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Bald geht’s ohne Stufen in die Kirche

Das Gebäude der evangelischen Kirche in Hermeskeil erhält im nächsten Jahr einen neuen Anstrich. TV-Fotos (2): Christa Weber
Das Gebäude der evangelischen Kirche in Hermeskeil erhält im nächsten Jahr einen neuen Anstrich. TV-Fotos (2): Christa Weber FOTO: Christa Weber (cweb) ("TV-Upload Weber"
Hermeskeil. Die evangelische Kirchengemeinde in Hermeskeil hat im kommenden Jahr einiges vor. Sie will ihrem Gotteshaus einen neuen Anstrich verpassen und zugleich auch die lästigen Treppenstufen an den Eingängen entfernen. Und aus dem Parkplatz nebendran soll ein hübsch gepflasterter Platz werden, der zum Verweilen einlädt. Christa Weber

Hermeskeil. In einem freundlichen Beige präsentiert sich der Turm der evangelischen Kirche in Hermeskeil schon länger nicht mehr. Von der Fassade bröckelt zudem der Putz, vom Sockel platzt die Farbe ab. "Wir haben die Kirche zwar erst im Jahr 2000 renoviert", sagt Pfarrerin Heike Diederich von der evangelischen Kirchengemeinde Hermeskeil-Züsch. "Aber sie hat sich dann ziemlich schnell wieder in dem Zustand gezeigt, in dem sie heute ist."
Das soll sich aber bald ändern. Ab 2017 erhält das Gotteshaus einen frischen Anstrich. Auch im Umfeld der Kirche wird einiges passieren. Ein Gemeindemitglied habe vorgeschlagen, mit den Arbeiten im nächsten Jahr zu beginnen, sagt Diederich. Dann feiert die evangelische Kirche den Beginn der Reformation vor 500 Jahren mit Martin Luthers Thesenanschlag an der Wittenberger Schlosskirche. "Das Jubiläumsjahr ist natürlich ein schöner Zeitpunkt, um unsere Kirche wieder hübsch zu machen."
Gestrichen werde zunächst im Innenraum, dann folge die Fassade. Größere bauliche Veränderungen sind aber auch im direkten Umfeld der Kirche und an den Eingängen geplant. Die Treppenstufen am Hauptportal und am Toiletten-Gebäude seien vor allem für ältere Kirchgänger schwer zu bewältigen, sagt Diederich. Deshalb sollen die Stufen weichen und durch Rampen ersetzt werden. So sei der Zugang auch für Rollstuhlfahrer problemlos möglich.
Herzstück des neu gestalteten Kirchenumfelds wird der Platz links neben dem Haupteingang, auf dem zurzeit nur Autos parken. Er sei "ungepflegt", biete einen "unattraktiven Zugang" zu dem Hotel und dem Geschäft für Bio-Waren, deren Grundstücke hinter dem Kirchengebäude liegen. Zudem werde dort "wild geparkt", es gebe "keine Planung für die öffentlichen Grünflächen". So sehen es die Planer des Architekturbüros Stein Hemmes Wirtz aus Kasel, die mit der Neugestaltung beauftragt wurden.
Ihre Entwürfe sehen vor, dass eine durchgängige barrierefreie Fläche vom Parkplatz bis zum Kircheingang entsteht, gepflastert und von Bäumen eingerahmt (siehe Grafik unten links).
Die Stadt Hermeskeil hat dafür eine wichtige Voraussetzung geschaffen. Der Stadtrat stimmte Anfang November dafür, der Kirchengemeinde für den symbolischen Wert von einem Euro das Parkplatz-Grundstück zu übertragen. Dieses ist zurzeit noch in öffentlichem Besitz. "So hat die Kirchengemeinde Rechtssicherheit und kann dort ohne Probleme planen", sagt Stadtbürgermeister Mathias Queck. Damit Besucher und Inhaber von Bioladen und Hotel die Zufahrt von der Saarstraße weiter nutzen könnten, habe man ein Durchfahrtsrechts vereinbart. Die Stadt stehe dem Vorhaben positiv gegenüber, sagt Queck: "Es ist ganz in unserem Sinn, dass der Platz schön hergerichtet wird."
Es solle "ein schöner Platz für die Menschen" werden, verspricht Pfarrerin Diederich. "Die Leute sollen sich hier gern aufhalten." Künftig könnten dort auch Veranstaltungen wie kleinere Basare oder das Kirchencafé stattfinden. Für Diederich hat der Platz auch eine "besondere städtebauliche Bedeutung". Denn es sei der einzige in der Stadt, der von der Straße aus offen sichtbar sei und auf den man "frontal zufährt". Parken soll dort weiterhin möglich sein - allerdings für die Kirchgänger während der Gottesdienstzeiten. Außerhalb dieser Zeiten wolle man die Zufahrt einschränken.
Diederich freut sich über die große Zustimmung zu den Plänen. Auch im Stadtrat habe es lediglich wegen des 2017 anstehenden Ausbaus der Saarstraße/Koblenzer Straße Bedenken gegeben. Dort wurde nachgefragt, ob es mit der angedachten Verkehrsführung entlang der Kirche Probleme geben könnte: "Das werden wir mit dem Landesbetrieb Mobilität abklären."
Extra

Die Kosten für die Renovierung und die Platzgestaltung an der evangelischen Kirche in Hermeskeil liegen laut Pfarrerin Heike Diederich vermutlich bei 300 000 Euro. Dies sei aber lediglich eine erste grobe Schätzung. Die Kirchengemeinde finanziere die Arbeiten weitgehend aus eigener Tasche. Zur Renovierung des Gebäudes gebe es einen Zuschuss aus einem Fonds für Kirchensanierungen. Im Frühjahr 2017 soll es mit Innen- und Außenanstrich losgehen. Der Platz kommt vermutlich erst 2018 an die Reihe. cweb