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Hermeskeil: Konversionspläne auf der Kippe

Hermeskeil: Konversionspläne auf der Kippe

Zerschlagen sich alle Pläne, auf dem früheren Standortübungsplatz der Hermeskeiler Kaserne einen Autohof einzurichten und Tourismus-Projekte umzusetzen? Diese Gefahr besteht, wenn das Gelände zum Bestandteil des nationalen „Naturerbe Deutschlands“ erklärt wird, was derzeit vom Land geprüft wird.

(ax) Mit dieser unangenehmen Nachricht wurde am Mittwochabend,14. November, der Hermeskeiler Verbandsgemeinderat konfrontiert. Was Bürgermeister Michael Hülpes dem Gremium mitzuteilen hatte, kann als Hiobsbotschaft bezeichnet werden. „Unser Konzept ist zumindest teilweise vermasselt“, so der Vorsitzende des Zweckverbands Konversion. Auf zwei Säulen ruhten bislang die Pläne für die künftige Nutzung des 210 Hektar großen Geländes. Zum einen sollten auf dem Areal Projekte im Bereich des „naturnahen Tourismus“ umgesetzt werden. Das Hauptaugenmerk lag jedoch auf der Errichtung eines Logistikzentrums mit Autohof. Diese Pläne sind nun in Gefahr geraten. Der Grund: Die Bima hat keine Verkaufsfreigabe für das Übungsplatzgelände. Eine Ausnahme stellt laut Hülpes lediglich ein 18 Hektar großes Flurstück an der früheren Schießanlage dar, die ein Unternehmer, der Weihnachtsschmuck vertreibt, als Investor nutzen will. Der Bürgermeister widersprach damit dem Einwurf von Rainer Spies (SPD), dass „nach meinen Informationen der gesamte Übungsplatz tabu ist“. Doch was ist der Grund dafür, dass der Veräußerung der Liegenschaft vorerst ein Riegel vorgeschoben wurde? Zurzeit, so Hülpes, werde vom Landes-Umweltministerium geprüft, ob das Gelände der Stiftung „Nationales Naturerbe Deutschland“ zugeschlagen wird. Der Übungsplatz war Bestandteil der Flächen-Empfehlungen, die das Land dem Bundesamt für Naturschutz für dieses im Koalitionsvertrag 2005 vereinbarte Schutzprojekt des Bundes vorgelegt hatte. Wann die Entscheidung über eine Aufnahme in diese Stiftung fällt, sei noch offen, sagte Hülpes gestern auf TV-Anfrage. Er rechne mit einem abschließenden Gutachten aber nicht vor dem nächsten Frühjahr.