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Gestohlene Klarinette wieder aufgetaucht

Gestohlene Klarinette wieder aufgetaucht

Da hat offenkundig jemand kalte Füße bekommen: Eine Besucherin des Reinsfelder Friedhofs hat am Freitag in der alten Leichenhalle die Klarinette gefunden, die Unbekannte vor einigen Tagen aus dem Grabstein von Birgit Noll geraubt hatten.

(ax) Franz Petry, Leiter der Polizeiinspektion Hermeskeil, informierte heute volksfreund.de. Er geht davon aus, dass der oder die Täter auf den Ermittlungsdruck der Polizei reagiert hätten und das gestohlene Instrument in der Leichenhalle hinter einer Blumenvase deponiert hätten, damit es dort entdeckt wird. Die Klarinette befindet sich derzeit noch zur Spurensicherung bei der Polizei.

Konkrete Hinweise auf den Täter gebe es momentan noch nicht. Die Polizei werde aber ihre Zeugenbefragungen und Ermittlungen wegen Störung der Totenruhe fortsetzen, betont Petry. Denn: "Die Straftat bleibt ja auch nach der Rückgabe des Instruments bestehen".

Für die Familie von Birgit Noll ist es eine "große Erleichterung, dass die Klarinette wieder da ist und meine Tochter wieder das zurückbekommt, was ihr gehört", sagte Maria Noll, die Mutter der 2004 verstorbenen Reinsfelderin. Das Instrument habe für die Angehörigen vor allem einen unschätzbar hohen ideellen Wert. Wenn die Familie die Klarinette wieder in den Händen hält, will sie ihr Enkel Christian Geilfus wieder wie vor dem Raub hinter einer in den Grabstein eingelassenen Plexiglasscheibe einbauen. "Ich glaube nicht, dass so etwas wieder passiert", sagt Maria Noll. Über den dreisten Diebstahl ist sie nach wie vor "traurig und entsetzt". Gefreut hat sie sich aber über die große Anteilnahme, die die Familie erfahren habe. "Das ganze Dorf ist wütend auf diejenigen, die das gemacht haben", sagt Noll.