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"Heilbronner Phantom" hinterlässt erneut DNA-Spuren

"Heilbronner Phantom" hinterlässt erneut DNA-Spuren

Rund 15 Monate nach dem Polizistinnenmord in Heilbronn hat die gesuchte mutmaßliche Täterin erneut ihren genetischen Fingerabdruck an einem Tatort hinterlassen. Genetisches Material des „Phantoms“ wurde nach einem brutalen Überfall am 9. Mai im Vereinsheim eines Angelsportvereins in Mettlach (Landkreis Merzig-Wadern) gesichert.

(dpa/lrs) Das teilte die Polizei in Heilbronn und Saarbrücken am Donnerstag mit. Damit wurde zum 33. Mal eine DNA-Spur der Frau gefunden, die im Zusammenhang mit mindestens drei Morden und anderen Straftaten auch in Frankreich und Österreich gesucht wird.

Bei dem Überfall im Saarland war eine 57 Jahre alte Frau von einem Mann niedergeschlagen worden, als sie das Vereinsheim im Wald reinigen wollte. Nachdem sie vor dem Gebäude die Stimmen von mindestens zwei Personen gehört hatte, betrat ein Mann die Hütte und schlug ihr unvermittelt gegen den Kopf. Dabei hatte er einen spitzen Gegenstand in der Hand, mit dem er die Frau, die ihren Kopf mit den Händen und Armen schützte, an beiden Unterarmen verletzte. Danach leerten die Täter ihren Geldbeutel und flüchteten. Am Tatort sicherten Kriminalbeamte die DNA-Spur der unbekannten Heilbronner Täterin.

Die „Frau ohne Gesicht“ soll im April 2007 am Mord an einer 22 Jahre alten Polizistin auf der Heilbronner Theresienwiese beteiligt gewesen sein. Auch ein junger Polizist war dabei schwer verletzt worden. Die Sonderkommission hat noch keine heiße Spur. Als Belohnung sind 150.000 Euro ausgesetzt. Soko-Leiter Frank Huber: „Jeder neue Treffer bietet uns neue Chancen, um einen entscheidenden Schritt voranzukommen. Wir werden dabei alle Möglichkeiten weiter konsequent verfolgen.“

In Baden-Württemberg wurde die DNA der Verdächtigen zuletzt nach einem Einbruch in Niederstetten im Main-Tauber-Kreis und in Oberstenfeld im Kreis Ludwigsburg gesichert. Im Saarland war die DNA-Spur im Oktober 2006 schon einmal aufgetaucht. Sie haftete nach einem versuchten Einbruch in ein Wohn- und Geschäftshaus an einem Stein, mit dem die Täter eine Terrassentür eingeschlagen hatten. Damals war ein Mann von Zeugen zur Tatzeit am Tatort beobachtet worden. Die Veröffentlichung eines Phantombildes dieses Unbekannten brachte bisher allerdings noch nicht den entscheidenden Hinweis. Die Polizei hatte es deswegen nicht ausgeschlossen, dass das Phantom äußerlich auch als Mann wahrgenommen werden könnte.

Die Ermittler waren im Zusammenhang mit dem Mord an drei Georgiern im Januar bei Heppenheim (Hessen) auf eine Gen-Spur der „Frau ohne Gesicht“ gestoßen. Tatverdächtig in dem Fall sind zwei aus Somalia und dem Irak stammende Männer. Einer war V-Mann des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz. Die Spur der Frau wurde in dem von den mutmaßlichen Tätern benutzten Fahrzeug entdeckt.