| 21:07 Uhr

Bombendrohung in der Berufsschule

Nach dem Großeinsatz: Die Berufsbildende Schule in Hermeskeil musste gestern morgen wegen einer anonymen Bombendrohung von der Polizei für eine halbe Stunde komplett evakuiert werden.Foto: Axel Munsteiner
Nach dem Großeinsatz: Die Berufsbildende Schule in Hermeskeil musste gestern morgen wegen einer anonymen Bombendrohung von der Polizei für eine halbe Stunde komplett evakuiert werden.Foto: Axel Munsteiner
HERMESKEIL. Das war ein ganz übler Scherz: Eine Bombendrohung hat gestern Schüler und Lehrer der Berufsbildenden Schule in Hermeskeil in helle Aufregung versetzt. Die Polizei musste das Gebäude evakuieren. Die Beamten konnten den anonymen Anrufer, einen 16-jährigen Schüler, jedoch bereits nach kurzer Zeit ermitteln und festnehmen. ARRAY(0xf41e350)

9.30 Uhr, gestern Morgen: Über den Notruf meldet sich ein anonymer Anrufer bei der Polizeiinspektion (PI) Hermeskeil. Er habe eine Bombe in der Geschwister-Scholl-Schule in der Borwiesenstraße deponiert, lautet seine Drohung. "Außerdem hat er einen größeren Geldbetrag, über dessen Höhe wir keine Auskünfte geben möchten, gefordert", sagt Siegfried Agostini, Leiter der Hermeskeiler PI. Kurz darauf geht ein zweiter Drohanruf ein.Räumung in geordneten Bahnen

Die Polizei reagiert sofort: Sie informiert Bernd Lange, den Leiter der Berufsschule Hermeskeil, unverzüglich von der Warnung und eilt mit zehn Beamten zur nahe gelegenen Schule. Dort haben die Lehrer bereits mit der Räumung des Gebäudes begonnen. "Einige Schüler waren bereits in der Pause. Die anderen haben wir mit Hilfe der Polizei innerhalb von wenigen Minuten aus den Klassenräumen geholt", berichtet der Schulleiter später im Gespräch mit dem TV . Die Aktion sei weitgehend in geordneten Bahnen verlaufen, so Lange und Agostini übereinstimmend. Nachdem sie das Schulgebäude verlassen haben, versammeln sich die rund 260 Schüler in sicherer Entfernung vom Gebäude auf dem Parkplatz. Einige seien schon ein wenig verängstigt gewesen, viele hätten die Drohung aber von Anfang an nicht ernst genommen, fasst Lange seine Eindrücke des Morgens zusammen. Noch während die Räumung der Schule in vollem Gange ist, läuft die Suche nach dem anonymen Anrufer auf Hochtouren: Eine Lehrerin fährt mit zur Polizeiinspektion, hört dort die Tonbandaufzeichnung mit der Stimme des Täters ab und kann ihn sofort identifizieren. Keine halbe Stunde nach dem ersten Notruf nehmen die Hermeskeiler Polizeibeamten ihn auf dem Schulgelände fest. Es handelt sich dabei nach Angaben der Polizei um einen 16-jährigen Schüler der Berufsbildenden Schule, der in einer Jugendhilfeeinrichtung in der Verbandsgemeinde Hermeskeil lebt. Der Junge habe sofort eingeräumt, dass er der anonyme Anrufer war und keine Bombe in der Schule versteckt sei, sagt Agostini. Damit ist der Spuk schnell vorbei: Nachdem die Polizei endgültig Entwarnung gibt, können die 260 Schüler bereits kurz nach 10 Uhr in ihre Klassen zurückkehren. "Gerade, was mögliche Nachahmungseffekte angeht, war es natürlich gut, dass die Schüler gesehen haben, wie schnell die Polizei zupackt", lobt Lange den Einsatz der Beamten. In den Klassen sei aber noch lange Zeit über das Geschehen an diesem aufregenden Morgen diskutiert worden, sagt der Schulleiter, der nach eigener Aussage "sehr erleichtert ist, dass an der Drohung nichts dran war". Für den 16-jährigen mutmaßlichen Täter werden die Drohanrufe schwerwiegende Konsequenzen haben. Weil es sich bei ihm um einen geständigen Ersttäter handelt, wurde kein Haftbefehl erlassen. "Es wurde aber ein Ermittlungsverfahren wegen der Androhung eines Verbrechens gegen ihn eingeleitet", sagt Agostini. Der 16-Jährige muss mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Zudem werde noch geprüft, inwiefern der Jugendliche für die nicht unerheblichen Kosten des Polizeieinsatzes gerade stehen muss.