| 20:41 Uhr

Der Verein Erholungsgebiet Hochwald: Eine Erfolgsgeschichte

Die Gesichter des Vereins Erholungsgebiet Hochwald zwischen Mosel und Saar (v.l.): Wanderwegewart Andreas Ludwig, die Bürgermeister Michael Hülpes, Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil, als Vorsitzender und Martin Alten, VG Kell am See, als Geschäftsführer sowie sein Büroleiter Norbert Willems. Beim Fototermin verhindert war Karl-Heinrich Ewald, erster Beigeordneter VG Ruwer. TV-Foto: Ursula Schmieder
Die Gesichter des Vereins Erholungsgebiet Hochwald zwischen Mosel und Saar (v.l.): Wanderwegewart Andreas Ludwig, die Bürgermeister Michael Hülpes, Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil, als Vorsitzender und Martin Alten, VG Kell am See, als Geschäftsführer sowie sein Büroleiter Norbert Willems. Beim Fototermin verhindert war Karl-Heinrich Ewald, erster Beigeordneter VG Ruwer. TV-Foto: Ursula Schmieder FOTO: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"
Hermeskeil/Kell/Ruwer. Trotz Kommunalreform soll die 50-jährige Erfolgsgeschichte des Vereins Erholungsgebiet Hochwald zwischen Mosel und Saar weitergehen. Dessen Arbeit wurde bereits mit Millionen gefördert. Ursula Schmieder

Die Frage, ob die Verbandsgemeinde (VG) Kell am See mit Saarburg oder Hermeskeil fusionieren wird, erhitzt seit Monaten die Gemüter. Doch der Vorstand des Vereins Erholungsgebiet Hochwald zwischen Mosel und Saar sieht der Entwicklung gelassen entgegen.

Für Michael Hülpes, Bürgermeister der VG Hermeskeil, steht fest: "Auf den Verein können wir nicht verzichten." Martin Alten, Amtskollege in Kell am See und Geschäftsführer, pflichtet bei: "Es wäre nicht zielführend, wenn jemand eine Auflösung betreiben würde." Die VG Ruwer, die den stellvertretenden Vorsitz innehat, steht laut dem ersten Beigeordneten Karl-Heinrich Ewald ebenfalls zu dem Verein: "Das ist eine gute Sache."

Norbert Willems, Büroleiter in Kell, hebt die enge Zusammenarbeit hervor - auch mit den Forstämtern Hermeskeil und Saarburg und den Tourist-Informationen. Der Verein, dem seit 2012 auch die Kommunen des Unteren Ruwertals angehören und damit die gesamte VG, sei "ein gelungenes Beispiel" für ein Verwaltungsgrenzen überschreitendes erfolgreiches Miteinander.

Den erreichten hohen Standard wollen alle Vereinsmitglieder halten und verbessern. Jährlich übernachten circa 200 000 Gäste im Erholungsgebiet. Deshalb sei die Güte der Wege laut Alten nicht nur für Kell wichtig. Touristen erkundigten sich heute vorab im Internet über Routen, Bewertungen und etwaige Mängel, die nachteilig für das gesamte Erholungsgebiet wären. Beliebt sind die jährlichen Anwanderungen des Vereins an wechselnden Orten, im Frühjahr rund um Osburg. Möglicherweise wird es im Herbst eine zweite Tour, eine "Jubiläums-Anwanderung", geben. Der wichtigste Mann im Verein ist für alle Andreas Ludwig, festangestellter Wanderwegewart - und erst der zweite in 50 Jahren. Der Nachfolger von Rudi Schuh aus Hinzert-Pölert ist seit dem 15. April 1999 dafür zuständig, dass Wege, Beschilderungen und Sicherheitsvorrichtungen in Ordnung sind.

Wann und wo er was anpackt, bei Bedarf unterstützt von Kommunen mit Material und Gemeindearbeitern, richtet sich nach der Dringlichkeit. Hohe Priorität genießen die regelmäßigen Überprüfungen von Wanderwegen, die Zertifizierungen. Innerhalb der Kommunen ist das laut Ludwig akzeptiert - auch wenn Arbeiten auf der eigenen Gemarkung mal etwas hintenanstehen müssen. Dabei richten sich die finanziellen Beteiligungen der VGs nach der Fläche und bei Gemeinden nach Einwohner- und Gästezimmerzahlen.

Seit dem Ausstieg des Kreises tragen die VGs zudem seit 2012 auch deren Anteil. Dabei war es der Landkreis, der den Verein und damit, so Alten, die "bemerkenswerte Entwicklung" voranbrachte (siehe Infobox).

Einer, der von Anfang mit dabei war, als Projekte wie der Keller See entwickelt wurden, war ein Amtsvorgänger von Alten, August Justen (94), 22 Jahre erster Geschäftsführer des Vereins. Es sei schon eine tolle Sache, was da "aus dem Boden gestampft" wurde - für Beträge in Millionenhöhe. Doch nicht nur die Höhe der Investitionen war außergewöhnlich. Denn zuvor mussten erst einmal die Menschen vor Ort gewonnen werden für die Vorhaben, deren Modellcharakter im ganzen Land auf "bedeutendes Echo" getroffen sei.Extra: DIE GESCHICHTE DES VEREINS

Der Verein Erholungsgebiet Hochwald zwischen Mosel und Saar, bis 1970 Osburger Hochwald, gründete sich am 8. Mai 1967. Auf Basis eines vom Kreis beauftragten Gutachtens sollte das Gebiet der Mitgliedsgemeinden strukturell entwickelt werden. Und das mit Blick auf zusätzliche Arbeitsplätze im touristischen, aber auch im landwirtschaftlichen und auch im industriellen Sektor.

Als Leuchtturmprojekte realisiert wurden der Keller Stausee mit Feriendorf, Freibad und Campingplatz. Ebenfalls neu angelegt wurden: Weiheranlagen mit Freizeitangeboten in Beuren, Holzerath und Schillingen, der Knüppeldamm Weyrichsbruch, Wassertretbecken, Wanderwege mit Bänken und Schutzhütten, Aussichtspunkte, Parkplätze und das Umfeld von Naturdenkmälern und Biotopen. Öffentliche Projekte brachten zusätzliche Aufgaben mit sich: der Ruwer-Hochwald-Radweg, Mountainbike-Routen und der Premiumfernwanderweg Saar-Hunsrück-Steig mit seinen Traumschleifen. Das Haushaltsvolumen des Vereins beträgt knapp 80 000 Euro, sein Gebiet umfasst 432 Quadratkilometer. Mitglieder sind heute die drei VGs, die Städte Hermeskeil und Trier, 45 Ortsgemeinden der VGs sowie 35 private und juristische Personen.