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Bauern- und Handwerkermarkt: Mit 17 Händlern am Bahnhof fing es in Hermeskeil an

Der Bauern- und Handwerkermarkt Hermeskeil ist ein Besuchermagnet weit über den Hochwald hinaus. TV-Foto: Christa Weber
Der Bauern- und Handwerkermarkt Hermeskeil ist ein Besuchermagnet weit über den Hochwald hinaus. TV-Foto: Christa Weber FOTO: (h_hochw )
Hermeskeil. Der Hermeskeiler Bauern- und Handwerkermarkt startete vor 25 Jahren. Am 8. Oktober werden mehr als 100 Händler ihre Waren anbieten und bis zu 10 000 Gäste durch die Stadt schlendern. Ein Blick auf die Anfänge und Erfolgsrezepte. Christa Weber

Hermeskeil Herbert Schindler erinnert sich gut an den ersten Bauernmarkt in Hermeskeil. "Als die Händler morgens ankamen, hatten wir Wind und strömenden Regen. Der Plan zum Aufstellen der Stände war nicht zu halten, also wurde improvisiert." Damals, 1992, wurden die Stände vor dem Bahnhof aufgebaut. Aus Hermeskeil selbst sei kein Aussteller dabeigewesen, berichtet Schindler, damals Leiter der Hermeskeiler Touristinformation und Initiator des Markts.
25 Jahre später ist der Bauern- und Handwerkermarkt mit bis zu 10 000 Gästen die besucherstärkste Tagesveranstaltung in der Hochwaldstadt.

Zur 26. Auflage am Sonntag, 8. Oktober, kommen mehr als 100 Aussteller, um ihre in der Region erzeugten Produkte anzubieten. Neben Brot, Käse, Wurst und Likör gibt es Kleidung, Schmuck, Kerzen, Körbe, Holzarbeiten und herbstliche Dekoration.
Um einen Blick auf Anfänge und Erfolgsrezepte der Großveranstaltung zu werfen, hat Stadtbürgermeister Mathias Queck gemeinsam mit Vertretern der Touristinformation und des Hochwald Gewerbe Verbands (HGV) zum Pressegespräch eingeladen. "Der Markt ist seit 25 Jahren etabliert und entwickelt sich immer noch weiter", lobt der Stadtchef. "Das ist eine beachtliche Leistung aller Beteiligten."

1992 war das Ziel, eine Plattform zur besseren Vermarktung heimischer Produkte aus der Landwirtschaft zu schaffen, sagt Schindler. Anfangs am Bahnhof habe es noch nicht das "Treiben" gegeben wie heute, wo den gesamten Tag über Tausende Menschen in der Innenstadt unterwegs seien. "Die Leute kamen, haben gekauft und sind wieder gefahren." Dennoch seien die damals 17 Händler mit ihrem Umsatz zufrieden gewesen.

Schon 1994 wurde ein fester Termin für den Markt gefunden: der zweite Sonntag im Oktober. Erste Unterstützung kam von den Hermeskeiler Landwirten, die Tiere zu den Ständen mitbrachten. Die Akzeptanz bei Bürgern und Bauern stieg, rasch waren es 30 Aussteller. 1995 habe man gemeinsam mit den Museen, der Flugausstellung und dem neu eröffneten Dampflokmuseum für den Markt geworben, erinnert sich Schindler. "Wir haben versucht, immer etwas Neues zu bieten", nennt er ein Rezept für den wachsenden Erfolg.

Von 1998 bis 2001 übernahm der Gewerbeverband als Veranstalter. 2000 wurde der Markt erstmals mit einem verkaufsoffenen Sonntag verknüpft und in die Fußgängerzone verlegt. "Die Innenstadt war proppenvoll", sagt Schindler. 2002 sei die Organisation an die Stadt zurückgefallen, die begleitend einen Antikmarkt und eine Traktorausstellung auf die Beine stellte und den Neuen Markt zum Standort machte. "Der Platz ist in Hermeskeil ideal dafür", findet Stadtchef Queck.

2003 wurde am Konzept gefeilt. Zum reinen Bauernmarkt kamen Handwerker hinzu. Die Aussteller habe er mit Hilfe seiner Frau auf Märkten der Region angeworben, erzählt Schindler. "Wir wollten wissen, wer da zu uns kommt." Von Beginn an auf "hohe Qualität" zu setzen, habe sich ausgezahlt. Eine wichtige Ergänzung seien Essens- und Getränkestände gewesen. "Damit konnten wir die Besucher länger auf dem Markt halten." Anfangs habe die Feuerwehr dies organisiert, inzwischen beteiligten sich viele lokale Vereine. Der Naturpark Saar-Hunsrück organisiert Mitmach-Angebote, vor dem Hochwaldmuseum werden Äpfel gekeltert, das Feuerwehrmuseum bringt sich ein. "Dort wird auch wieder die Erntekrone aufgehängt", ergänzt Ricarda Ahmetovic von der Tourist-Info. Durch Strohdekorationen, geschmückte Stände an den Stadteingängen oder die seit einigen Jahren aufgestellte Strohpuppe am Kreisverkehr habe man "dem Markt ein Gesicht gegeben", sagt Schindler.

2006 wurde erstmals die 100-Händler-Marke geknackt. Heute sei der Bauernmarkt neben Stadtfest und Kultur(er)Leben eines von drei "Aushängeschildern" der Stadt. Damit dies so bleibe, müssten weiter "neue Akzente" gesetzt werden. Ein Beispiel dafür sei der Flohmarkt für Mädchen (siehe Info), der auf eine Idee der im Frühjahr 2016 unerwartet gestorbenen Touristinfo-Leiterin Claudia Fuchs zurückgeht. Stefanie Schömer vom HGV kümmert sich um die Fortsetzung: "Es gibt reges Interesse, aber auch noch freie Standplätze."

Die Hermeskeiler Geschäfte öffnen am 8. Okotober von 12 bis 17 Uhr. Zu ihren Angeboten zählen laut Schömer neue Mode-Kollektionen, Rabatte, kostenlose Hörtests und frisch gebackenes Bauernbrot. Bei einer Verlosung gibt es Warengutscheine im Wert von je 20 Euro zu gewinnen. "Alle lassen sich was einfallen, damit der Markt eine runde Sache wird."Extra: TIERE, HANDWERK UND EIN FLOHMARKT


Die etwa 100 Aussteller des Hermeskeiler Bauern- und Handwerkermarkts werden am Sonntag, 8. Oktober, ihre Stände am Neuen Markt, in der Kunickerstraße und in der Fußgängerzone aufbauen. Einige Händler bringen Ziegen und Rinder mit, andere führen ihr Handwerk vor. Der Naturpark Saar-Hunsrück ist mit einem Umweltmobil dabei. Zusätzlich gibt es laut Touristinformation Mitmach-Aktionen. Vor dem Hochwaldmuseum wird mit einer Presse Apfelsaft hergestellt. Die Geschäfte der Innenstadt haben von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Auf einem kleinen Platz an der Donatusstraße gibt es einen Flohmarkt, auf dem Mädchen und junge Frauen gebrauchte Kleidung, Taschen, Schmuck und Spielzeug zum Kauf anbieten. Es sind noch Standplätze zu vergeben. Kontakt: Stefanie Schömer, Hochwald Gewerbe Verband, Telefon 0171/7329321, E-Mail: marketing@hgv-hochwald.de