Gerolsteiner Brunnen kündigt regionalen Spediteuren

Gerolstein · Der Gerolsteiner Brunnen hat den Rahmenvertrag mit den Speditionen Ludwig (Dockweiler) und Rothschild (Stadtkyll) aus Kostengründen zum Jahresande gekündigt. Für die Logistik-Unternehmen bedeutet das einen Umsatzverlust in zweistelliger Millionenhöhe, angegliederten Mini-Speditionen droht das Aus. 60 Jobs sind in Gefahr.

(mh) Von wegen Ruhe: Nachdem Betriebsrat und Geschäftsführung des ins Wanken geratenen Gerolsteiner Brunnens nach langen und zähen Verhandlungen sich darauf geeinigt haben, dass bis 2012 rund 20 Millionen Euro eingespart werden und der befürchtete Abbau von bis zu 300 Arbeitsplätzen deutlich reduziert wird (135 Stellen werden gestrichen, aber dank Altersteilzeit und sonstigen flexiblen Lösungen kommt es „nur“ zu 25 betriebsbedingten Kündigungen), folgt nun ein Nachbeben. Außerhalb des Mineralbrunnens. Der Gerolsteiner Brunnen hat zum Jahresende den seit 1995 bestehenden und erst zum Beginn dieses Jahres um drei Jahre verlängerten Rahmenvertrag mit den regionalen Speditionen Rothschild (Stadtkyll) und Ludwig (Dockweiler) gekündigt.

Auch nach Nachverhandlungen sind die heimischen Spediteure leer ausgegangen. „Obwohl wir bis an die Schmerzgrenze gegangen sind, hat es nicht gereicht. Der Neue war offenkundig noch wesentlich günstiger als wir“, sagte Hans Ludwig, Chef der Spedition Ludwig in Dockweiler mit 75 Festangestellten und 40 eigenen LKW. Den Zuschlag erhalten hat nah Auskunft des heimischen Unternehmers die Spedition Duvenbeck aus dem Münsterland.

Durch die Kündigung bricht der Umsatz der Spedition um „20 bis 24 Prozent“ ein, „vier bis fünf Jobs“ stehen auf der Kippe.
Noch härter trifft es seinen Partner Herbert Rothschild aus Stadtkyll, der 160 Leute beschäftigt und 80 LKW hat. Er sagte dem TV: „Die Fahrten für Gerolsteiner machen 30 Prozent unseres Gesamtkontingents aus. Oder anders gesagt: Die Kündigung bedeutet elf Millionen Euro Umsatzverlust im Jahr für uns.“ Und die Suche nach adäquatem Ersatz sei schwierig. „Im schlimmsten Fall werde ich die gesamte Abteilung Fernverkehr schließen müssen. Davon wären 30 Leute betroffen“, sagte der Spediteur. Schon in den nächsten zwei Monaten will er Kurzarbeit beantragen.

Besonders hart trifft es nach Ansicht des Unternehmers zudem die rund 20 Kleinspediteure aus der Region, da sie in „hundertprozentiger Abhängigkeit von uns und dem Auftrag von Gerolsteiner sind“. Dadurch seinen weitere 25 Jobs in Gefahr.

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