| 17:31 Uhr

Serie Heimat-Genuss
Süße Erinnerung an die Kindheit: Mäuschen (Video)

Die TV-Volontärin Michaela Hellmann gibt den fertigen Teig in die bereitstehende Fritteuse.
Die TV-Volontärin Michaela Hellmann gibt den fertigen Teig in die bereitstehende Fritteuse. FOTO: Nathalie Hartl
Trier. Die TV-Volontäre haben sich für die Serie Heimat-Genuss erneut in die Küche gewagt. Mit viel Teig und heißem Fett wurden mit Kantinenchef-Unterstützung süße Mäuschen gebacken. Von Julia Nemesheimer

Vom Löffel rutscht der helle Teig langsam in das heiße Öl. Es zischt und brodelt, während der kleine Klumpen langsam Farbe annimmt und vom Boden der Fritteuse nach oben steigt. Gleichzeitig wächst die Vorfreude auf das süße Gebäck, das gleich noch lauwarm den Weg in hungrige Mägen finden soll.

Nachdem wir in der vergangenen Woche bereits die Profi-Küche unseres Kantinenchefs René Riorgis kapern durften, um knusprig-würzige Flieten herzustellen, zeigte sich der Koch auch hier sehr hilfsbereit. Nicht nur die Fritteuse stellte er zur Verfügung, sondern auch eine leistungsstarke Küchenmaschine, die den Teig praktisch im Alleingang verrührte.

Der Teig kommt vorsichtig ins heiße Fett und bleibt unter Wenden darin, bis er gleichmäßig goldbraun ist - das kann sehr schnell gehen,daher sollte man die Nautzen nicht unbeobachtet lassen.
Der Teig kommt vorsichtig ins heiße Fett und bleibt unter Wenden darin, bis er gleichmäßig goldbraun ist - das kann sehr schnell gehen,daher sollte man die Nautzen nicht unbeobachtet lassen. FOTO: Nathalie Hartl

Doch von Anfang an: Das Rezept für Mäuschen, auch als Nuutzen oder Nautzen bekannt, ist denkbar einfach. Im Grunde handelt es sich um einen Quarkölteig. Wir folgten dem Rezept und auch den Profi-Tipps von René, der uns darauf hinwies, dass zunächst die feuchten Zutaten vermengt werden und später erst nach und nach die trockenen zugegeben werden.

Die fertigen Nuutzen werden anschließend mit Puderzucker bestäubt, essen kann man sie kalt oder warm. Alternativ werden sie in Zimt und Zucker gewälzt.
Die fertigen Nuutzen werden anschließend mit Puderzucker bestäubt, essen kann man sie kalt oder warm. Alternativ werden sie in Zimt und Zucker gewälzt. FOTO: Nathalie Hartl

Wir bewaffneten uns entsprechend mit der Küchenwaage und wogen unsere Zutaten ab: Quark, Milch, Ei und Öl fanden kurz darauf ihren Weg in die große Rührschüssel. Nachdem alles zu einer homogenen Masse verrührt worden war, folgten Mehl, Zucker, Vanillezucker und Backpulver in kleinen Portionen unter beständigem Rühren, bis alles miteinander vermengt war.

Das Mehl hatten wir extra gesiebt, um Klümpchen-Bildung zu vermeiden. Heraus kam ein recht fester Teig, was zu einer kleinen Diskussion führte. Küchenchef René zeigte sich nämlich von der Konsistenz etwas verwirrt: „Bei mir ist der Teig eher flüssig, wenn ich Mäuschen backe.“ Doch auch eine kleine Umfrage unter den bereits den Mittagstisch vorbereitenden Mitarbeitern der Kantine kam zu keinem „richtigen“ Ergebnis, außer: „Probiert es aus!“

