| 11:35 Uhr

Politik
Das wollen die Parteien für die fusionierte Kommune

Logo_Kommunalwahl_VG_Saarburg-Kell.pdf
Logo_Kommunalwahl_VG_Saarburg-Kell.pdf FOTO: TV / Eltges, Stefanie
Saarburg/Kell am See. Was möchten die Parteien erreichen, die sich um Sitze im Verbandsgemeinderat Saarburg-Kell bewerben? Bei den für sie wichtigsten Themen gibt es einige Überschneidungen. Unterschiedliche Ideen haben die Politiker dazu, wie sie den Zusammenhalt in der neuen Kommune stärken wollen. Von Christa Weber
Christa Weber

Es sind nur noch knapp zwei Wochen, dann haben die Einwohner der Verbandsgemeinden (VG) Saarburg und Kell am See die Wahl. Am Sonntag, 14. Oktober, bestimmen sie den Bürgermeister für die ab dem 1. Januar 2019 fusionierte VG Saarburg-Kell. Alleiniger Kandidat ist der derzeitige Saarburger VG-Chef Jürgen Dixius (CDU). Die Wähler entscheiden außerdem darüber, welche 40 Frauen und Männer ihre Interessen im neuen Verbandsgemeinderat vertreten sollen.

Sechs Parteien und Gruppierungen treten an (TV vom 20. September), die auf Internetseiten, in sozialen Netzwerken oder bei Veranstaltungen in der Region um Wählerstimmen werben. Welche Aufgaben wollen sie anpacken? Wo sehen sie die dringendsten Herausforderungen? Der TV hat alle Bewerber gebeten, ihre drei wichtigsten Themen zu benennen.

CDU „Im Kern muss Leben sein“, sagt Simone Thiel, Vorsitzende des CDU-Ortsvereins Saarburg. Deshalb plane die CDU eine „Stabstelle ländlicher Raum“, die Hilfestellung für alle Ortsgemeinden leisten, Ortskern-Initiativen und „Zuhause-Leben im Alter“ unterstützen und beratend für das in der VG Saarburg flächendeckend verbreitete Projekt sorgende Dorfgemeinschaften bereitstehen solle. Außerdem müssten Betreuungsangebote in den Grundschulen ausgebaut und wohnortnahe Angebote für alle Generationen gestärkt werden. „Wasser bleibt klare VG-Aufgabe. Hier gilt: gutes Wasser, stabile Preise.“ Zusätzlich wolle man eine „Stabstelle Wirtschaftsförderung“ einrichten als Ansprechpartner für Standortfragen, Betriebsnachfolge oder Verwaltungshilfe. Wichtig für lebendige Dörfer mit erfolgreichem Tourismus sei Kultur-, Heimat- und Brauchtumspflege. „Deshalb unterstützen wir Vereine und Touristik. Klar ist auch, dass wir Feuerwehren dauerhaft gut ausstatten.“

Symbol Feuerwehr Arzt Krankenwagen Rettungskräfte Blaulicht
Symbol Feuerwehr Arzt Krankenwagen Rettungskräfte Blaulicht FOTO: Friedemann Vetter

SPD Eine verbesserte Infrastruktur und der Erhalt der Dorfkerne sei den Sozialdemokraten ein besonderes Anliegen, erklärt Dieter Engelhardt, Vorsitzender des SPD-Arbeitskreises in der VG Kell: „Lebensqualität von der Kindheit bis ins hohe Alter ist die Grundvoraussetzung für den Erhalt und Ausbau unserer Dörfer.“ Dazu gehörten ein „energieeffizientes, soziales Wohnumfeld“, aber auch eine zeitgemäße Verkehrsinfrastruktur und neue Baugebiete. Die SPD setze sich für ortsnahe Kindergärten und Grundschulen ein. Volle Unterstützung verdienten die freiwilligen Feuerwehren und Vereine, die „wertvolle Beiträge zum Miteinander in den Gemeinden“ leisteten. Damit sie weiter bei Bränden, Hochwasser und Unfällen helfen könnten, müssten die Strukturen der Wehren erhalten und gefördert werden.

FWG Die Vereinigung der Freien Wähler fordert wie die SPD ein zukunftsfähiges Konzept für Kindertagesstätten und Schulen. Die Einrichtungen bräuchten eine „bedarfsgerechte Planung und eine hochwertige Ausstattung für eine kindgerechte Förderung und ein effizientes Lernen“, teilt Rudolf Funken, Vorsitzender der bereits fusionierten FWG Saarburg-Kell, mit. Wichtig sei zudem eine gute flächendeckende medizinische Versorgung in der neuen Verbandsgemeinde und damit auch der Erhalt des Kreiskrankenhauses in Saarburg. Einsetzen werde sich die FWG außerdem für die Stärkung von Ehrenamt und Feuerwehren, die weiterhin eine einsatzgerechte, moderne Ausstattung und Ausbildung benötigten.

