Gerolsteiner: Erst Beiratssitzung, dann Betriebsversammlung

Gerolstein · Nach der „Durchleuchtung“ des Gerolsteiner Brunnens durch Unternehmensberater will die Geschäftsführung ihre neue Strategie im Gesellschafter-Beirat beschließen. Die Arbeitnehmerseite will erreichen, dass vor einer Beteiligung nichts beschlossen wird.

 Gerolsteiner Brunnen. TV-Foto: Mario Hübner ***

Gerolsteiner Brunnen. TV-Foto: Mario Hübner ***

Foto: Mario Huebner (mh) ("TV-Upload Huebner"

(mh) Auf Geschäftsführung wie Mitarbeiter des Gerolsteiner Brunnens kommen spannende Tage zu. Nach der Zusammenkunft von Betriebsrat und Vertrauensleuten am Wochenende (der TV berichtete) stehen in dieser Woche weitere wichtige Termine an: Nach TV-Informationen will das wichtigste Entscheidungsgremium des Unternehmens, der Beirat, dem die Gesellschafter angehören, am Donnerstagabend zusammen kommen. Dann soll es darum gehen, die Ergebnisse, die die Unternehmensberater der Boston Consulting Group zusammengetragen haben, zu analysieren und die künftige Strategie für das Unternehmen zu beschließen.

Die wird sich nach Vorstellung des neuen Vorsitzenden der Gerolsteiner-Geschäftsführung, Axel Dahm, vor allem darum drehen, dass sich Gerolsteiner künftig wieder auf Mineralwasser konzentrieren und die Qualität des Produktes herausstellen will. Nach den Absatzrückgängen und vor allem den nicht erreichten Absatzzielen bei Süß- und Wellness-Getränken sollen so künftig wieder Kunden gewonnen werden.

Entscheidungen über Jobabbau oder sonstige Einsparpotenziale „werden am Donnerstag aber noch nicht gefällt“, sagte Unternehmenssprecherin Heike Görres auf TV-Anfrage.

Zu den Ergebnissen der Unternehmensberatung wollte sie noch nichts sagen, „denn erst einmal informieren wir unsere Mitarbeiter darüber“. Dies solle im Rahmen einer Betriebsversammlung geschehen. Die wird nach Worten von Betriebsrats-Vorsitzendem Werner Jung „auf jeden Fall“ für Freitag einberufen. Vom Betriebsrat. Das Recht dazu hat er.

Überdies ist Jung bestrebt, diesmal direkt den Beirat anzusprechen. Er sagte: „Wir wollen verhindern, dass bereits unwiederbringliche Beschlüsse gefasst werden, ohne dass wir gehört wurden. Denn was erst einmal beschlossen wurde, wird so leicht nicht mehr zurückgenommen. Da können wir Ramba-Zamba machen, so viel wir wollen.“ Er hält es ohnehin für besser, wenn die Beschäftigten frühzeitig eingebunden werden , als einen harten Konfrontationskurs fahren zu müssen.

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