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Wind und Wehmut beim Wechsel

Der neue Kommandeur der Gerolsteiner Fernmelder, Oberstleutnant Uwe Larsen (links), übernimmt von Oberst Jens-Olaf Koltermann, Kommandeur des übergeordneten Führungsunterstützungsregiments 28, die Fahne des Gerolsteiner Bataillons. TV-Foto: Mario Hübner
Der neue Kommandeur der Gerolsteiner Fernmelder, Oberstleutnant Uwe Larsen (links), übernimmt von Oberst Jens-Olaf Koltermann, Kommandeur des übergeordneten Führungsunterstützungsregiments 28, die Fahne des Gerolsteiner Bataillons. TV-Foto: Mario Hübner
Großer Andrang, steife Brise: Zur Kommandoübergabe kamen neben gut 500 Soldaten rund 150 Gäste in die Eifelkaserne "Auf windiger Höhe" nach Gerolstein-Lissingen. Nach gut fünfeinhalb Jahren in Gerolstein und davon zweieinhalb Jahren als Kommandeur trat Oberstleutnant Egbert Fikowski ab, seine Nachfolge trat der gleichrangige Uwe Larsen (39) an.

Gerolstein. Der Gerolsteiner Standort machte seinem Namen bei der Kommandoübergabe des Führungsunterstützungsbataillons 281 gestern Morgen alle Ehre: "Auf windiger Höhe" wehte weit mehr als nur ein laues Lüftchen. Das bekamen die rund 500 angetretenen Soldaten sowie die etwa 150 Gäste aus Politik, Verwaltung und dem öffentlichen Leben zu spüren. Allen voran dem Fahnenträger machte die steife Brise beim Übergabeappell schwer zu schaffen. Der scheidende Kommandeur, Oberstleutnant Egbert Fikowski (45), der zur militärischen Nato-Führung "Shape" nach Belgien geht, nahm es gelassen, dass die Böen mächtig ins Mikrofon bliesen und sein Redemanuskript durch die Luft wirbelten. Auch ohne die für den Standort bekannten Wetterunbilden war das einer seiner schwersten Momente als Chef der Gerolsteiner Fernmelder, "schließlich war ich mit Herzblut dabei", sagte er dem TV kurz vor seinem letzten Auftritt als Kommandeur.

Da er das Glück hatte, dass alle seine Soldaten unversehrt aus den Auslandseinsätzen nach Hause kamen ("Dieser Wunsch hat mich permanent begleitet, diese Verantwortung habe ich stets gespürt.") und den Gerolsteiner Fernmeldern sowohl fachlich als auch kameradschaftlich ein guter Ruf vorauseilt, sprach Fikowski von einer "ausgesprochen schönen Zeit in Gerolstein". Als dann auf seinen Wunsch Frank Sinatras Klassiker "My way", gespielt vom Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz, erklang, kam auch ein bisschen Wehmut "Auf windiger Höhe" auf.

Oberst Jens-Olaf Koltermann, Kommandeur des übergeordneten Führungsunterstützungsregiments 28 mit Sitz in Mechernich, sagte, dass das Bataillon unter Fikowskis Führung "bewegte Zeiten" hinter sich bringen musste: durch die Wandlung der Fernmelder zu IT-Spezialisten, durch die Aufnahme von Soldaten anderer Truppengattungen sowie durch die Doppelbelastung Ausbildung-Auslandseinsätze. Dem scheidenden Kommandeur bescheinigte er, dass das sich Bataillon unter dessen Führung "Achtung und Anerkennung, national und international, erworben" hat. Für seine "kooperative, kameradschaftliche, mitunter kritische und auch humorvolle Zusammenarbeit" dankte er ihm persönlich.

Dem "Neuen", Oberstleutnant Uwe Larsen (39), eile ein "guter Ruf voraus", sagte Koltermann. Er sei einsatzerfahren und ein "alter Hase als Fernmelder". Larsen ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er war unter anderem im Verteidigungsministerium tätig und bereits mehrere Monate im Auslandseinsatz. Er hat Staats- und Sozialwissenschaften studiert und jeweils zwei Jahre an Generalstabslehrgängen in Hamburg und in Paris teilgenommen. Als Oberstleutnant im Generalstab strebt er eine Karriere als General an. Für seine Aufgabe als Bataillonskommandeur wünschte ihm Koltermann "alles Gute und Glück" und dass "Sie von Vorkommnissen verschont bleiben, die Ihre Handlungsfreiheit und Arbeitszeit einseitig binden". Oder um es anders zu sagen: Dass es nicht bei den Auslandseinsätzen seiner Soldaten stürmisch wird, sondern weiterhin nur am heimischen Standort. Extra Das Führungsunterstützungsbataillon 281 umfasst 850 Soldaten. 60 davon sind regelmäßig im Auslandseinsatz. Die im Volksmund als Gerolsteiner Fernmelder bezeichneten Soldaten haben sich von reinen Fernmeldern zu IT-Spezialisten gewandelt. Sie sorgen für die Kommunikation zwischen Einsatzland und Heimat, zudem stellen sie für die Truppen die gesamte Bandbreite an modernen Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. (mh)