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Grenzüberschreitende Fahndung nach einem Sex-Täter

Grenzüberschreitende Fahndung nach einem Sex-Täter

Belgische, deutsche und niederländische Strafverfolgungsbehörden fahnden nach einem Sexualstraftäter, der in den zurückliegenden 19 Jahren in Ostbelgien, Nordrheinwestfalen, dem Saarland und den Niederlanden (Steijl bei Venlo) als Vergewaltiger und als Täter für andere Sexualdelikte in Erscheinung getreten ist.

Die Ermittler kennen mittlerweile die „Handschrift“ des Täters: So erfolgten die Vergewaltigungen, nachdem der Täter in Altenheime, Wohngebäude oder Studentenwohnheime eingestiegen war oder sich eingeschlichen hatte. In mehreren Fällen war er seinen Opfern auch mit dem Pkw oder zu Fuß gefolgt.

Anders sah die Vorgehensweise bei der sogenannten „Mitleidsmasche“ aus. Hier klingelte er an der Tür und gab vor, auf der Suche nach einer Behindertenstätte zu sein und auf Grund einer Behinderung seine Arme nicht bewegen zu können. Er bat dann um Hilfe beim Urinieren. Helfen ihm die Frauen, stellt sich heraus, dass sein Vorgehen eindeutig sexuell motiviert ist.
Der Zusammenhang zwischen den Taten konnte auch deshalb hergestellt werden, weil in bislang neun Fällen bei der Spurensicherung DNA des Täters gefunden wurde.

So konnten sieben Vergewaltigungen, eine „Mitleidsmasche“ und ein Fall von Exhibitionismus (hier manipulierte er vor den Augen seines zuvor verfolgten Opfers an seinem Glied) dem gleichen Täter zugeordnet werden. Daneben gibt es rund 60 weitere Fälle (darunter 14 Vergewaltigungen), für die er auf Grund seiner Vorgehensweise als Täter in Frage kommt. Diese Zahl könnte noch steigen, da nach Einschätzung der Ermittler noch lange nicht alle Fälle der „Mitleidsmasche“ bei der Polizei angezeigt wurden.
Die bis jetzt bekannt gewordenen Tatorte liegen in Ostbelgien (Eupen, Raeren, Bütgenbach, St.Vith), der angrenzenden Wallonie (Weismes und Herve), Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf, Krefeld, Saarbrücken und Steijl bei Venlo (Niederlande).
Die Polizeibehörden gehen davon aus, dass der Täter sich aktuell abwechselnd im Raum Eupen/Weismes und im Bereich Köln/Bonn aufhält.

Trotz intensiver Ermittlungen weiß die Polizei nicht viel über das Aussehen des Mannes. Fest steht: Er wird als 35- bis 50-Jähriger von normaler Gestalt und Körpergröße mit dunklem Haar beschrieben. Schon bei der Nationalität oder Ethnie des Täters gehen die Beschreibungen der Opfer auseinander. Zwar wurden „Phantombilder“ veröffentlicht, doch führten diese ebenso wenig zum Erfolg wie eine Fahndung in der Sendung „Aktenzeichen XY“ im März 2007. Die Opfer beschrieben den Täter sehr unterschiedlich. Die bisher erstellten Phantombilder weichen daher erheblich voneinander ab, weshalb auf die Veröffentlichung dieser sehr unterschiedlichen Phantombilder verzichtet wird.
Betreffend des Tatverdächtigen möchte die Polizei insbesondere darauf hinweisen, dass das Auffällige an ihm seine Unauffälligkeit ist. Ihm steht ganz sicher nicht auf der Stirn geschrieben, dass er ein Sexualstraftäter ist. Er ist der unscheinbare Nachbar, dem niemand diese Tat zutraut.
Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung und fragt: Wer kennt einen Mann, der Bezüge zu den genannten Tatregionen aufweist?
Darüber hinaus werden Frauen, die ebenfalls Opfer solcher Straftaten wurden, dringend gebeten, dies der Polizei zu melden. Dies gilt auch für Vorfälle, die bis zu 20 Jahre zurückliegen können.

Hinweise an: Polizeizone Weser-Göhl : Rufnummer 087/55.25.80 oder im Internet www.polizei-weser-goehl.be