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Vor der freien Fahrt kommt erst noch die Vollsperrung bei Niederbettingen und Niederstadtfeld

Wegen des Hangrutsches regelt in Niederstadtfeld noch immer eine Ampel den Verkehr. TV-Fotos (2): Mario Hübner
Wegen des Hangrutsches regelt in Niederstadtfeld noch immer eine Ampel den Verkehr. TV-Fotos (2): Mario Hübner FOTO: (e_daun )
Hillesheim-Niederbettingen/Niederstadtfeld. Die Aufträge für die Sanierung der Rutschhänge bei Niederbettingen und Niederstadtfeld sollen bald vergeben werden. Hoffnung auf ein rasches Ende gibt es aber nur an einer Stelle. Mario Hübner

Autofahrer und Anwohner in sowie um die Gemeinden Niederbettingen und Niederstadtfeld müssen sich weiter in Geduld üben: Es kann noch Monate dauern, bis die durch das Hochwasser im Frühsommer abgerutschten Hänge saniert und die betroffenen Straßen wieder ohne Einschränkungen befahrbar sind. Die Landesstraße 27 in Niederstadtfeld und die Kreisstraße 47 nahe dem Hillesheimer Stadtteil Niederbettingen waren so stark unterspült worden, dass Hänge ins Rutschen kamen, die Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Die Folge: Die Straßen wurden halbseitig gesperrt, der Verkehr per Ampel geregelt.

Immerhin: An einer Stelle wird demnächst mit den Arbeiten begonnen. Denn der Kreis hat nun den Auftrag für die Sanierung des Hangs bei Hillesheim-Niederbettingen (Kreisstraße 47) an die Firma vergeben, die den günstigsten Preis bietet: die Firma Sidla & Schönberger aus Volxheim zum Preis von 221 000 Euro. Das teuerste der fünf Angebote lag bei mehr als 300 000 Euro. "Vereinbarter Baustart ist am 18. September. Wir rechnen mit einer Bauzeit von drei Monaten", sagt der stellvertretende Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein, Bruno von Landenberg. Ob die veranschlagte Bauzeit aber bis kurz vor Weihnachten reicht, ist unklar, ob dann die Arbeiten vor Einbruch des Winters erledigt sind oder noch eine längere Winterpause bis in den März 2018 droht. Von Landenberg ist aber zuversichtlich: "Es sollte klappen."

Fakt hingegen ist: "Während der Bauarbeiten wird die Straße voll gesperrt, der Verkehr umgeleitet", sagt von Landenberg. Zum einen müsse ein Teil der Fahrbahn aufgerissen werden, um einen neuen Unterbau herzustellen, zum anderen müssten die Bagger und Baufahrzeuge auch noch Platz haben.

Zur Stabilisierung des Hangs wird eine Stützmauer eingebaut - und zwar in einem besonderen Verfahren. Der LBM-Mann erklärt: "Die Erde wird ausgebaggert, mit Zement vermischt und danach wieder eingebaut. Das ist kostengünstig, geht schnell und hat dennoch die erforderliche Stabilität." An anderen Stellen wie auf der B 51 bei Olzheim und der L 24 zwischen St. Thomas und Kyllburg sei das Verfahren ebenfalls erfolgreich angewendet worden. Würde eine Mauer aus reinem Stahlbeton verbaut, würde das "sehr viel länger dauern und wäre auch deutlich teurer", sagt von Landenberg.

Für die L 27 bei Niederstadtfeld sei man noch nicht ganz so weit. Am 14. September ist die Submission, bei der die vorliegenden Angebote geprüft werden. "Fünf bis sechs Wochen danach ist frühestens mit dem Baustart zu rechnen", sagt von Landenberg. Also November. Ob es allerdings dann auch dazu kommt, ist noch unklar. Es hänge davon ab, wer den Zuschlag erhalte und ob er für dieses Jahr überhaupt noch genügend Kapazitäten freihabe. "Wir werden definitiv nicht noch dieses Jahr beginnen, nur um begonnen zu haben. Denn die Anwohner und Pendler hätten zu Recht kein Verständnis dafür, wenn die Straße voll gesperrt wird und sich dann monatelang nichts tut", sagt von Landenberg. Denn auch dieser Hang müsse, wie in Niederbettingen, saniert werden, weshalb eine Vollsperrung vonnöten sei. Nur, die Baustelle ist mit 220 Metern Länge deutlich größer, zudem muss in Richtung Dorf noch eine Wand aus Gabionen eingebaut werden. Zum Vergleich: Bei Niederbettingen werden 150 Meter Hang ausgebessert. Für das Vorhaben in Niederstadtfeld setzt der LBM Kosten von rund 700 000 Euro sowie fünf Monate Bauzeit an.

Auf die Frage, weshalb es so lange gedauert hat, bis die Schäden beseitigt werden, listet Gerolsteins LBM-Vize einiges auf: Zunächst seien Sofortmaßnahmen ergriffen worden, damit nicht weiter Wasser in die Hänge laufeund die Straßen noch mehr beschädigt würden. Dann seien die Ampeln aufgestellt worden. Vor dem Sanierungskonzept, das der LBM zu erstellen hatte, seien Bodengutachten einzuholen gewesen. "Und man kann sich sicher gut vorstellen, dass die Gutachter in dieser Zeit, wo es überall Hochwasserschäden gab, sehr gefragt waren", sagt von Landenberg. Nachdem das Sanierungskonzept vorgelegen habe, sei die Finanzierung sicherzustellen gewesen und Baurecht hergestellt werden müssen, was viele Gespräche erfordert habe - mit der Landespflege. "Und für Niederbettingen kommt hinzu, dass detaillierte Abstimmungsgespräche mit der Bahn geführt werden mussten, da daneben die Eifelstrecke verläuft. Da gehen rasch ein bis anderthalb Jahre ins Land", sagt von LandenbergKommentarMeinung

Noch ein wenig Geduld
Diesmal lag es nicht, wie so oft bei Straßenbauprojekten, am Geldmangel, sondern an fehlendem Gutachterpersonal und bürokratischen Zwängen. Man kann darüber streiten, ob das alles so detailliert notwendig ist, aber dadurch geht es in Niederbettingen und Niederstadtfeld nun auch nicht schneller. Also bitte noch ein paar Monate Geduld bewahren und auf fleißige Bautrupps hoffen: Dann wird es bald wieder freie Fahrt geben. m.huebner@volksfreund.de

Auch bei Niederbettingen geht es nur zögerlich voran.
Auch bei Niederbettingen geht es nur zögerlich voran. FOTO: (e_daun )