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So isst die Region
Hausmannskost für Anfänger

In dieser Folge haben sie die TV-Volontäre an eine weitere lokae Spezialität gewagt: Teerdich oder auch Stampes. Teerdich lässt sich relativ schnell und einfach zubereiten. Eine genaue Anleitung, die Zutaten und Tipps für die Zubereitung finden Sie im Infokasten.
In dieser Folge haben sie die TV-Volontäre an eine weitere lokae Spezialität gewagt: Teerdich oder auch Stampes. Teerdich lässt sich relativ schnell und einfach zubereiten. Eine genaue Anleitung, die Zutaten und Tipps für die Zubereitung finden Sie im Infokasten. FOTO: TV / Patricia Prechtel
Trier. Für die Serie Heimat-Genuss stellen sich die TV-Volontäre an den Herd und testen Traditionsgerichte aus der Region. Im dritten Teil geht es mit einem Gericht weiter, das es im ganzen TV-Land in kleineren Abwandlungen gibt: Teerdich oder Stampes. Von Michaela Hellmann

Teerdich, Teerdisch, Tertisch – bei der Schreibung des Namens sind wir uns in der Redaktion nicht einig, finden sich doch alle möglichen Varianten im Internet. Stampes ist dagegen schon eindeutiger. Doch so vielfältig die Schreibweisen und Namen auch sind – dahinter steckt ein und dasselbe Gericht.

Hausmannskost für Anfänger: so könnte man Teerdich beschreiben. Auch ohne allzu viel Kocherfahrung war das Rezept für uns Volontäre einfach nachzukochen. Teerdich besteht im Wesentlichen aus vier Bestandstandteilen: Sauerkraut (oder auch sure Kappes), Kartoffelpüree, Speck und Zwiebeln. Bei unserem Stampes-Rezept wird alles miteinander vermengt und als Auflauf im Ofen gebacken.

In unserem Stampes-Rezept aus dem Internet wird als erster Schritt frisches Sauerkraut gerieben oder fein geschnitten und in Schmalz angebraten. Da hakt es bei uns allerdings: Reiben fällt schon mal flach, denn eine Küchenreibe können wir in unserer WG-Küche beim besten Willen nicht finden. Und ob wir Koch-Laien das Kraut so fein schneiden können, wie auf dem Foto gezeigt wird, bezweifeln wir, vor allem weil unsere Fingerkuppen nicht als Fleischeinlage im Topf landen sollen. Deshalb machen wir es uns einfach und kaufen fertiges Weinsauerkraut im Supermarkt. Wer sich allerdings nicht vor scharfen Haushaltsgegenständen scheut, sollte die haudünnen Streifen anschließend mit Wein ablöschen und mit Salz würzen.

Für das Kartoffelpüree nehmen wir überwiegend festkochende Kartoffeln, die wir schälen und in Viertel schneiden, damit die Kartoffelstücke beim Kochen schneller gar werden. Ab geht’s mit den Kartoffeln in einen Topf mit kochendem Wasser, einen Teelöffel Salz sowie einen Teelöffel gemahlenen Kümmel geben wir auch hinzu. Dann heißt es warten, bis die Grumbeere durch sind.

In der Zwischenzeit schneiden wir Zwiebeln sowie den Speck in Scheiben und braten beides in einer Pfanne goldbraun.

Teerdisch selbstgemacht FOTO:

Nach knapp 25 Minuten sind die Kartoffeln weich. Das Wasser gießen wir ab und geben heiße Milch sowie Sahne zu den Kartoffeln. Laut Rezept sollen wir alles verstampfen, wir entscheiden uns für den Pürierstab und das Ergebnis überzeugt. Das Kartoffelpüree ist sämig und schnell gemacht. Das gekaufte Sauerkraut geben wir zum Püree, verrühren alles und schmecken es mit Salz und Pfeffer ab.

Anschließend sollen wir eine Auflaufform mit der ersten Hälfte Speck und Zwiebeln auslegen. Da wir nur zwei Formen zur Auswahl haben (ganz klein oder ganz groß und leider keine Zwischengröße besitzen), müssen wir per Augenmaß abschätzen. Wir nehmen die große Form und gehen das Risiko ein, dass wir am Ende noch Platz haben. Die eine Hälfte Speck und Zwiebeln geben wir in die Form und verteilen alles. Darauf geben wir die komplette Sauerkraut-Kartoffelpüree-Mischung. Den restlichen Speck und die Zwiebeln verteilen wir als letzte Schicht obendrauf.

Die Form decken wir mit Alufolie ab. Nun darf sich der Teerdich 25 Minuten bei 200 Grad im Ofen unter seiner Alu-Haube bräunen. Dann befreien wir den Teerdich von der Folie und lassen ihn noch fünf Minuten im Ofen brutzeln. Der Duft, der aus dem Ofen strömt, ist schon mal vielversprechend.

Attraktiv und appetitlich sieht er nicht aus, der gelbliche Haufen, den wir aus der Form löffeln. Und auch der stylische Teller kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mischung aus Kartoffelpüree und Sauerkraut den Eindruck erweckt, dass das alles – nun ja – schon einmal gegessen worden ist. Doch wie der Volksmund gerne sagt: Die inneren Werte zählen. Und so ist es auch. Der Geschmack überrascht – und zwar positiv! Stampes ist wirklich lecker!

Nun isst man auch in anderen Teilen des Landes Sauerkraut mit Kartoffeln und Fleisch, aber die Mischung macht’s eben besonders. Alles zusammen als Auflauf, gebratene Zwiebeln und Speck dazu und alles verbindet sich zu einem neuen Geschmackserlebnis. Wie wir bei unserer Recherche herausfinden, isst man dazu eine Fleischbeilage wie Kassler, Bratwurst oder Eisbein.

Geschmacksbewertung:

Michaela: Mich hat wirklich überrascht, wie gut der Teerdich schmeckt! So wenig Aufwand und gleichzeitig so lecker. Ich bin Teerdich-/Stampes-Fan geworden und deshalb landet das Gericht auch auf meinem Speiseplan.

Vielleicht komme ich auf den Geschmack und mache sogar das Sauerkraut selbst. Dafür lohnt sich dann eine eigene Küchenreibe. Oder jemand hat Erbarmen und lädt mich zu Teerdich mit selbstgemachtem Sauerkraut ein. Note: 1

Patricia: Auch mir hat der Teerdich sehr gut geschmeckt! Es war wirklich nicht schwer zuzubereiten und auch die Zutaten waren nicht exotisch. Beim Kochen hat auf Anhieb alles geklappt und das obwohl wir Teerdich vorher nicht kannten.

Beim nächsten Mal werde ich auch versuchen, alles selbst zu machen, also auch das Sauerkraut selbst zuzubereiten. Ich kann mir außerdem auch gut vorstellen, mit verschiedenen Beilagen zu variieren und da einiges auszuprobieren. Auch von mir gibt es für dieses Gericht eine glatte 1.