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Hells-Angel schießt auf SEK-Beamten: Keine schärferen Sicherheitsvorkehrungen beim Rocker-Prozess

Hells-Angel schießt auf SEK-Beamten: Keine schärferen Sicherheitsvorkehrungen beim Rocker-Prozess

Nach dem tödlichen Schuss eines Rockers auf einen Polizisten in Anhausen (Kreis Neuwied) werden die Sicherheitsvorkehrungen beim Rockerprozess in Kaiserslautern nicht verschärft.

(dpa) Es gebe keine Hinweise, dass sich der Vorfall auf das Verfahren in Kaiserslautern auswirke, sagte ein Sprecher des Landgerichts der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Falls es neue Erkenntnisse geben sollte, werden wir kurzfristig reagieren.“

Am Mittwoch hatte ein Mitglied der „Hells Angels“ in Anhausen einen SEK-Beamten erschossen. Der Rocker sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Bei dem Verfahren in Kaiserslautern sind zwei Männer wegen Mordes angeklagt. Sie sollen als Anhänger der „Hells Angels“ mit einem flüchtigen Komplizen ein Mitglied der rivalisierenden „Outlaws“ getötet haben.

Bei dem Prozess gibt es massive Sicherheitsvorkehrungen: Die Besucher, zu denen regelmäßig auch Anhänger der beiden Rockergruppen gehören, werden akribisch abgetastet und dürfen nichts mit in den Gerichtssaal nehmen. Dort sitzen die beiden Gruppen getrennt, abgeschirmt von zahlreichen Polizisten, die sicherheitshalber vorher ihre Pistolen ablegen.

Bei dem tödlichen Polizei-Einsatz in Anhausen hatte der Rocker nach Angaben der Staatsanwaltschaft ohne Warnung zweimal durch eine geschlossene Eingangstür gefeuert, als das Spezialeinsatzkommando (SEK) in seine Wohnung eindringen wollte. Mindestens ein Schuss traf den 42-jährigen Beamten und verletzte ihn so schwer, dass der Mann starb — mit hoher Wahrscheinlichkeit an inneren Blutungen. Die Wohnung des „Hells Angels“-Mitglieds hatte durchsucht werden sollen, weil gegen den 43-Jährigen der Verdacht der räuberischen Erpressung im Rotlichtmilieu besteht. Nach Hinweisen der Polizei darauf, dass der Rocker im Besitz einer Schusswaffe ist, hatte das SEK die Wohnungstür des Mannes „öffnen“ sollen. Der 42-jährige Beamte trug dabei zwar eine Schutzweste, doch die Kugel traf ihn von der Seite. Sie durchschlug seinen Arm und drang in den Oberkörper ein.