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Auf Hochglanz poliert für die Besucher

Rot anstreichen im Kalender: Astrid Junior weist auf das Datum der Wiedereröffnung hin: 1. April 2016. TV-Foto: Jürgen C. Braun
Rot anstreichen im Kalender: Astrid Junior weist auf das Datum der Wiedereröffnung hin: 1. April 2016. TV-Foto: Jürgen C. Braun FOTO: (h_hochw )
Hermeskeil. Ende des Winterschlafes: Am Freitag öffnet Europas größte private Flugausstellung vor den Toren Hermeskeils nach fünfmonatiger Pause wieder ihre Tore. Mit neuen Exponaten, frischen Ideen und alten Sorgen.

Hermeskeil. Wenn in privaten Haushalten der Frühjahrsputzso lange dauern würde, könnte das den häuslichen Frieden gefährden. Doch Peter und Astrid Junior und ihre Mitarbeiter kennen und brauchen dieses Prozedere. Denn zwischen dem 31. Oktober und dem 1. April zweier aufeinander folgender Jahre werden die Hallen und das riesige Freigelände mit all den großen und kleinen Ausstellungsstücken, mit Flugzeugen "am Stück" , mit gewaltigen Turboprop-Triebwerken und filigranen Bord-Instrumenten wieder auf Vordermann gebracht.
"Der nasse Winter war für uns eine ziemliche Katastrophe", sagt Peter Junior. Auf dem Außengelände sei das Moos nur so gesprießt. Ungeziefer und Kleintiere hätten sich unter diesen klimatischen Bedingungen "in lieblicher Eintracht" vermehrt. Erschwerend hinzu komme, dass "wir alle Reinigungsarbeiten ja nur mit heißem Wasser und Hochdruckreiniger vornehmen können. Zugesetzte Reinigungsmittel, wie etwa Chlor, "greifen das Alu der Maschinen an.´" In diesen Monaten wird auch das Gesicht der Ausstellung, die die größte ihrer Art auf dem Kontinent ist, wieder verändert. "Das ist so eine Art Winter-Ritual", sagt Junior. Schilder mit Hinweistexten müssen ausgebessert, erneuert, optische Anreize gesetzt werden.
Zudem werde in dieser Zeit das Netzwerk mit Geschäftspartnern, Kunden, Interessenten, Anbietern im In- und Ausland gepflegt und neue Kontakte aufgenommen. "Das ist ein relativ kleiner Kreis von Insidern. Da erfordert jede Investition viel Fingerspitzengefühl. Man müsse, so Junior, da "schon wissen, wer was warum und zu welchem Preis anbietet." Denn, so sagt er schmunzelnd, "ein neues Triebwerk aus den Anfängen der zivilen Luftfahrt oder gar ein neues Flugzeug kauft man sich natürlich nicht wie eine neue Hose."
Eines der Prunkstücke der Ausstellung, die Super-Constellation, mit der der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer die letzten russischen Kriegsgefangenen nach Hause geholt habe, soll in diesem Jahr im Mittelpunkt einer besonderen Aktion stehen. Es gebe weltweit noch ein einziges Schwestern-Flugzeug dieser "Conny" und darum gehe es "so ganz im Groben." Alles andere müsse sich ergeben.
Rechnung getragen hat man in der Hermeskeiler Ausstellung auch dem 100. Geburtstag von BMW in diesem Jahr. Denn das Münchener Unternehmen, im März 1916 als "Bayerische Flugzeug-Werke AG" gegründet, machte sich erst später mit dem Bau von Autos einen Namen.
Passend zum BMW-Jubiläum werden in der großen Eingangshalle der Ausstellung zwei Triebwerke zu sehen sein: das BMW 003 aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und ein historisch wertvolles Aggregat aus dem Hause Junkers: die Jumo 004. Was den Juniors Sorgen und Kopfzerbrechen macht, ist die Baustelle in der Koblenzer Straße in Hermeskeil, die das Auffinden der Flugausstellung seit Monaten sehr beeinträchtigt. Auch die aus seiner Sicht mangelhafte Ausschilderung des Museums von Autobahn-Abfahrten oder von Landstraßen-Kreuzungen aus müsse man möglichst rasch in einem gemeinsamen Konzept angehen, moniert Junior. "Wir ziehen mit unserem Museum ja schließlich auch die Leute in die Stadt und in die Region".
Das Museum ist jeweils vom 1. April bis 31. Oktober an allen sieben Tagen der Woche von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen neun Euro, Kinder fünf Euro Eintritt. jüb