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Als "Fußballgötter" Menschen waren

Die beiden Zehnjährigen Nils Hemmes und Lara Krell wussten bislang nichts über Fritz Walter. Doch Ausstellungsmacher Rolf Becker (rechts) klärte sie auf, dass Fritz Walter 1954 einer der „Helden von Bern“ war. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Die beiden Zehnjährigen Nils Hemmes und Lara Krell wussten bislang nichts über Fritz Walter. Doch Ausstellungsmacher Rolf Becker (rechts) klärte sie auf, dass Fritz Walter 1954 einer der „Helden von Bern“ war. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Meister ihres Fachs sterben nie. Das zeigte eine Ausstellung über die Fußball-Legende Fritz Walter, dem Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1954 und Star des 1. FC Kaiserslautern im Foyer der Hochwaldhalle. Der Sportjournalist und persönliche Freund Walters, Winfried Burr, zeigte die Beziehungen zu Hermeskeil und gab Einblicke in Fritz Walters Privatleben.

Hermeskeil. (doth) "Bei uns spielt das Herz die entscheidende Rolle, nicht das Geld." Dieses Zitat des deutschen Fußballstars Fritz Walter stellte dessen Freund Winfried Burr seinen Erinnerungen voran. Fritz Walter habe sich durch eine große Heimat-Verbundenheit und Treue zu seinem Verein, dem 1. FC Kaiserslautern, ausgezeichnet, lobte der Laudator, um auch die Auswüchse des heutigen Fußballs zu kritisieren. Burr warf den nachfolgenden Spieler-Generationen Geldscheffeln vor und nannte dabei namentlich Hans-Peter Briegel als Beispiel. Ausführlich beschrieb der Sportjournalist seine persönlichen Beziehungen zum Fußballstar bis hin zum gegenseitigen Besuch auf Geburtstagsfeiern: "Vor dem sehr sensiblen Fritz musste so manche harte Schlagzeile der Zeitungen versteckt werden."Der Hermeskeiler Rolf Becker hatte die zahlreichen Exponate zusammengetragen. Ein besonderer Dank ging an die Menschen, mit denen Fritz Walter befreundet war. Die Familien von Jentzkowsi, Jakobs und Paul May steuerten unersetzliche Exponate zu der Ausstellung bei.Bei der jüngeren Generation ist der Name Fritz Walter nicht so bedeutungsschwer. Nils Hemmes aus Reinsfeld und Lara Krell aus Morscheid, die sich von Rolf Becker über die Ausstellung informieren ließen, sagte der Name nichts. Gefragt nach ihrem größten Idol, antworteten die beiden Zehnjährigen: Franz Beckenbauer.In der Zeit, als noch echte Pfälzer für den FCK spielten

Kurt Bach, Anfang der 70er Jahre Vorsitzender des Hermeskeiler Sportvereins (HSV), und Albert Hornetz aus Rascheid, der Fritz Walter ebenfalls selbst kannte, sagen: "Es war eine Augenweide, diesem begnadeten Spieler zuzuschauen."Gefragt, was denn am heutigen Fußball anders sei, sagen sie: "Die Kommerzialisierung nimmt Formen an, die niemand mehr nachvollziehen kann." Damals hätten noch echte Pfälzer gespielt, denen noch was am Sport und an ihrem Verein gelegen hat."Das gilt heute nur noch für die kleinen Vereine", sagte Kurt Bach. Wenn die ihre Talente mühevoll gefördert haben, kommen die großen Clubs und schöpfen den Rahm ab.Viel Wissenswertes über die Zeit, als "Fußballgötter" noch Menschen waren, erfährt man unter www.Fritz-Walter-Stiftung.de.