Hitze in der Region Trier: Kanzem knackt die 40-Grad-Marke

Wetter : 42,6 Grad: Ganz Deutschland ächzt unter der Rekordhitze

In der Region ist am Donnerstagnachmittag die 40-Grad-Marke geknackt worden. Die neue Rekordmarke  hieß bis Donnerstagabend offiziell 42,6 Grad, gehalten von Lingen im Emsland.

Heiß, heißer, am heißesten. Deutschland stöhnt unter der Hitze. Die  Quecksilbersäulen in den Thermometern steigen. Vier Jahre lang war der 22 000-Einwohner-Ort Kitzingen in Unterfranken nicht zu toppen. Zweimal innerhalb weniger Wochen wurde dort der Wert von 40,3 Grad gemessen. Doch das ist Geschichte. Die neue Rekordmarke  hieß bis Donnerstagabend gegen 18 Uhr offiziell 42,6 Grad, gehalten von Lingen im Emsland. In Luxemburg, so berichtete das Luxemburger Tageblatt, gab es am Donnerstag um kurz vor 15 Uhr mit 38,2 Grad einen neuen Allzeit-Rekord.

Auch in der Region gab es Spitzenwerte: Allen voran bereits am Mittwoch 41 Grad im 1200-Einwohner-Ort Brauneberg (Kreis Bernkastel-Wittlich), genauer gesagt in der Weinlage Brauneberger Juffer. Doch dort gemessene Top-Ergebnisse hatten auch in der Vergangenheit keine Chance auf eine offizielle Anerkennung. Denn in der Meteorologie ist es ähnlich wie im Sport. Nicht jeder Rekord gilt. Oberstes Organ in dem Bereich ist der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Dort wird entschieden, ob er auch anerkannt wird.

Warum das so ist, erklärte Karsten Friedrich, Klimatologe des  Deutschen Wetterdienstes aus Offenbach auf Volksfreund-Anfrage. Die Bundesbehörde unterhält bundesweit 480 eigene Messtationen, die alle  nach einheitlichen Kriterien arbeiten. Die Messgeräte „haben eine einheitliche Messsensorik und entsprechen den Anforderungen  Weltorganisation für Meteorologie.“

Das gilt nach Angaben von Friedrich übrigens für die Messtationen der Bundeswehr. Deshalb können auch Messwerte von Militärstationen anerkannt werden. Und deshalb machte der Militärstützpunkt Geilenkirchen auch das Rennen am Mittwoch. In der Brauneberger Juffer mitten in den Weinbergen dagegen steht eine Messstation der Schweizer MeteoGroup. Man kenne weder deren Messgeräte, noch deren Rahmenbedingungen, so der DWD-Fachmann.

Unterwegs in der Region: So gehen die Menschen mit der brütenden Hitze um

Doch es gibt noch weitere Gründe, die Zahlen aus dem Brauneberger Wingert nicht zu berücksichtigen. Denn die Standorte und damit auch die Temperaturen sollten  auch repräsentativ für die Umgebung sein. Und sowohl der Schieferboden als auch die thermischen Verhältnisse seien dies nur bedingt.

Die Rekordhitze hielt am Donnerstag auch die Feuerwehren in der Region auf Trab. Immer wieder kam es seit dem Vormittag zu größeren Flächenbränden. So unter anderem in Wiersdorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm), wo eine eine Ballenpresse Feuer gefangen hatte und einen drei Hektar großen Acker entzündet hatte. Auch in der Eifelgemeinde Gindorf brannte eine Ballenpresse und entzündete eine fünf Hektar große Fläche. Bei einem Großbrand auf einem Feld in Luxemburg-Hamm ist am Donnerstagnachmittag ein Feuerwehr-LKW den Flammen zum Opfer gefallen. Das Feuer hat auch auf einen Wald übergegriffen. Im Zuge der komplizierten Löscharbeiten – zu der die Luxemburger Flughafen-Feuerwehr hinzugerufen wurde – musste auch eine Tankstelle in der Nähe evakuiert werden. Ein weiterer Flächenbrand war am Mittwochabend zwischen Schweich und Föhren ausgebrochen. Landwirte halfen der Feuerwehr beim Löschen. Einer der Helfer war dabei kollabiert. Inzwischen gehe es ihm aber wieder gut, hieß es am Donnerstag.

Die Hitzewelle hält heute zunächst noch an. Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit Spitzentemperaturen von 39 Grad. Zum Wochenende sollen dann Unwetter Abkühlung bringen.

Mehr von Volksfreund