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Politik: Gewerkschaft macht Druck: Busfahrer in Trier streiken

Politik : Gewerkschaft macht Druck: Busfahrer in Trier streiken

Am Dienstag wird’s im Berufsverkehr eng. Am Donnerstag soll auch in Kindergärten gestreikt werden. Die Kommunen lehnen Forderungen ab, die Gehälter um sechs Prozent zu erhöhen.

Erstmals in der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst wird es Morgen in der Region einen Warnstreik geben. Die Gewerkschaft Verdi hat die bei den Trierer Stadtwerken (SWT) beschäftigten Busfahrer zu einem ganztägigen Ausstand aufgerufen. Das Unternehmen rechnet mit erheblichen Einschränkungen im innerstädtischen Busverkehr. Lediglich die Linien, die die SWT an andere Unternehmen vergeben haben, würden uneingeschränkt fahren. Konkret sind das laut SWT die Linien 12 (Hauptbahnhof zur Hochschule), 17 (Ehrang) und 33 (Bonerath nach Morscheid). Die Stadtwerke wollen mit angemieteten Bussen einen Pendelverkehr zwischen dem Hauptbahnhof und Nikolaus-Koch-Platz anbieten. Zwischen 8 und 17 Uhr sollen die Busse im 15-Minuten-Takt fahren.

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Vor allem im Berufs- und Schülerverkehr dürfte es zu Problemen kommen. Grundsätzlich besteht Schulpflicht für die Kinder, das heißt, sie müssen zur Schule kommen. „Bitte sorgen Sie dafür, dass trotz der widrigen Umstände Ihre Kinder zur Schule kommen, auch wenn dies mit Verspätungen einhergeht“, rät die Integrierte Gesamt­schule Trier.

Man wisse, dass man sich mit dem ganztägigen Warnstreik der Busfahrer den Ärger von Eltern und Berufspendlern einhandle, sagt Thomas Müller, Bezirksgeschäftsführer von Verdi. Man wolle aber den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Für kommenden Donnerstag ruft die Gewerkschaft GEW die Erzieher in kommunalen Kindergärten zum Warnstreik auf, betroffen davon ist unter anderem die Kita Wittlich-Neuerburg.

Die Gewerkschaften fordern für die deutschlandweit 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr. Dies betrifft unter anderem Erzieher an kommunalen Kindergärten, Mitarbeiter von Müllabfuhr, Straßenreinigung, kommunalen Kliniken, Sparkassen und Bundespolizisten. Die nächste Verhandlungsrunde ist für 15. und 16. April geplant. Bislang lehnen die Arbeitgeber die Forderungen ab. Diese würden allein bei den kommunalen Arbeitgebern im Land eine Steigerung von Personalkosten von 372 Millionen Euro bedeuten, sagt Niklas Benrath, Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Rheinland-Pfalz. In den Haushalten der Kommunen in der Region sind Tariferhöhungen für die Beschäftigten von höchstens 2,8 Prozent einkalkuliert.