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Gesundheitsämter in der Region halten sich für gewappnet, solange es keine massenhaften Infektionen gibt.

Gesundheit : So arbeitet das Lagezentrum in Trier

Corona: Gesundheitsämter in der Region halten sich für gewappnet, solange es keine massenhaften Infektionen gibt.

Die Behörden in der Region seien gut gerüstet für den Fall, dass auch hier eine Corona-Infektion nachgewiesen werde. Das sagt der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz. Der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landkreistages schränkt aber ein, dass im Falle eines massenhaften Ausbruches des neuartigen Virus viele, vor allem kleinere Gesundheitsämter an ihre Grenzen kommen könnten. Dass die Ämter seit den 1990er Jahren keine eigenständigen Behörden mehr sind, sondern kommunalisiert wurden und damit – wie in der Region – zu den Kreisverwaltungen gehören, sei richtig. Gerade in Zeiten wie diesen, zahle sich das aus, so Schartz. Bei Bedarf könne man Personal aus der Trier-Saarburger Kreisverwaltung abziehen und im Gesundheitsamt arbeiten lassen, erklärt dessen Amtsleiter, Harald Michels.

Sowohl dort wie auch in den Ämtern in Daun, Bitburg und Wittlich sind alle ärztlichen Stellen besetzt, wie eine Nachfrage unserer Zeitung ergeben hat. „Für den Routinebetrieb ist dies auch ausreichend“, heißt es aus der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Doch bei einer Ausbreitung des Coronavirus in der Region muss diese Routine hintenanstehen. Dann hätten alle mit den Infektionen im Zusammenhang stehenden Aufgaben zunächst einmal Priorität, sagt Volker Schneiders, Leiter des Gesundheitsamts in Daun.

Im Trierer Gesundheitsamt herrschte am vergangenen Samstag eine solche Ausnahmesituation. Nachdem zunächst bei Michels die Meldung eingegangen ist, dass bei einer aus Italien per Bus über Luxemburg nach Trier eingereisten Familie der Verdacht einer Corona-Infektion bestehe (die drei kleinen Kinder wurden bereits in Italien wegen Fieber und Halsschmerzen behandelt), kam kurze Zeit später die Information, dass in einer Gemeinschaftseinrichtung zehn Personen an einem Atemwegsinfekt leiden würden und drei von ihnen Fieber hätten. Daraufhin hat Michels das Lagezentrum des Gesundheitsamts zusammengerufen. Zehn Mitarbeiter des Amtes, ein Vertreter der Integrierten Leitstelle in Trier und der ärztliche Leiter Rettungsdienst des Kreises Trier-Saarburg hätten den ganzen Tag über die Lage beobachtet. Bei einigen der Erkrankten aus der Gemeinschaftseinrichtung habe man im Gesundheitsamt Schnelltests auf eine Virus-Grippe durchgeführt. Bei einem sei dieser Test positiv gewesen. Damit sei ausgeschlossen, dass dieser an Corona erkrankt sei.

Dass die Ämter keine eigenständigen Behörden sind, macht sich in der Regel im Alltag kaum bemerkbar. Aber derzeit, wenn viele Bürger Nachfragen wegen Corona haben, zeigt sich der Nachteil der Kommunalisierung. Keines der Gesundheitsämter in der Region verfügt über eine eigene Internetseite. Nur über die Internetauftritte der Kreisverwaltungen kommt man nach einigem Suchen zu den entsprechenden Unterseiten der zugehörigen Gesundheitsämter. Immerhin informieren alle vier Landkreise und auch die Stadt Trier auf ihren Homepages über den aktuellen Stand in Sachen Corona.

Die Bürger seien verunsichert, sagt Michels. „Für Hysterie besteht aber kein Grund“, versichert Schartz. Das Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren, hält Michels für gering. Vor allem bei kleinen Kindern sei die Wahrscheinlichkeit nicht allzu groß. Allerdings existiere keine Immunität der Bevölkerung, weil das Virus zum ersten Mal auf Menschen übertragen worden sei. Problematisch sei auch, dass es Fälle gebe, bei denen Infizierte aufgrund schwacher Symptome gar nicht bemerkten, dass sie sich angesteckt hätten und deswegen nicht zum Arzt gehen. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hat mit den Ärzten im Land vereinbart, dass Patienten mit Fieber oder Symptomen von Atemwegserkrankungen nicht mehr zwingend in die Praxen der niedergelassenen Hausärzte gehen müssen. Stattdessen sollen die Ärzte zu den Patienten nach Hause kommen oder diese außerhalb der regulären Sprechzeiten in die Praxis kommen lassen.