| 11:27 Uhr

Naturschutz
Grundschule Züsch: Kleine Forscher lernen Artenschutz

Sophia, Johannes und Raysha (von links), Schüler der dritten Klasse an der Grundschule in Züsch, sind begeistert von den kleinen Edelkrebsen in ihren Händen, die sie im Teich aussetzen durften.
Sophia, Johannes und Raysha (von links), Schüler der dritten Klasse an der Grundschule in Züsch, sind begeistert von den kleinen Edelkrebsen in ihren Händen, die sie im Teich aussetzen durften. FOTO: Florian Blaes
Züsch. 48 Kinder der Grundschule Züsch haben in einem Teich im Wald mehr als 105 kleine Edelkrebse ausgesetzt. Damit haben sie ein Projekt des Naturparks Saar-Hunsrück unterstützt, das den Erhalt biologischer Vielfalt und heimischer Tierarten zum Ziel hat. Von Florian Blaes

Für 48 Kinder der Grundschule Züsch war es ein ganz besonderes Unterrichtserlebnis. Gemeinsam mit Schulleiter Armin Loos und ihren Klassenlehrerinnen haben sie sich  auf den Weg zu einem kleinen Teich in der Nähe der Landesstraße L166 gemacht. „Es ist immer etwas Besonderes für die Kinder, wenn wir Unterricht außerhalb der Klassenzimmer machen“, freute sich der Schulleiter.

Im Wald wurde die Gruppe von einem Team des Naturparks Saar-Hunsrück begrüßt. Denn die Schüler sollten bei einem Artenschutz-Projekt helfen, das bereits vor drei Jahren in Züsch begonnen hat (siehe Info). Dabei geht es um den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Region, insbesondere um das Fortbestehen heimischer Krebsarten. „Wir haben 2015 bereits 650 kleine Krebse in genau diesem Teich ausgesetzt“, berichtete Susanne Schmid vom Naturpark den Kindern, die von Förster Jörg Clemens und dem früheren Revierleiter Wilhelm Zimmermann begleitet wurden. Schon damals hätten Schüler aus Züsch – die Schule ist seit einigen Monaten als Naturparkschule ein enger Partner – bei der Umsetzung des Projekts geholfen.

Aufgeteilt in zwei Gruppen erkundeten die jungen Projekthelfer zunächst die Umgebung des Waldes und den Teich. Naturparkreferentin Schmid verteilte Westen mit der Aufschrift „Naturpark-Entdecker“ und erklärte schmunzelnd: „Ihr sollt ja wie kleine Forscher aussehen.“ Die Boxen mit den Krebsen brachte der Flusskrebsexperte Sascha Schleich, der viel Interessantes über die kleinen Lebewesen zu berichten hatte. Er informierte die Kinder aber auch über die Gefahren, denen die Krebse ausgesetzt seien. „Hier habe ich einen ausgewachsenen Edelkrebs, der zehn Jahre alt ist“, sagte Schleich und ließ die Schüler einen Blick auf den in einer Plastikbox schwimmenden Krebs werfen. Schließlich erhielt jeder ein kleines Gefäß mit dem lebendigen Inhalt und konnte die Tiere ganz aus der Nähe betrachten. „Ihr dürft ihnen auch gern einen Namen geben“, animierte der Krebsexperte seine Helfer. Erstklässler Jonathan taufte seinen Krebs „Stupsi“ und erklärte: „Den würde ich am liebsten behalten“. Lia aus der dritten Klasse fand: „Das ist richtig schön, dass wir mit der Schule diese Aktion mitmachen dürfen.“

Und dann der Höhepunkt der Aktion: Langsam entlassen die Kinder nacheinander ihre Edelkrebse in den Teich. Es dauert nicht lange, dann sind sie im tiefen Wasser verschwunden. In einer anschließenden Fragerunde will Hanna wissen, ob die Krebse ihren Panzer und die Scheren ausziehen können. „Die Krebse können sich in der Tat komplett enthäuten“, erklärt Schleich. „Das heißt, sie ziehen ihren Panzer und auch die Scheren aus. Das alles wächst aber ohne Probleme wieder nach.“ Nach etwa zwei Stunden geht es zurück zur Schule. „Ich hoffe, ihr hattet heute im Wald Spaß und habt viel über unsere heimischen Edelkrebse gelernt“, verabschiedet Naturpark-Mitarbeiterin Susanne Schmid die fleißigen Forscher.

Dieser kleine Kerl gehört zu den 105 Edelkrebsen, die im Rahmen des Naturpark-Projekts in ein sicheres Gewässer entlassen wurden.
Dieser kleine Kerl gehört zu den 105 Edelkrebsen, die im Rahmen des Naturpark-Projekts in ein sicheres Gewässer entlassen wurden. FOTO: Florian Blaes