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Aufbruchstimmung beim Hermeskeiler Handel

Verkaufsoffene Sonntage sind für den Hochwald-Gewerbeverband ein wichtiges Mittel bei der Öffentlichkeitsarbeit. So macht der Verein etwa beim Martinusmarkt – der nächste ist am 7. November – Kunden einen Besuch in den Hermeskeiler Geschäften schmackhaft. TV-Foto: Archiv/Axel Munsteiner
Verkaufsoffene Sonntage sind für den Hochwald-Gewerbeverband ein wichtiges Mittel bei der Öffentlichkeitsarbeit. So macht der Verein etwa beim Martinusmarkt – der nächste ist am 7. November – Kunden einen Besuch in den Hermeskeiler Geschäften schmackhaft. TV-Foto: Archiv/Axel Munsteiner
Beim Hochwald-Gewerbeverband (HGV) sind zwei wichtige Positionen neu besetzt. Die Mitglieder haben den Banker Günter Weber zum neuen HGV-Vorsitzenden gewählt. Außerdem hat der HGV Nadja Tafelmaier eingestellt, die sich ab 1. November um das Vereinsmarketing kümmern soll. Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

Hermeskeil. Ein echter Hermeskeiler und eine junge Frau aus dem Schwabenland sollen entscheidende Rollen für den "Neustart" beim HGV spielen, von dem bei der Mitgliederversammlung am Dienstag häufig die Rede war.

Günter Weber, Prokurist bei der Volksbank Hochwald-Saarburg, steht in den nächsten zwei Jahren an der Spitze des HGV, dem zurzeit circa 130 Betriebe angehören. Der 41-Jährige wurde von den rund 50 anwesenden Mitgliedern einstimmig in dieses Amt gewählt. Weber tritt die Nachfolge von Angelika Kohlhaas an, die diesen Posten 2006 übernahm, sich aber nicht mehr zur Wiederwahl stellen wollte. "Es gab viele gute, zuletzt aber auch viele turbulente Tage. Vor allem das letzte Jahr ohne Jutta Straubinger war sehr anstrengend, und es sind viele Sachen liegen geblieben", sagte Kohlhaas rückblickend. Sie spielte damit noch einmal kurz auf den schlagzeilenträchtigen Dauerstreit an, den der HGV mit der Stadt führte.

Die Kommune hatte es abgelehnt, sich weiter an der Bezahlung der Stadtmarketing-Fachfrau Straubinger zu beteiligen. Dadurch geriet der HGV in finanzielle Bedrängnis und musste Straubinger vor genau einem Jahr kündigen (der TV berichtete mehrfach). Das seitdem stark angespannte Verhältnis zwischen Stadt und HGV ist Weber sehr wohl bewusst. Er betont jedoch im Gespräch mit dem TV: "Ich kann an der Vergangenheit nichts ändern. Da sollte man jetzt einen Haken drunter machen. Ich kann nur die Zukunft mitbeeinflussen und würde mir wünschen, dass die ganze Sache wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt." Dass HGV und Stadt zusammenarbeiten müssen, steht für ihn völlig außer Frage. "Es geht nur gemeinsam. Allein lässt sich nichts erreichen", betont der zweifache Familienvater. Allerdings muss der neue Vorsitzende nicht die gesamte Vereinsarbeit organisieren. Dafür hat der HGV seit dem Sommer eine professionelle Fachkraft gesucht (der TV berichtete). Unter 50 Bewerbern wurde die 28-jährige Nadja Tafelmaier ausgewählt. Sie wird sich ab 1. November um die Betreuung der Mitglieder kümmern und um die Anwerbung neuer Betriebe bemühen. Außerdem wird sie den kompletten Schriftverkehr des HGV abwickeln und vor allem für die Öffentlichkeitsarbeit und die Planung von HGV-Veranstaltungen - etwa die verkaufsoffenen Sonntage - zuständig sein.

Tafelmaier arbeitete bislang in Heilbronn. Die Schwäbin hat aber in Trier Fremdenverkehrsgeografie studiert und möchte in die Region zurückkehren, weil dort ihr Partner lebt. Sie ist auf Teilzeit-Basis (20 Stunden) eingestellt, wobei dem HGV für ihre Bezahlung zunächst eine Sockelfinanzierung von 5000 Euro zur Verfügung steht, die fünf Sponsoren übernehmen. Die restlichen 12 000 Euro sollen die 130 Mitgliedsbetriebe durch einen Zusatzbeitrag absichern. Wie viel jede Firma zahlen soll, ist noch offen. Die Neueinstellung von Tafelmaier wurde in der Mitgliederversammlung ausdrücklich begrüßt. Für die 28-Jährige sind zunächst zwei Aufgaben wichtig: "Ich werde mich jetzt erst mal bei allen Betrieben vorstellen und die HGV-Homepage wieder auf einen aktuellen Stand bringen."