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Gewitter zieht über die Region - Feuerwehr pumpt Keller aus - Bäume an der B50 umgestürzt

Gewitter zieht über die Region - Feuerwehr pumpt Keller aus - Bäume an der B50 umgestürzt

Unwetter mit starken Regenfällen haben am Donnerstagmorgen im Norden von Rheinland-Pfalz zahlreiche Straßen überflutet und Häuser unter Wasser gesetzt. Am Abend setzte erneut Regen über der Region ein, die Feuerwehren mussten einige vollgelaufene Keller leerpumpen. Bei Bitburg stürzten Bäume auf die Straße.



Update 7 Uhr: Während im Konzer Tälchen laut Polizei mindestens fünf Keller unter Wasser standen und von der Feuerwehr ausgepumpt werden mussten, kam es auf der Verbindungsstraße zwischen Konz und Niedermennig zu Geröll auf der Fahrbahn. Die Ursache hierfür dürfte sein, dass ein Zufluss zum Konzer Bach die Wassermassen nicht mehr fassen konnte und sich über einen Waldweg in Richtung der Landstraße 131 ergoss. Die Fahrbahn konnte durch Feuerwehr, Polizei und Straßenmeisterei gereinigt werden, die Verkehrsbehinderungen waren gering. Anders sah dies an der L133 aus, die zwischen den Ortslagen Freudenburg und Kirf kurzzeitig gesperrt werden musste. Hier kam es zu einem Hangrutsch und Überspülungen der Fahrbahn an mehreren Stellen. Die Sperrung wurde nach Räumung und Reinigung der Fahrbahn durch die anliegenden Feuerwehren sowie die Straßenmeisterei Saarburg wieder aufgehoben. Schließlich wurde auf der Bundesstraße 51 zwischen Serrig und Saarburg eine Gefahrenstelle festgestellt. Hier stand Oberflächenwasser auf der Fahrbahn, die Gefahrenstelle konnte durch die Straßenmeisterei beseitigt werden. Personen kamen nicht zu Schaden. (Red)

Update 1 Uhr: In der Vulkaneifel, wo in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Bäche und Flüsse über die Ufer traten und für Verwüstungen sorgten, blieb es nach Aussage der Polizei in Daun diesmal ruhig. Lediglich ein Baum sei umgestürzt, die Straßen seien frei. Auch der Polizei in Bitburg sind keine weiteren Vorkommnisse bekannt. Die B50 ist zudem wieder geräumt. (mc)

Update 00:15 Uhr: Der Wetterdienst hat die Warnungen für die Region aufgehoben. In Niedermennig läuft noch der Feuerwehreinsatz, es gebe aber keine Verkehrsbehinderungen, so ein Sprecher der Polizei. Zwischen Freudenburg und Kirf (Kreis Trier-Saarburg) musste allerdings die L133 gesperrt werden, Steine waren auf die Straße gestürzt. Die Aufräumarbeiten sind im Gange. Weitere Vorfälle seien nicht bekannt. (mc)

Update 23:15 Uhr: Im Konzer Stadtteil Niedermennig muss die Feuerwehr derzeit mehrere vollgelaufene Keller in Gebäuden an insgesamt sechs Straßen im Ort leerpumpen, so ein Sprecher der zuständigen Leitstelle. Man habe die Lage im Griff. Der Konzer Bach war hier über die Ufer getreten. 65 Mitglieder der freiwilligen Wehren aus Konz, Krettnach, Niedermennig und Oberemmel seien im Einsatz, der voraussichtlich noch etwa zwei Stunden andauern würde. Ein weiterer Einsatz läuft im Raum Saarburg. In Trier liegt der Pegel der Mosel bei derzeit 6,01 Metern, meldet das Hochwassermeldezentrum Mosel. Bei Zeltingen liegt der Pegel bei 6,70 Meter. (mc)

Update 22.30 Uhr: Die Freiwillige Feuerwehr Wittlich rät Lieser-Anrainer zu erhöhten Aufmerksamkeit über die ganze Nacht hinweg. Der Pegel der Lieser sinke zwar seit heute Morgen, teilt die Wehr auf ihrer Facebook-Seite mit . Die Gesamtsituation sei aber sehr komplex, sodass erneut steigende Pegel nicht gänzlich ausgeschlossen werden können. Ein Gewitter mit heftigem Regen hat am frühen Donnerstagabend in Koblenz zahlreiche Keller volllaufen lassen. Die Feuerwehr sei mit fast 50 Leuten im Einsatz, um die Schäden zu beheben, sagte ein Sprecher. Es habe etwa eine Stunde lang geregnet und die Kanalisation habe das viele Wasser nicht mehr aufnehmen können. An der Bahnstrecke nach Niederlahnstein sei ein Baum in Brand geraten, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Regionalzüge mussten für die Dauer der Löscharbeiten umgeleitet werden, deshalb sollte es Verspätungen von etwa 20 Minuten geben. (dpa/red)

