kann", sagt Anna-Maria Kneißl. Schon jetzt wurde das Sortiment des bestehenden Hofladens um Obst und Gemüse erweitert. Mit der Resonanz bei den Kunden ist Anna-Maria Kneißl zufrieden. "Es hat sich eine feste Stammkundschaft entwickelt, die wöchentlich oder monatlich hier einkauft. Aber auch Touristen kommen, um unseren Käse zu kaufen. Und seit der Bioladen in Daun geschlossen hat, bemerke ich eine deutliche Umsatzsteigerung und die Nachfrage nach Obst, Gemüse und Naturkost wächst."

Der neue Hofladen, dessen Eröffnung für Ostern 2018 geplant ist, wird natürlich viel mehr Produkte bieten. "Wenn wir den neuen Laden eröffnen, werden wir ein Vollsortiment von rund 500 Produkten haben, damit man seinen gesamten Wocheneinkauf tätigen kann. Auf jeden Fall wird das Angebot auf regionale Produkte fokussiert sein", sagt die Geschäftsführerin. Sie rechnet mit Kunden aus einem Umkreis von 30 Kilometern.
Zwar werden die Öffnungszeiten dann erweitert, es wird aber nicht jeden Tag voll geöffnet sein, das steht schon fest. "Ich werde noch jemanden einstellen müssen, eine gute Seele für den Hofladen wird also gesucht", sagt die zweifache Mutter. Sie ist optimistisch: "Mal schauen, wohin die Reise geht. Ich habe ein gutes Gefühl. Hofläden haben ein großes Potenzial, da liegt die Zukunft der Biobranche. Ich freue mich auf die Herausforderung."Extra: DER ULMENHOF


Der biologischen Ernährung haben sich Stefan und Ute Frangen, Familie in Sarmersbach auf dem Ulmenhof, schon seit Langem verschrieben. Schon seit 1990 wird hier nach den Richtlinien der biologisch-organischen Landwirtschaft gearbeitet. 35 Stück Angler Rotvieh, Allgäuer Braunvieh und Vorderwälderkühe sowie 100 weiße und bunte deutsche Edelziegen sowie Thüringer Waldziegen liefern den Rohstoff Milch für die hauseigene Bauernkäserei. Seit 2012 hat der Ulmenhof auch eine Hühnerhaltung. Jeden Tag legen die 675 Hühner in der Freiland-Hühnerhaltung in drei Hühnermobilen rund 500 Eier und ganz neu werden fünf Schweine in Zukunft für Fleisch und Wurst sorgen. Die Produkte werden im eigenen Hofladen und auf Wochenmärkten in Bonn, Bad Godesberg und Wittlich vermarktet. In Wittlich wurden die Kunden allerdings in der vergangenen Woche informiert, dass der Stand aus personellen Gründen vorerst nicht auf dem Markt vertreten ist.