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Das Ende vom Anfang

Prominente "Premieren-Fahrer": Um den Ruwer-Hochwald-Radweg zwischen Hermeskeil und Reinsfeld offiziell freizugeben, griffen (von links) Werner Angsten, Michael Hülpes, Ruwer-Weinkönigin Julia Bonert, Lothar Kaufmann, Edeltrud Bayer und Richard Groß zur Schere. Foto: Axel Munsteiner
Prominente "Premieren-Fahrer": Um den Ruwer-Hochwald-Radweg zwischen Hermeskeil und Reinsfeld offiziell freizugeben, griffen (von links) Werner Angsten, Michael Hülpes, Ruwer-Weinkönigin Julia Bonert, Lothar Kaufmann, Edeltrud Bayer und Richard Groß zur Schere. Foto: Axel Munsteiner
HERMESKEIL/REINSFELD. Wo einst die Dampflok schnaufte, treten künftig Radfahrer in die Pedale. Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt des Ruwer-Hochwald-Radwegs sind inzwischen abgeschlossen. Am Freitag wurde die sechs Kilometer lange Teilstrecke zwischen Hermeskeil und Reinsfeld offiziell eingeweiht. ARRAY(0x9b6b9f38)

Einen so großen Bahnhof hat es am Hermeskeiler Bahnhof seit langem nicht mehr gegeben. Ein bunter Pulk von "Pedalrittern" bevölkert den Bahnhofsvorplatz. Mittendrin die hohen Herren, die ihren Anzug im Schrank gelassen haben und sich stattdessen sportlich auf ihren Drahtesel schwingen. Denn eine Testfahrt auf dem neuen Radweg wollen auch sie sich nicht entgehen lassen. Sicher, vorerst ist bei den Ausbauarbeiten für den später 48 Kilometer langen Weg nur die erste Etappe geschafft. Aber die Fertigstellung des sechs Kilometer langen Abschnitts von Hermeskeil nach Reinsfeld ist allemal ein Grund zu feiern. Deshalb dürfen, bevor es los geht und das obligatorische Band durchschnitten wird, die Festtagsreden und der Rückblick auf die Schwierigkeiten, die mit der Verwirklichung des 10,5-Millionen-Euro-Projekts verbunden waren, nicht fehlen. Einen "langen Anlauf" habe man für den Radweg-Bau auf der früheren Bahntrasse benötigt, erinnert sich Landrat Richard Groß. In erster Linie denkt er dabei an die komplizierten, jahrelangen Verhandlungen, die die Ausbaugemeinschaft (der Kreis, die Stadt Trier, die Verbandsgemeinden Kell am See und Ruwer sowie die Stadt Hermeskeil und die Gemeinde Reinsfeld) mit der Deutsche Bahn AG führen musste, als es um den Verkauf der Strecke ging. Nicht ganz einfach war es aber auch, das kostspielige Projekt in den kommunalen Gremien durchzusetzen. "Es gab am Anfang viel Skepsis. Die hat sich jetzt aber größtenteils in Zustimmung, ja sogar Begeisterung gewandelt", will Edeltrud Bayer, Leiterin des Landesbetriebs Straßen und Verkehr (LSV) Trier erkannt haben. Ihre Behörde hatte die Planung des Radwege-Ausbaus übernommen. Einer, der nicht erst lange überzeugt werden musste, ist der Hermeskeiler Bürgermeister Michael Hülpes: "Der Ruwer-Hochwald-Radweg ist ein wunderbares Gemeinschaftswerk. Für uns geht heute ein Traum in Erfüllung", freut er sich darüber, dass die Strecke zwischen Hermeskeil und Reinsfeld jetzt auch offiziell befahren werden darf. Damit ging der Ausbau im Hochwald übrigens zügiger über die Bühne als im unteren Ruwertal. "Dort hat sich die Sache ein wenig verzögert", berichtet der Landrat, der in diesem Jahr nicht mehr mit einer offiziellen Freigabe dieses Abschnitts rechnet. Ein ganz entscheidender Akteur bei der Umwandlung der Bahnstrecke in einen Radweg ist das Land. Denn Mainz wird 80 Prozent der Kosten übernehmen. Wegen seiner "außergewöhnlichen Dimensionen" sei der Ruwer-Hochwald-Radweg das "bislang teuerste Radweg-Projekt im Land", betont Lothar Kaufmann vom Wirtschaftsministerium und fügt hinzu: "Und das wird es wohl auch bleiben." Dann jedoch sind der Worte genug gewechselt, und das fast 70-köpfige "Peloton" setzt sich in Bewegung, bewältigt ohne große Probleme die moderate Steigung bis zum "Vogelterkopf", dem höchsten Punkt des kompletten Radwegs, und rollt von dort nach einer kurzen Verpflegungsrast bergab zur vorläufigen Endstation des Radwegs nach Reinsfeld.