Öko-Produkte: Große Nachfrage, große Auswahl: Bio-Lebensmittel immer beliebter

Öko-Produkte : Große Nachfrage, große Auswahl: Bio-Lebensmittel immer beliebter

Von wegen Nischenprodukt! Ökologisch erzeugte Nahrungsmittel gibt es inzwischen überall in der Region zu kaufen, die Umsätze der Einzelhändler und Discounter steigen und steigen.

Die Zeit, in der Bio-Lebensmittel ein Nischendasein fristeten, sind vorbei. Discounter werben seitenweise für ökologisch erzeugte Samen, Müslis, Milchprodukte, Nudeln oder Wurstwaren. Und seit Anfang Januar bietet Lidl sogar Produkte an, die nach den strengen Auflagen des Biolandverbands produziert wurden. Die Begründung für die langfristig angelegte Partnerschaft: „Wir wollen hochwertige Bio-Produkte in die Mitte der Gesellschaft bringen.“

Der Eifeler Landwirt Regino Esch, Landesvorsitzender von Bioland, sagt dazu: „Wenn wir die 20 Prozent Bio in der Fläche wollen – oder eigentlich 100 Prozent –, dann können wir nicht nur auf den Bio-Fachhandel setzen.“ Der größte Zuwachs im Bio-Bereich sei nun mal beim Lebensmitteleinzelhandel und den Discountern zu verzeichnen.

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Wie wichtig diese für die Bio-Branche sind, zeigen auch die Zahlen, die vergangene Woche während der Naturkostmesse Biofach in Nürnberg veröffentlicht wurden: Die wichtigste Vermarktungsschiene für Öko-Produkte ist inzwischen der konventionelle Lebensmittelhandel, über den 59 Prozent der Öko-Lebensmittel abgesetzt wurden (Zahlen aus dem Jahr 2017). Danach folgten der Naturkosthandel mit 29 Prozent und Sonstige mit knapp zwölf Prozent: Direktvermarkter, Wochenmärkte oder Bäckereien.

Die Zahlen zeigen auch: Der deutsche Markt für Bio-Produkte wächst weiter. Im vergangenen Jahr wurden Bio-Lebensmittel im Wert von 10,91 Milliarden Euro verkauft – das seien 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr, berichtete der Bund Ökologischer Landwirtschaft. 2018 sei eine Fläche von fast 110 000 Hektar neu auf Öko-Landbau umgestellt worden. Das entspricht rund 150 000 Fußballfeldern.

Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner betont, die Nachfrage steige: „Das neunte Jahr in Folge ist die Branche gewachsen, der Umsatz hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt.“ Diesen Trend bestätige das Öko-Barometer 2018: Demnach kaufen 78 Prozent der befragten Verbraucher Bio-Produkte: 50 Prozent gelegentlich, 25 Prozent häufig. Die wichtigsten Gründe sind artgerechte Tierhaltung, das gaben 95 Prozent der Befragten an, und die Regionalität (93 Prozent). Jeweils 89 Prozent wollen zum Umweltschutz beitragen, 86 Prozent wollen explizit die Verbreitung des ökologischen Landbaus unterstützen.

Deutlich wird laut Klöckner: Verbraucher legten Wert auf Tierwohl, Regionalität und Nachhaltigkeit. Und sie seien bereit, dafür auch mehr zu zahlen. „Das ist ein klares Votum, das ich ernst nehme“, sagt die Ministerin, die ankündigt, den Öko-Landbau weiter zu fördern. So habe sie den Etat für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau für 2018 und 2019 von 20 auf jeweils 30 Millionen Euro erhöht.

Wie sehr Bio-Produkte in die Mitte der Gesellschaft drängen, zeigen auch Beispiele aus Trier: eine Traditionsfleischerei, die nun Bioland-Wurst produziert und ein Edeka, an dessen Frischtheke man nur noch Bio-Schwein und Bio-Rind kaufen kann.