Update 22 Uhr: Der Wetterdienst hat am Donnerstagabend alle Unwetterwarnungen für Deutschland vorerst aufgehoben. Allerdings werde weiterhin vor „markanten Gewittern“ in weiten Bereichen Deutschlands gewarnt, teilte der DWD mit. Die Gewitter sollten sich im Laufe der Nacht zum Freitag zwar weiter abschwächen, dennoch sind örtlich unwetterartige Entwicklungen weiterhin nicht ausgeschlossen, wie es vom DWD weiter hieß. Es würden dann entsprechend neue Warnungen herausgegeben. Im Eifelkreis sind am Abend gegen 19.30 Uhr mehrere Bäume an der B50 östlich von Bitburg umgekippt, die Feuerwehr richtete für die Räumarbeiten eine Umleitung ein, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte. An der Mosel ist die Kreisstraße zwischen Reil und Kröv-Kövenig derzeit wegen Hochwasser gesperrt. In Trier überprüfte die Polizei die Bonner Straße am Moselufer. Sie könne aber weiterhin befahren werden. Eine Überprüfung laufe derzeit auch in Niedermennig (Kreis Trier-Saarburg), hier sei der Konzer Bach, ein Nebenfluss der Saar, über seine Ufer getreten. (dpa/mc)

Update 21 Uhr:
Die angekündigte Regenfront zieht über die Region. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einzelnen Gewittern mit Niederschlagsmengen von 15 bis 25 L/qm pro Stunde und Windböen. Auf Nachfrage teilte die Leitstelle in Trier mit, dass es kleinere Einsätze in Daun, Kelberg und Bitburg gegeben habe. Zudem musste die Feuerwehr in Trier-West am Tempelweg und in Trier-Biewer wegen vollgelaufener Keller aktiv werden. Das Ganze habe aber nicht das Ausmaß der vergangenen Einsätze, so ein Sprecher der Leitstelle. (mc)

In Trier sammelte sich einem User zufolge Wasser auf einem Abschnitt der B53 bei Trier-Pallien, die an der Mosel entlangführt. Weiter östlich, in Klüsserath, wurde ein Campingplatz sicherheitshalber geräumt: Die Wohnwagen wurden von der Feuerwehr und Campern hinter dem Damm auf freie Wiesenflächen in Klüsserath gebracht. Eine Camperin erzählt, dass sie begeistert sei von der Hilfsbereitschaft der Feuerwehr und den freiwilligen Helfern aus dem Ort. Sie sei froh, dass solche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Vor drei Jahren, so sagt sie, hatten sie nur drei Stunden Zeit gehabt um zu "flüchten". An den tiefer gelegenen Stellen ist der Platz bereits überflutet. Ob und wann es zu einer Überflutung des Platzes kommt, ist abzuwarten. Am Abend stagnierte die Mosel am stagnieren, aber es werden weitere Regenfälle erwartet. (siko/red)

Update 19:44 Uhr, Zusammenfassung am Donnerstagabend:
Das Flüsschen Ahr schwoll am Donnerstagmorgen innerhalb weniger Stunden zu einem gewaltigen Fluss an. In Altenahr (Kreis Ahrweiler) wurde 21 Camper am Donnerstag mit dem Hubschrauber gerettet, 9 weitere mit dem Schlauchboot. In Müsch holten Feuerwehrleute zwei Männer vom Dach ihres feststeckenden Lastwagens. An mehreren Schulen in Altenahr sowie im Schulzentrum in Adenau fällt der Unterricht wegen des Hochwassers mehrere Tage aus.

Einige Camper auf dem Zeltplatz in Kreuzberg seien in der Nacht von den Wassermassen überrascht worden und dann in ihren Wohnwagen gefangen gewesen, sagte Frank Linnarz, Wehrleiter von Altenahr. Einige konnten auf die Dächer ihrer Wohnwagen klettern, andere mussten im Inneren stundenlang im kalten Wasser ausharren. „Sie kamen wegen der Strömung nicht raus“, sagte Linnarz. Einige der Camper wurden wegen Unterkühlung versorgt; eine Frau wurde deswegen zur Uniklinik in Bonn geflogen.

Mehrere Campingwagen wurden von dem Fluss, der über die Ufer getreten war, weggespült. Sie blieben an Brückenpfeilern hängen. Die Feuerwehr pumpte mehr als 100 Keller entlang der Ahr leer. Teilweise schwappte das Wasser auch in die Häuser, sagte Linnarz. „Wir haben 1000 Sandsäcke abgefüllt, mit denen die Bewohner ihre Türen absichern konnten“, sagte er. Zahlreiche Heizöltanks in den Kellern hätten Leck geschlagen. Wegen schmorender Elektroinstallationen habe die Feuerwehr an vielen Orten Atemschutzgeräte getragen.

Umgestürzte Bäume, Geröll, Schlamm und Überflutungen machten in mehreren Landkreisen Bundes- und Landstraßen unpassierbar. In Monzingen (Kreis Bad Kreuznach) stand die Soonwaldstraße unter Wasser; im benachbarten Königsau war die Bundesstraße 421 überschwemmt.

