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Umwelt und Natur
Publikumsliebling: Justin, der Biber

Zum Kraulen und Streicheln: Biber Justin (hier mit Messebesucherin Sylwia Ejkiewicz aus dem polnischen Nowa Sól und rechts Rangerin Alexandra Bloch) ist der Publikumsliebling am Messestand des Nationalparks Hunsrück-Hochwald auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB).
Zum Kraulen und Streicheln: Biber Justin (hier mit Messebesucherin Sylwia Ejkiewicz aus dem polnischen Nowa Sól und rechts Rangerin Alexandra Bloch) ist der Publikumsliebling am Messestand des Nationalparks Hunsrück-Hochwald auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB). FOTO: Roland Morgen / Medienhaus Trierischer Volksfreund
Berlin . Auf Fachmessen wie der Berliner ITB erntet der Hunsrück steigendes Interesse. Touristiker erwarten deshalb ein erfolgreiches Jahr. Derweil wächst der Urwald weiter.
Roland Morgen

„Wie schön!“ strahlt Messebesucherin Sylwia Ejkiewicz (23) aus Polen, als sie einen ungewöhnlichen Gast auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) erspäht. Ungewöhnlich auch, weil er nicht mehr unter den Lebenden weilt. Der Biber am Stand des Nationalparks Hunsrück-Hochwald ist ausgestopft. Das hat immerhin den Vorteil, dass man ihn gefahrlos streicheln und sich mit ihm fotografieren lassen kann, was ausgiebig genutzt wird. „Er ist ein echter Publikumsliebling“, sagt Nationalpark-Rangerin Alexandra Bloch (28) über den Ex-Biber, der einen ganz aktuellen Spitznamen hat: Justin – in Anlehnung an US Pop­idol Justin Bieber und immer einen Lacher wert.

Dass Biber Justin auf der ITB dabei ist, hat einen guten Grund. „Wir haben im vergangenen Jahr feststellen dürfen, dass ein Biberpärchen im Wald bei Neuhütten-Muhl lebt“, berichtet Alexandra Bloch. Lange galten die Nager als weitgehend ausgerottet – „Nun gehen wir davon aus, dass sich in unserer Region wieder eine Population entwickelt.“ Mehr zum Thema Biber erfahren Interessierte auf der sogenannten Waldtour, einem der zahlreichen Führungsangebote des rheinland-pfälzisch/saarländischen Nationalparks. Sie findet von April bis Oktober jeden Donnerstag von 14 bis 16.30 Uhr statt. Treffpunkt: Gemeindehaus Muhl; Teilname kostenlos.

290 Touren mit insgesamt rund 2300 Teilnehmern haben die Ranger 2017 geleitet – eine Steigerung um 60 Prozent gegenüber 2016. Tendenz: weiter steigend. Auch der Nationalpark entwickelt sich weiter. „In den knapp drei Jahren seit dem Start haben wir die Wildnisfläche von 25 auf 30 Prozent erweitert“, berichtet Pressesprecher Guido Lotz (55). Bis 2045 sollen nach und nach insgesamt 75 Prozent des gut 100 Quadratkilometer großen Gesamtgebiets der natürlichen Entwicklung überlassen und damit Urwald werden.

In Sachen Fremdenverkehr spielt der Nationalpark derzeit noch eine untergeordnete Rolle, „aber wir spüren schon, wie mit dem wachsenden Bekanntheitsgrad die überregionale Nachfrage wächst“, sagt Iris Müller (46) von der Regionalagentur Hunsrück-Touristik GmbH. Im vergangenen Jahr kamen rund 287 000 Übernachtungsgäste in den Hunsrück, ähnlich viele wie 2016. Die Zahl der Übernachtungen jedoch ging um 1,2 Prozent auf 770 000 zurück, was nach Iris Müller nicht zuletzt auf die insolvenzbedingte Schließung eines Teils des Ferienparks Himmelberg in Thalfang zurückzuführen sei. Nach Besitzerwechsel und Renovierung können nun wieder Urlauber kommen. 2018 werde es, da zeigt sich die Hunsrück-Touristikerin auf der ITB sicher, wieder aufwärtsgehen mit den Gäste- und Übernachtungszahlen. Tatsächlich zeigten „erfreulich viele Messebesucher  Interesse an Broschüren und Prospekten der touristischen Regionalagentur, die ihren Sitz am Flughafen Hahn hat und sich in Berlin mit den anderen Ferienregionen des Landes am Gemeinschaftsstand der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH (RPT) präsentierte.

Dass der „Hunsrück im Kommen“ sei, habe sich auch bei den ersten Tourismusmessen dieses Jahres in Stuttgart, Utrecht (Niederlande) und Gent (Belgien) gezeigt: „Auch dort haben wir uns über große Nachfrage freuen können.“

Informationen zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald und seinen Angeboten für Besucher online unter:
www.nationalpark-hunsrueck-hochwald.de

Blickt optimistisch in die neue Saison: Iris Müller von der Hunsrück-Touristik-Gesellschaft auf der ITB in Berlin.
Blickt optimistisch in die neue Saison: Iris Müller von der Hunsrück-Touristik-Gesellschaft auf der ITB in Berlin. FOTO: Roland Morgen / Medienhaus Trierischer Volksfreund