Eine gute flächendeckende medizinische Versorgung, die Stärkung der Feuerwehren und die Verbesserung der digitalen Infrastruktur gehören zu den Zielen der Parteien, die zur ersten Wahl für den Verbandsgemeinderat Saarburg-Kell am 14. Oktober antreten.
Eine gute flächendeckende medizinische Versorgung, die Stärkung der Feuerwehren und die Verbesserung der digitalen Infrastruktur gehören zu den Zielen der Parteien, die zur ersten Wahl für den Verbandsgemeinderat Saarburg-Kell am 14. Oktober antreten. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd

Grüne Für Bündnis 90/Die Grünen beantwortet Stefanie Jacoby-Spengler, Mitglied der Grünen-Fraktion im Saarburger VG-Rat, die Anfrage des TV. Das Leben in den Dörfern habe sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr verändert, sagt sie. Einrichtungen und Treffpunkte seien verloren gegangen. „Wir wollen keine Zersiedelung durch große Neubaugebiete. Die Schaffung von Einrichtungen zur Grundversorgung in den Dörfern ist das Ziel.“ Auch die Vermarktung der regionalen Produkte solle ausgebaut und gefördert werden. Zudem forderten die Grünen schnelles Internet in der gesamten VG Saarburg-Kell und dessen „schnellstmögliche Umsetzung“. Und man setze sich ein für den Erhalt des Saarburger Krankenhauses, „damit auch weiterhin in unserer ländlichen Region die gesundheitliche Versorgung und die Notfallrettung gewährleistet sind“.

FDP Gerd Benzmüller aus Ockfen kandidiert auf FDP-Listenplatz eins. Er sieht beide Verbandsgemeinden bei der Verbesserung digitaler Infrastruktur auf einem guten Weg: „Aber es reicht noch nicht. Wir brauchen in jedem Betrieb und jedem Wohnhaus einen Glasfaseranschluss.“ Die VG müsse zudem Strukturen in den Gemeinden aufrechterhalten. Dazu zählten die Erneuerung maroder Kanalnetze und „Lösungen zu erarbeiten, wie wir unsere gut funktionieren Feuerwehren weiter unterstützen können, um ihren Bestand zu garantieren“. Auch der örtliche Hochwasserschutz sei „bei weitem noch nicht so umgesetzt, dass unsere Bürger sicher sind“. Im Tourismus gebe es derzeit für beide Verbandsgemeinden unterschiedliche Konzepte, die man „nicht in einen Topf werfen“ sollte. Schließlich sei dies in der Region „unser wichtigstes Standbein, um regional Arbeitsplätze zu erhalten“.

ARCHIV - 09.11.2017, Schleswig-Holstein, Westerrönfeld: Leerrohre, in die später Glasfaserkabel geblasen werden, sind auf einer Baustelle zu sehen. Der Bund vereinfacht angesichts schleppender Abrufe seine Förderung für den Ausbau des schnellen Internets in ganz Deutschland. (zu dpa «Bund vereinfacht Förderung für Ausbau des schnellen Internets» vom 03.07.2018) Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 09.11.2017, Schleswig-Holstein, Westerrönfeld: Leerrohre, in die später Glasfaserkabel geblasen werden, sind auf einer Baustelle zu sehen. Der Bund vereinfacht angesichts schleppender Abrufe seine Förderung für den Ausbau des schnellen Internets in ganz Deutschland. (zu dpa «Bund vereinfacht Förderung für Ausbau des schnellen Internets» vom 03.07.2018) Foto: Carsten Rehder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Carsten Rehder

Junge Liste Unter dem Namen Junge Liste bewerben sich 22 Kandidaten im Alter zwischen 18 und 38 Jahren um Mandate im Verbandsgemeinderat. Sie stehen zwar der CDU nahe, wollen aber auch ohne Parteibuch die politischen Geschicke in der neuen Kommune mitbestimmen. Laut dem Saarburger Johannes Thebach, Listenplatz eins, setzen sie sich für eine moderne, serviceorientierte Verwaltung ein. Durch „bedienerfreundliche Online-Anwendungen“ sollte dem Bürger der Gang zum Rathaus „bestenfalls erspart werden“. Wichtig sei, die medizinische Versorgung für Stadt und Land sicherzustellen. „Dabei ist das Krankenhaus in Saarburg tragende Stütze zur Gewährleistung der medizinischen Grundversorgung in unserer Region“, sagt Thebach. Im ländlichen Raum müsse man dem Ärztemangel entgegenwirken. Die Junge Liste fordere frei verfügbares W-Lan an öffentlichen Gebäuden und Plätzen.