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Hillesheim/Koblenz: Obere Landesplanungsbehörde legt sich auf Bahndamm-Trasse fest

Hillesheim/Koblenz: Obere Landesplanungsbehörde legt sich auf Bahndamm-Trasse fest

Entscheidung gefällt: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als Obere Landesplanungsbehörde hat sich für die geplante Ortsumgehung Hillesheim auf die ortsnahe Trasse über den ehemaligen Bahndamm festgelegt. Die von Stadtrat und Bahndamm-Anwohnern favorisierte Variante über die Schwedenschanze ist damit vom Tisch.

Mit der Entscheidung der SGD Nord zu Gunsten der ortsnahen Trasse über den ehemaligen Bahndamm (Variante 1 mit den Untervarianten 1a und 1b) ist das so genannte Raumordnungsverfahren für die Ortsumgehung abgeschlossen. Darin wurden die Pro- und Contra-Argumente der möglichen Trassen (die ortsferne Variante, die Mittel-Variante über die Schwedenschanze und die ortnahe Trasse), gegeneinander abgewogen. Miteinbezogen in die Entscheidung wurden laut SGD die "jeweiligen Belange und zu vertretenden Schutzgüter" (Kosten, Nutzen, Verkehrsentlastung, Freizeitwert...) des Planungsträgers (Land Rheinland-Pfalz), der Stadt Hillesheim und der von der bisherigen Verkehrsführung betroffenen Gemeinden wie Kerpen und Üxheim sowie des Naturschutzes. Und bei letzteren Punkt schneidet die Mittel-Variante über die Schwedenschanze deutlich schlechter ab als die ortsnahe Trasse. Denn um diese Trasse anzulegen, müsste auf der einen Seite vier Meter tief, auf der anderen Seite gar zehn Meter tief und 40 Meter gegraben werden. Trotzdem hätte die Straße dann immer noch eine Steigung von sieben Prozent. Das hatte bereits die in Auftrag gegebene Umweltverträglichkeitsstudie ergeben (der TV berichtete).

Darüber hinaus sind laut SGD auch "die Äußerungen aus der Öffentlichkeit in die Würdigung einbezogen" worden.
Begründet hat die Obere Landesplanungsbehörde ihre Entscheidung damit, dass die "ortsnahe Linienführung die raumverträglichste Lösung für eine Umgehung Hillesheim darstellt". Zudem hat die SGD angeordnet, dass "die notwendigen Lärmschutzmaßnahmen" zu treffen sind. Das betrifft vor allem die Bahndamm-Anwohner, entlang deren Grundstücke die Autos und LKW fahren werden. Die sollen zum einen durch einen Lärmschutzwall, zum anderen durch besondere Isolierverglasung an ihren Häusern vor dem Krach geschützt werden.

Hillesheim Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) sagte zu der Entscheidung spontan: "Jawoll!" Und fügt hinzu: "Ich habe angesichts der umweltrechtlichen Bedenken gegen die Schwedenschanzen-Variante nichts anderes erwartet. Das ist die einzig vernünftige Lösung."
Vor knapp drei Monaten hatten sich Stein und die große Mehrheit des Stadtrats noch für die Mittel-Variante über die Schwedenschanze ausgesprochen. Falls diese aber verworfen werde, sollte die Bahndamm-Variante realisiert werden, so der zusätzlich artikulierte Wunsch. Davor hatte sich das Gremium ohnehin stets für die ortsnahe Trasse ausgesprochen.