Grundschule Lünebach mit sofortiger Wirkung geschlossen

Grundschule Lünebach mit sofortiger Wirkung geschlossen

Mit dem Ferienbeginn haben die Kinder der Grundschule St. Gertrud Lünebach ihre Schule hinter sich gelassen – ein Wiedersehen nach den großen Ferien wird es aber nicht geben. Wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier mitgeteilt hat, wird die Schule mit sofortiger Wirkung geschlossen.

„Wir haben versucht, die Schule auch mit nur noch 24 Schülern zu halten“, sagt Eveline Dziendziol, Pressesprecherin der ADD. Dazu wären die Kinder in den Hauptfächern wie Mathematik in zwei kombinierten Gruppen aus den Klassen eins und zwei sowie drei und vier unterrichtet worden. Die übrigen Fächer wie Sport oder Musik hätten alle 24 Schüler gemeinsam gehabt. Doch für die neue erste Klasse wären nur vier Kinder angemeldet worden. „Die Eltern haben sich für Schulen mit größeren Perspektiven entschieden und ihre Kinder an anderen Schulen angemeldet, sodass wir keine andere Möglichkeit hatten, als die Schule zu schließen“, sagt Dziendziol. „Alle waren aber rechtzeitig über die Aussichten informiert, sodass niemand überrascht wurde“, sagt Dziendziol.

Im kommenden Schuljahr wird der Großteil der Kinder – genau 21 – die Grundschule in Pronsfeld besuchen. Zwei sollen nach Waxweiler wechseln, eines nach Bleialf. Auch die eine Lehrerin, die in Lünebach vollzeit unterrichtet hat – unterstützt wurde sie von einer Teilzeitkraft – wird nach Auskunft der ADD nach Pronsfeld wechseln. Ein deutlicher Zuwachs also für die St.-Remigius-Schule. „Das dürfte aber meines Wissens nach kein Problem sein“, sagt Dziendziol. Auf der Homepage ist jedenfalls zu lesen, dass man sich auf die neuen Schüler aus Lünebach freue.

Gedrückte Stimmung in Arzfeld

Eher bedrückt ist man dagegen im Rathaus der Verbandsgemeinde Arzfeld, die wieder eine Schulschließung hinnehmen muss. „Für uns ist das natürlich bedauerlich“, sagt Bürgermeister Patrick Schnieder. „Wir haben uns lange dafür eingesetzt, dass die Schule erhalten bleibt.“ Seit Jahren sei die Schule mit einer stabilen Zweiklassigkeit sehr gut zurechtgekommen. „Das war auch pädagogisch nie ein Problem“, sagt Schnieder. Aber offensichtlich hätten die Rahmenbedingungen jetzt nicht mehr gestimmt. Auch der neue Ortsbürgermeister Peter Lauer bedauert die Entscheidung der ADD. „Das ist keine gute Nachricht, das kann man gar nicht anders sagen.“

Als Schulträgerin ist die Verbandsgemeinde jetzt gefordert, nach der offiziellen Schulschließung, die die ADD jetzt in die Wege leitet, den Schulbezirk Lünebach neu zu regeln. Das heißt, die Verbandsgemeinde entscheidet dann darüber, in welche Grundschule die Kinder aus dem Bereich Lünebach künftig gehen sollen.

Die Schulleitungen aus Waxweiler – für Lünebach zuständig – und Pronsfeld wollen sich nicht zur Umstrukturierung äußern. .

Meinung: Die ADD folgt den Eltern

Von Christian Brunker

Wieder einmal verliert die Schullandschaft im Eifelkreis einen Standort, doch es trifft zum ersten Mal eine Grundschule. Mit der Schließung vollendet die ADD aber nur eine Entwicklung, die die Eltern schon lange eingeleitet haben. Angesichts immer weiter sinkendender Anmeldezahlen war es nur folgerichtig, die Schule zu schließen - auch wenn die ADD immer wieder den besonderen Schutz der Grundschulen proklamiert und sich die Zweiklassigkeit in Lünebach über Jahre bewährt hat. Bildungsministerin Doris Ahnen hat mit dem Motto: „Kurze Beine, kurze Wege“ die Grundschulen zwar unter besonderen Schutz gestellt, doch wenn das Interesse einfach nicht mehr vorhanden ist, bleibt dem Innenministerium keine andere Möglichkeit mehr. Schließlich ist es nicht sinnvoll, ein teures Angebot vorzuhalten, dass von den Eltern offensichtlich nicht mehr gewünscht wird. Für Lünebach, der damit ein wichtiges Angebot verliert, ist es natürlich sehr bedauerlich.

c.brunker@volksfreund.de