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Damfloser haben Visionen für ihr Dorf

Den neu geschaffenen Treffpunkt im Bürgerhaus Damflos nehmen Männer wie Frauen an. Im Bild (von links) Ortsbürgermeister Franz-Joachim Wellenberg mit Margret Kaup, Klaus Bier, Henner Schmitt und Helmut Becker. TV-Foto: Ursula Schmieder
Den neu geschaffenen Treffpunkt im Bürgerhaus Damflos nehmen Männer wie Frauen an. Im Bild (von links) Ortsbürgermeister Franz-Joachim Wellenberg mit Margret Kaup, Klaus Bier, Henner Schmitt und Helmut Becker. TV-Foto: Ursula Schmieder
Damflos. Während das Damfloser Bürgerhaus Schritt für Schritt saniert wird, haben sich dort die ersten Bürgertreffpunkte eingerichtet. Langfristig soll in der einstigen Schule ein zukunftsweisendes Kommunikations- und Servicezentrum mit vielfältigen Angeboten realisiert werden. Ursula Schmieder

Damflos. Wie in vielen Orten muss auch Damflos seit wenigen Monaten ohne Gaststätte auskommen. Von, vor 50 Jahren noch vier Lokalen, gab es zuletzt nur noch eines, das Ende des Jahres ebenfalls schloss. Doch Rat und Bürger ergriffen früh die Initiative. Statt sich klaglos zu fügen, sind sie dabei, im 1928 gebauten Bürgerhaus, einst die Dorfschule, Alternativen zu schaffen.
Wie mehrfach berichtet, wird das Bürgerhaus derzeit grundlegend saniert (siehe Extra). Parallel dazu füllt sich das Gebäude seit Wochen und Monaten zunehmend mit Leben. Im Rahmen des Moro-Programms, der Kreis-Initiative für eine "Regionale Daseinsfürsorge", sind bereits erste Treffpunkte geschaffen. So etwa neben dem Sitzungsraum in der ehemaligen Sektbar, wo sich nun unter anderem Skatspieler treffen. Auch ein wöchentliches Angebot wird gut angenommen. Kaffee und Kuchen soll es, auf Wunsch von Frauen, dazu aber nur noch einmal im Monat geben. Ebenfalls angedacht sind Spiele-tage, Wanderungen oder gemeinschaftliches Grillen. Schon seit längerem etabliert ist die Krabbelgruppe im Obergeschoss. Dort gibt es auch Räume für einen Frauen- und einen Männertreff und eine kleine Küche, die derzeit eingerichtet wird. Außerdem treffen sich dort das Web-Team, das den Internetauftritt der Gemeinde betreut und sie im Oktober erstmals live im Radio vorstellte, und das Team "Projekt Zukunft Damflos".
Die Gruppe will eine Infrastruktur und Gemeinschaft im Ort erhalten und neue Konzepte wie Mobilitäts- oder Versorgungsangebote schaffen. Mit einbezogen in die Überlegungen wird auch der vom Land geplante Nationalpark. Der Damfloser Rat hat die Gruppe zudem beauftragt, ein Konzept für ein Kommunikations- und Servicezentrum Bürgerhaus auszuarbeiten. Das Gebäude soll fit gemacht werden für künftige Anforderungen. Auch ein Anbau ist denkbar für die von Ratsmitglied Matthias Bauer vorgestellte "Vision". Er könnte den seitlichen Flachbau in den vorderen Hof hinein verlängern. Fraktionschef Berthold Bouillon kann sich das gut vorstellen: "Als das Bürgerhaus 1983 eröffnet wurde, ging keiner davon aus, dass es 30 Jahre später kein Geschäft und keine Gaststätte mehr gibt." Laut Ortsbürgermeister Franz-Joachim Wellenberg könnte Damflos das aber nur mit Förderungen, wie über Moro oder das Leader-Programm der EU, stemmen. Höhere finanzielle Belastungen könnten sie sich nicht leisten. Ungeachtet der regen Nutzung des Bürgerhauses, in dem "jeden Tag Action" sei. Nun gilt es, die vielen zusätzlichen Nutzungsvarianten unter einen Hut zu bekommen. Denn dort probende Vereine oder Bürger, die einen der Treffpunkte nutzen, sollen sich ja nicht gegenseitig stören.
Im weiteren Verlauf der Sitzung beschloss der Rat, ein neues Urnengrabfeld mit zwölf Grabstellen anzulegen. Zuletzt wurden vor etwa sechs Jahren 30 Felder angelegt. Außerdem ist ein Pachtvertrag mit der Reservistenkameradschaft besiegelt. Sie wird, nachdem sich der örtliche Tennisverein aufgelöst hat, das Tennisgelände hinter dem Sportplatz nutzen und auch pflegen, was die Gemeinde entlastet.Extra

Sanierung Bürgerhaus: Im ersten Schritt wurde voriges Jahr die kostenintensive alte Heizung ausgetauscht. In diesem Jahr werden neue Fenster eingebaut und eine neue Haustür, was 23 356 Euro kostet. Der Rat beauftragte damit den günstigsten Anbieter, das Hermeskeiler Unternehmen Teba. Fünfmal so viel, 125 728 Euro, fließen in die Erneuerung des maroden Daches. Beauftragt damit ist Firma Bohn aus Longkamp. Ein Anbieter aus der Verbandsgemeinde durfte, da er teurer war, nicht bevorzugt werden. Das Gerüst wird das Gusenburger Unternehmen Neisen für 7565 Euro aufstellen. Insgesamt ist die Sanierung mit um die 250 000 Euro kalkuliert, die das Land mit 110 000 Euro bezuschusst. Der Betrag soll je zur Hälfte 2014 und 2015 fließen. urs