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Geschächtete Schafe entdeckt

Geschächtete Schafe entdeckt

Am vergangenen Freitag sind im Kreis Trier-Saarburg mehrere Muslime beim Schächten von Schafen in einem offenen Schafunterstand entdeckt worden. Das teilte die Kreisverwaltung Trier-Saarburg heute mit. Das Schlachten von Tieren ohne vorherige Betäubung ist nach dem Tierschutzgesetz verboten.

Aufgrund eines Hinweises, dass im Kreis Trier-Saarburg am Freitag im Rahmen des alljährlichen islamischen Opferfestes Kurban Bayrami Schafe geschächtet werden sollen, ist das Veterinäramt bei einer gemeinsamen Kontrolle mit der örtlichen Ordnungsbehörde bei einem Schafhalter fündig geworden. Dabei wurden zehn bereits geschächtete Schafe sowie etwa 60 noch lebende Schafe vorgefunden. Alle illegal getöteten Schafe wurden beschlagnahmt und der Tierkörperbeseitigung zugeführt. Gegen die Beteiligten werden ordnungsrechtliche Maßnahmen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie wegen Schwarzschlachtung eingeleitet.

Nach dem Tierschutzgesetz dürfe ein warmblütiges Tier grundsätzlich nur von einer sachkundigen Person nach vorheriger Betäubung getötet werden. "Ausnahmen davon können nur erteilt werden, wenn in bestimmten Religionsgemeinschaften das Schächten zwingend vorgeschrieben wird oder der Genuss von Fleisch nicht geschächteter Tiere untersagt ist. Dies leitet sich allein durch die Berufung auf die Ausübung des islamischen Glaubens nicht her, da der Koran nicht zwangsläufig eine Betäubung ausschließt, sondern lediglich die Unversehrtheit des geschlachteten Tieres vorschreibt. Diese bleibt jedoch auch nach einer kurzen vorherigen Elektrobetäubung erhalten", so die Kreisverwaltung.

Inzwischen erkennen viele islamische Glaubensgemeinschaften die Schlachtung mit Elektrokurzzeitbetäubung an. Ein gänzlich betäubungsloses Schlachten in Sinne von Schächten ist in Rheinland-Pfalz bislang nicht erlaubt worden.