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Jugendherberge
Besuchen bald mehr Schüler Hermeskeil?

Betriebsleiterin Ines Bohn mit Jacob Geditz, Vorstandsvorsitzender des Jugendherbergsverbandes Rheinland-Pfalz/Saarland, vor der Hermeskeiler Jugendherberge.
Betriebsleiterin Ines Bohn mit Jacob Geditz, Vorstandsvorsitzender des Jugendherbergsverbandes Rheinland-Pfalz/Saarland, vor der Hermeskeiler Jugendherberge. FOTO: Ursula Schmieder
Hermeskeil. Die neue Leiterin der Jugendherberge, Ines Bohn, will einiges anders machen. Eine wichtige Rolle in den Plänen spielt der Naturpark.

Mit Ines Bohn hat erneut jemand aus der Region die Betriebsleitung der Hunsrück-Jugendherberge übernommen. Die Saarländerin aus Nonnweiler-Otzenhausen rückte für Peter Perrins nach.

Die Leitungsaufgaben als Chefin von etwa zehn Mitarbeitern, davon fünf Teilzeitkräften, sind für sie zwar neu. Doch dafür kennt sie das Haus mit seinen 112 Betten in zu gut 43 Prozent ausgelasteten 25 Zimmern und mit fünf Tagungsräumen für bis zu 40 Personen. Denn von 2011 bis 2016 war sie selbst Mitarbeiterin der Jugendherberge mit ihrem Familien- und Jugendgästehaus.

Jacob Geditz, Vorstandsvorsitzender des Jugendherbergsverbandes Rheinland-Pfalz/Saarland, begrüßt zudem Bohns „Verbundenheit zur Region“. Denn das Einzugsgebiet der Hermeskeiler Jugendherberge erstreckt sich in erster Linie über die beiden Bundesländer. Hinzu kommen Übernachtungsgäste der Nachbarländer Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Laut Geditz ist Hermeskeil vor allem für Schulklassen attraktiv – und eher für jüngere Jahrgangsstufen als für Abschlussklassen. Allerdings könnte sich das mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald ändern. Der Hunsrück habe sich lange „unter Wert“ verkauft, ist Geditz überzeugt.

Der Jugendherbergsverband strebe jedenfalls eine Zusammenarbeit oder auch eine Partnerschaft mit dem Nationalpark an, verweist er auf erste geführte Gespräche. Persönlich wünsche er sich, dass der Nationalpark „noch mehr Zugpferd wird“ – so etwa mit einem echten Leuchtturmprojekt - und mit einer stärkeren touristischen Prägung. Das mache den Hunsrück, eine landschaftlich sehr schöne Region, attraktiver und auch bekannter. Bestrebungen in dieser Richtung werde der Verband gerne unterstützen, stellt er in Aussicht. Denn letztlich stärke das ja alle Seiten. Unabhängig von größeren Projekten könnte die Hermeskeiler Jugendherberge kurzfristig für Schulklassen konzipierte Nationalpark-Programme mit vermarkten.

Bisher werden solche Angebote in der Regel von den Lehrern direkt über das Nationalparkamt in Birkenfeld gebucht, das sie seit anderthalb Jahren bewirbt. Den Nationalpark gebe es ja erst drei Jahre, erklärt Guido Lotz, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Das Interesse sei, wie steigende Buchungszahlen belegten, auf jeden Fall gegeben.

Da in Jugendherbergen aber zunehmend auch andere Personengruppen wie etwa Familien übernachteten, gebe es bereits Überlegungen, Angebote für sie wie auch weitere Zielgruppen zu schaffen. In das Programm der Jugendherberge könnten sie ab 2020 aufgenommen werden, erklärt Bohn.

Gemeinsam mit Partnern wie der Tourist-Information Hermeskeil erörtert sie bereits, was sinnvoll und machbar wäre. Ähnliche Kooperationen gibt es auch mit weiteren Partnern wie dem Naturpark Saar-Hunsrück und dem Rheinland-Pfälzischen Feuerwehr-Erlebnismuseum. Sie ermöglichen beispielsweise Abenteuer- und Entdeckungstouren wie zu Miniatur-„Raubtieren“ in freier Natur.