Und so wären wir wieder am Anfang, denn die Mäuschen fanden schlussendlich ihren Weg in das heiße Öl. Wir hatten uns dazu entschlossen, den Teig nicht vorab auszurollen und zu kleinen Kugeln zu formen, sondern mit zwei Löffeln zu arbeiten, um damit die charakteristische unregelmäßige Form zu erhalten. Anschließend kann man die fertig frittierten Mäuschen in Zimt und Zucker wälzen oder – wie wir es bevorzugten – mit Puderzucker bestäuben. Normalerweise wird dieses Gebäck in der Karnevalszeit gebacken, das hat in ganz Europa Tradition: Sich vor der Fastenzeit noch einmal den Bauch mit etwas Süßem, in Fett gebackenem vollstopfen. Doch auch im restlichen Jahr kann man diese einfache Süßspeise schnell zubereiten. Bei unserer Recherche stießen wir darauf, dass es in einigen Eifelorten gar den „Nuutzentag“ am Fetten Donnerstag gibt. Für uns war es – zumindest in Teilen – ein kleiner Ausflug zurück in die Kindheit, als man noch bei der Mutter oder Großmutter daneben stand und mithalf, die Leckereien für den Karnevalsumzug vorzubereiten.

Auch unter den Kollegen aus der Redaktion, die kurz nach der Fertigstellung der Mäuschen zur Mittagspause kamen, riefen die Quarkbällchen Erinnerungen wach, denn durchweg alle erkannten, dass es sich dabei um Mäuschen handelt. Glücklicherweise hatten wir am Ende zwei gehäufte Teller mit dem süßen Gebäck auf dem Tisch stehen, sodass wir uns nicht alleine den Bauch vollschlagen mussten und den anderen Redakteuren und Mitarbeitern einen süßen Nachtisch anbieten konnten.

Geschmacksbewertung

Nathalie: Fettig, knusprig und ein wenig süß – die Evolution hat mich darauf programmiert, das gutzuheißen. Insofern muss ich eine gute Note abgeben – obwohl ich eher der Schoko-Typ bin und mich am liebsten den ganzen Tag in purem Back-Kakao wälzen würde. Abgesehen vom Geschmack spielt natürlich auch die Optik eine Rolle. Mäuschen habe ich schon einmal bei Freunden in der Eifel serviert bekommen. Die waren symmetrisch geformt und nicht so fröhliche Mehlklekse wie unsere Nautzen. Vermutlich hätte wir den Teig ausrollen und gleiche Stücken schneiden müssen, um dieses regelmäßige Ergebnis zu erzielen. Ein Anfänger-Fehler? Vielleicht. Ich gebe die Note 2.

Patricia: Als großer Fan von fast allem, das süß schmeckt, fand ich die Mäuschen gut! Das Dessert war relativ schnell und einfach zubereitet, eigenet sich also auch dafür, es mal selbst zu Hause zu machen. Ein Bonus, da die Mäuschen ganz frisch zubereitet waren, waren sie noch warm und gerade mit Puderzucker bestreut worden. Auch von mir gib es die Note 2.

Michaela: Nach einer kurzen Einweisung durch Küchenchef René habe ich die Mäuschen unfallfrei ins heiße Fett gegeben und fühle mich nun für einen eigenen Versuch gewappnet. Der Geschmack hat mich an Krapfen/Berliner erinnert, die in meiner Heimat an Fastnacht gebacken werden. Für meinen Geschmack hätte der Teig noch etwas fluffiger sein können. Dennoch waren die gebräunten Mäuschen eine leckere Abwechslung, die ich nur empfehlen kann. Dafür vergebe ich die Note 1-.

René: Ein Klassiker, den man noch von Oma kennt: süß, luftig, heiß und kross. Dass die Volontäre auf Puderzucker setzten und nicht mit Zucker und Zimt arbeiteten, kam mir sehr entgegen, allzu süß mag ich es nämlich nicht. Von der Größe her waren die Nautzen der Küchenfrischlinge zwar etwas anders, als ich sie kannte, das tat dem Geschmack aber keinen Abbruch. Durch den insgesamt etwas festeren Teig waren die Mäuschen nicht ganz so luftig, wie ich sie kenne, aber sie erinnerten mich sehr stark an die Mäuschen meiner Kindheit. Daher gibt es von mir ganz klar die Note 1.

Fazit

Das Gesamturteil kann sich definitiv sehen lassen, auch von unseren Kollegen aus der Redaktion kam viel Lob. Besonders hervorgehoben wurde dabei unter anderem, dass es nicht zu süß war und die Portionen genau die richtige Größe hatten. In Anbetracht der Tatsache, dass Karneval gar nicht mehr so lange hin ist, konnten wir also schonmal den passenden süßen Snack Probekochen.

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