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Gewerbe
Platz schaffen fürs Einkaufszentrum

Von der Ruine des ehemaligen Baumarkts am Dörrenbach ist nicht mehr viel übrig. Im Hermeskeiler Gewerbegebiet entsteht ein neues Einkaufszentrum mit Drogerie, Supermarkt und Fachmärkten. Jürgen Dräger (links) und Peter Michael Willwacher (rechts) vom Investor Schoofs Immobilien zeigen gemeinsam mit Stadtbürgermeister Mathias Queck den Lageplan des Millionenprojekts.
Von der Ruine des ehemaligen Baumarkts am Dörrenbach ist nicht mehr viel übrig. Im Hermeskeiler Gewerbegebiet entsteht ein neues Einkaufszentrum mit Drogerie, Supermarkt und Fachmärkten. Jürgen Dräger (links) und Peter Michael Willwacher (rechts) vom Investor Schoofs Immobilien zeigen gemeinsam mit Stadtbürgermeister Mathias Queck den Lageplan des Millionenprojekts. FOTO: Trierischer Volksfreund / Christa Weber
Hermeskeil. Im Hermeskeiler Gewerbegebiet Dörrenbach haben die Abrissarbeiten begonnen. Dort wollen sich Wasgau, die Drogeriekette Rossmann und Fachmärkte ansiedeln. Der Investor verrät, was das kostet und wann die Geschäfte eröffnen. Von Christa Weber
Christa Weber

Ein Bagger wühlt sich langsam durch Decken und Wände des ehemaligen Hela-Baumarkts im Hermeskeiler Gewerbegebiet am Dörrenbach. Von der Bauruine, die dort jahrelang leer stand, ist schon ein großer Teil verschwunden. Vor wenigen Tagen haben die Abrissarbeiten begonnen, um Platz zu schaffen für das Projekt eines privaten Investors.

Die Firma Schoofs Immobilien aus Frankfurt will auf einem 23 000 Quadratmeter großen Gelände im Bereich des alten Baumarkts, der angrenzenden Tennishalle und weiterer Gewerbehallen ein Einkaufszentrum aufbauen (der TV berichtete mehrfach). Zusagen gibt es bereits von der Firma Wasgau, die einen Lebensmittelmarkt dort ansiedeln will.

Ebenso steht die Drogeriekette Rossmann als Mieter fest. Zu den geplanten Fachmärkten gibt es noch keine konkreten Informationen. „Es wird eine Apotheke geben, Textil und Haushaltswaren“, sagt Jürgen Dräger, Geschäftsführer bei Schoofs Immobilien, beim Ortstermin. Die Verhandlungen mit den interessierten Unternehmen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Fest steht laut Dräger, dass die Räume an die beiden ersten Mieter im Oktober 2019 übergeben werden sollen. Danach müssten die Geschäfte natürlich noch entsprechend eingerichtet werden: „Aber wir wollen schon noch Ende 2019 die gemeinsame Eröffnung feiern.“ Erstmals spricht der Investor auch öffentlich über die Summe, die er in das Großprojekt steckt: „Zehn Millionen werden wir hier in die Hand nehmen.“

Bis zum bezugsfertigen Einkaufszentrum ist es allerdings noch ein arbeitsreicher Weg. Schon die Vorbereitungen waren laut Dräger aufwendig. Intern habe man daher ein eigenes Team gebildet, dass sich unter anderem auch um die erforderlichen umweltfachlichen Gutachten gekümmert habe. So musste beispielsweise die zuständige Wasserbehörde eine Brücke über den Dörrenbach genehmigen, der das Gelände quert. Die Brücke soll als verbindendes Element dienen, um aus dem früheren Baumarkt-Areal mit den neuen Fachmärkten und den Bereich von Wasgau und Rossmann ein einheitliches Zentrum zu bilden (siehe Grafik).

„Um das Gelände höhenmäßig auf ein Niveau zu bringen, müssen wir sehr viel Boden bewegen“, sagt Dräger. Etwa 31 000 Kubikmeter, meist felsartig, seien zu entfernen, ergänzt Peter Michael Willwacher von der Firma Schoofs, der die Bauleitung übernimmt. Das Material müsse abtransportiert und fachgerecht entsorgt werden.

Dazu, schätzt er, werden 2000 bis 3000 LKW-Fahrten nötig sein. Die Abbrucharbeiten sollen laut Willwacher bereits Ende des Monats abgeschlossen sein. Erledigt würden sie von einem Unternehmen aus dem Sauerland, mit dem der Investor schon bei mehreren Projekten zusammengearbeitet habe. Im Januar soll es dann mit dem Rohbau für das neue Zentrum losgehen.

Die bisherige Zusammenarbeit mit der Stadt Hermeskeil und den Behörden, sagt Dräger, sei sehr gut gelaufen. Die Zusage der beiden großen Mieter spreche ebenso für einen Erfolg des Projekts.

Die Stadt Hermeskeil hatte den bestehenden Bebauungsplan für das Gewerbegebiet in dem für das Projekt angedachten Teilbereich geändert. Dies war nötig, weil der Plan zuvor nur kleinflächigen Einzelhandel zugelassen hatte. Wasgau allerdings plant mit einer Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern. Deshalb wurde auch das Einzelhandelskonzept der Stadt von 2011 entsprechend angepasst.

„Für die Stadt ist es ein wichtiges Signal, wenn ein Investor Vertrauen in den Standort Hermeskeil hat“, sagt Stadtbürgermeister Mathias Queck. Um die Stadt zu stärken, müsse man auch auf solches „private Engagement“ setzen.

Auf den Drogeriemarkt warteten viele Bürger schon längere Zeit und ein Lebensmittelmarkt mit heimischen Produkten habe bislang ebenfalls gefehlt. Wichtig sei auch, sagt Queck, „dass die Industriebrache hier am Dörrenbach jetzt verschwindet“.

Das gesamte Umfeld werde durch das Projekt Einkaufszentrum auch optisch aufgewertet und werde wieder zu einem Bereich, in dem man sich gerne aufhalte.

FOTO: TV / Wilbert, Bianca