Stundenlang fürchteten die Menschen in Wittlich, dass ihre Altstadt überflutet werden könnte. Dann aber fiel der Pegel des Flusses Lieser am Vormittag wieder. Als ein „großes Aufatmen, Durchatmen“ beschrieb Stadtsprecher Rainer Stöckicht die Situation. Die Westnetz GmbH erklärte, nur in 15 Häusern habe der Strom abgestellt werden müssen. Zuvor war befürchtet worden, dass der ganze tiefliegende Teil der Innenstadt mit rund 2000 Haushalten vom Netz genommen werden muss.

Die Ahr habe mit 3,96 Metern am Vormittag einen bislang noch nie gemessenen Wasserstand erreicht, sagte ein Sprecher der örtlichen Polizei. Selbst beim Jahrhunderthochwasser im Jahr 1993 habe der Pegel darunter gelegen. Innerhalb eines Tages sei der Fluss um 2,70 Meter angeschwollen. Normalerweise liegt der Pegel der Ahr bei rund einem Meter - nun reichte es sogar, um mit dem Kanu an den Fachwerkhäusern entlangpaddeln. Eine ältere Frau aus Ahrweiler, die zunächst als vermisst gemeldet war, wurde nach Polizeiangaben wieder gefunden.

Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Polizei waren quer durch die Eifel und im Hunsrück im Dauereinsatz. Auch die Feuerwehr Koblenz half aus, etwa durch die Installation einer Sandsackfüllanlage und große Pumpen. Im Kreis Vulkaneifel liefen Dutzende Keller voll, wie ein Sprecher der Feuerwehr in Trier sagte. Zudem wurden etliche überflutete Straßen sowie umgestürzte Bäume gemeldet. „Anrufe von Bürgern kamen im Minutentakt.“ Betroffen seien viele kleine Orte im ganzen Kreis. Besonders viele Notrufe seien aus Neroth gekommen.

In Daun (Kreis Vulkaneifel) musste ein Kran abgesichert werden, wie die Sprecherin der Kreisverwaltung sagte. Das Fundament sei aufgeweicht gewesen. Man habe Angst gehabt, der Kran könne umstürzen. Inzwischen sei die Lage aber wieder entspannter. Insgesamt seien 33 Feuerwehren des Kreises in der Nacht im Einsatz gewesen.
Nach Angaben der Polizei in Daun drohte in Hillesheim-Niederbettingen ein Hang abzurutschen. Eine Person musste aus ihrem Auto gerettet werden, nachdem sie in einem überfluteten Streckenabschnitt der Landesstraße 46 liegengeblieben war.

So schlimm, dass eine Katastrophenwarnung ausgerufen werden musste, sei es nicht gekommen sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung Ahrweiler. Der Abfall, der durch das Hochwasser entstand, nimmt der Kreis aber kostenlos entgegen.

In den kommenden Tagen sind in der Region weitere Unwetter mit Schauern angekündigt. Die Gewitter könnten laut Deutschem Wetterdienst mit Starkregen von 20 Litern pro Quadratmeter und Hagel einhergehen. „Das kann sehr punktuell runterkommen“, sagte Stadtsprecher Stöckicht in Wittlich. Deswegen könne es sein, dass der Pegel der Lieser weiter falle oder auch weiter ansteige.

Die Hochwassermeldezentren warnten, dass vor allem kleine Gewässer in der Eifel bei neuen regionalen Unwettern schnell und stark ansteigen könnten. Die Böden seien bereits weitgehend gesättigt. Nach einem zeitweiligen Rückgang stiegen die Pegel in Maxau bei Karlsruhe und Speyer wieder an. Die Meldehöhe von 7,00 Metern sollte aber voraussichtlich nicht erreicht werden, erklärte das Hochwassermeldezentrum in Mainz. Durch den erhöhten Zufluss aus der Mosel wurde auch in Koblenz, Neuwied und Andernach wieder etwas mehr Wasser erwartet. Die Schifffahrt musste bislang nicht unterbrochen werden.

Musik-Fans, die am Wochenende zu „Rock am Ring“ pilgern, dürften hingegen von Hochwasser verschont blieben. Zwar könnte es in Mendig in der Osteifel laut Vorhersage stark regnen. Aber: „Da ist kein Bach, da gibt es keine große Überschwemmung. Die Fans werden nur schön nass werden“, sagte ein Polizeisprecher. (dpa)

------------------------------Die Ereignisse am Donnerstagvormittag und -mittag zum Nachlesen:

Gewitter zieht über die Region - Feuerwehr pumpt Keller aus - Bäume an der B50 umgestürzt
Foto: Klaus Kimmling
 RInder und Kälber standen am Morgen auf einer Weide bei Platten im Wasser. Sie wurden in letzter Minute gerettet.
RInder und Kälber standen am Morgen auf einer Weide bei Platten im Wasser. Sie wurden in letzter Minute gerettet. Foto: Agentur Siko
Gewitter zieht über die Region - Feuerwehr pumpt Keller aus - Bäume an der B50 umgestürzt
Foto: Klaus Kimmling
Gewitter zieht über die Region - Feuerwehr pumpt Keller aus - Bäume an der B50 umgestürzt
Foto: Klaus Kimmling