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Handys entlarven Heiratsschwindler aus der Region Daun

Handys entlarven Heiratsschwindler aus der Region Daun

Die große Liebe war nur eine arglistige Täuschung. Mit dieser Enttäuschung muss derzeit eine Dürenerin zurecht kommen, deren vermeintlicher Verlobter wohl nur auf ihr Geld aus war. Die Polizei sucht jetzt nach weiteren Geschädigten in der Region. Der Mann stammt aus der Region Daun.

(red/mek) Für die 40 Jahre alte Frau hatte alles mehr als viel versprechend begonnen. Aus einer Internetbekanntschaft wurde im Oktober des vergangenen Jahres schnell eine Liebesbeziehung, bei der ihr ein Mann aus der Vulkaneifel eine gemeinsame Zukunft versprach, wenn er denn erst mal geschieden sei.

"Wir ermitteln, ob der Mann das Internet mehrfach nutzte, um so an Frauen heranzukommen", sagt Ralf Meurer, Pressesprecher der Polizei Düren.

Bei seinen regelmäßigen Besuchen in der Dürener Wohnung der Geschädigten und in vielen SMS beteuerte der aus der Region Daun stammende Mann immer wieder die Ernsthaftigkeit seiner Absichten. Zwischendurch ließ er jedoch immer wieder durchblicken, dass er auch gewisse Probleme habe. So gab er im Januar diesen Jahres plötzlich vor, dass er einen Haftbefehl wegen Steuerschulden anzutreten habe, wenn er nicht 25.000 Euro ans Finanzamt zahle.

Aus Angst, den Verlobten dann nicht mehr sehen zu können, bat die selbst nicht in Reichtum gebettete 40-Jährige schließlich einen guten Bekannten, einen ihr selbst von der Bank verweigerten Kredit zu beantragen. Den wahren Grund für den Geldbedarf verschwieg die Frau dabei. Denn scheinbar überkamen sie schon da einige Zweifel.
Als das Geldunternehmen bereits einen Kreditantrag vorbereitet hatte, wollte die 40-Jährige dann doch noch erst den angeblichen Haftbefehl vom Verlobten vorgelegt bekommen. Als dies jedoch nie geschah, bat sie schließlich den ahnungslosen Bekannten von der Kreditbeantragung abzusehen.

In den folgenden Monaten trat ihr erhoffter Lebenspartner dann wiederholt an die 40-Jährige mit ansehnlichen Geldforderungen, zum Beispiel für ein neues Auto, heran, erlangte jedoch lediglich mehrere hundert Euro von der Dürenerin, die nach wie vor auf die Ehe hoffte.

Drei Handy entlarven den Schwindler


Erst Mitte August kam das hinterhältige Doppelspiel des Eifelers heraus, nachdem sie eine Jacke von ihm angezogen hatte und dort gleich drei Mobiltelefone entdeckte. Der Rest ist weibliche Neugier. Um seine Spuren zu verwischen, entwendete der Tatverdächtige am Ende noch die SIM-Karte aus dem Handy seiner „Verlobten“ und verschwand.

Die Polizei konnte trotz des konspirativen Vorgehens inzwischen die richtigen Personalien des „Verlobten“ ermitteln. Derzeit scheint festzustehen, dass der 40 Jahre alte Tatverdächtige der Dürenerin lediglich eine Legende präsentierte. So hatte er ihr gegenüber falsche Personalien und einen nicht zu treffenden Wohnort angegeben. Auch weitere Lebensumstände waren offenbar nur erdichtet. Verschwiegen hatte er unter anderem, dass er seit Jahren mit einer festen Freundin in der Vulkaneifel zusammenlebt.

Gegen den etwa 180 cm großen und dunkelhaarigen Mann, bei dem ein Goldzahn im Oberkiefer markant ist, wurde ein Strafverfahren wegen Betruges eingeleitet. "Wir suchen nun nach eventuell weiteren Geschädigten, die möglicherweise aus Scham bislang keine Anzeige bei der Polizei erstattet haben", so Meurer.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 02421/949-8406 entgegen.