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Gesellschaft
Ehrenamt braucht Anerkennung

Ins Gespräch kommen. Das ist das Ziel des Treffens, an dem unter anderem (von links) Dechant Clemens Grünebach, Kerstin Bettendorf vom MGH sowie Elvis Mihu (Beschäftigungspilot für Flüchtlinge im Kreis Trier-Saarburg) teilnehmen.
Ins Gespräch kommen. Das ist das Ziel des Treffens, an dem unter anderem (von links) Dechant Clemens Grünebach, Kerstin Bettendorf vom MGH sowie Elvis Mihu (Beschäftigungspilot für Flüchtlinge im Kreis Trier-Saarburg) teilnehmen. FOTO: Christoph Eiffler
Hermeskeil. Engagierte und Nutzer des Johanneshauses Hermeskeil haben gemeinsam in die Zukunft geblickt.

Ehrenamtlich tätig sein allein ist nicht genug. Deshalb treffen sich einmal jährlich Kooperationspartner, freiwillig Engagierte und Nutzer des Mehrgenerationenhauses (MGH) Johanneshaus. Dechant Clemens Grünebach begrüßte die Anwesenden, und Kerstin Bettendorf führte in das Schwerpunktthema Engagement des Abends ein. Bettendorf stellte in einer ersten Befragungsrunde langjährige Engagierte vor. So Monika Becker, die seit rund 50 Jahren in der Gesundheitserziehung, und Rosemarie Piter, die 40 Jahre im Reha-Sport für Behinderte und bei der Wirbelsäulengymnastik engagiert sind.

Der Leiter des MGH Christoph Eiffler erinnerte an die 50-Jahrfeier des Johanneshauses, zu der auch eine Festschrift erscheinen ist. Er fand, dass die Festredner das Johanneshaus treffend beschrieben haben. So sagte die damalige Bundesfamilienministerin Katarina Barley: „Der Geist, der durch das Haus wehte und weht, ist gelebte Nächstenliebe“. Gundo Lames vom Bistum Trier kennzeichnete das Haus als diakonischen Ort und als Vorreiter für die synodale Umsetzung des Bistums. Kreisbeigeordneter Arnold Schmitt nannte das Johanneshaus ein „Leuchtturmprojekt für die Region, das nicht mehr wegzudenken ist“. Stadtbürgermeister Mathias Queck nannte das Haus „die gute Stube für Hermeskeil“. Exemplarisch nannte Christoph Eiffler drei Projekte, die auf den Weg gebracht worden sind. Bettendorf hat mit der Fachstelle KEB Trier erfolgreich eine Modulreihe zur Qualifizierung von Seniorenbegleitern durchgeführt. Zusammen mit dem Hochwälder Familiennetzwerk Hafen gab es erstmals das Picknick im Stadtpark. Mit der evangelischen Kirche, der Frauengemeinschaft Gusenburg und dem Förderverein Blast the borders wurde der Markt „Kleidung&Schönes“ veranstaltet.

Das Konzept für die älter werdende Bevölkerung wurde fertiggestellt und ist jetzt in der Umsetzungsphase. Zusammen mit dem Hafen und dem Sozialraumzentrum wurde ein neues Netzwerk „Start up Familie“ auf den Weg gebracht, das die jungen Familien von der Schwangerschaft bis in den ersten Lebensjahren des Kindes unterstützen will. Christoph Eiffler verwies darauf, dass mehr als 2000 Veranstaltungen im Hause plus 600 in der Verbandsgemeinde im letzten Jahr stattfanden. „Wir arbeiten mit 50 Kooperationspartnern und rund 50 Engagierten zusammen.“ Sechs Angestellte, knapp 40 Kursleiter, Honorarkräfte und geringfügig Beschäftigte helfen, die Aufgaben auch in Zukunft zu bewältigen. „Es werden noch Leute gesucht, die sich in verschiedenen Projektgruppen beteiligten könnten, die zeitlich befristet sind“, sagte Eiffler.

Georg Hennes vom Bistum Trier gab Erklärungen zum „Wandel im Ehrenamt.“ Es sei „vielfältiger und bunter“ geworden“. Weiter, so Hennes, stünde für das Ehrenamt ein spontanes, ungebundenes Engagement, ein Engagement außerhalb von Organisationen eine Mitarbeit, die per SMS, Facebook, Twitter selbstorganisiert mit viel Energie und Esprit betrieben wird.

Das Ehrenamt sei kein Selbstläufer. Öffentlichkeitsarbeit müsse betrieben und ein positives Bild erzeugt werden. Es müsste eine Anerkennungs- und Wertschätzungskultur geschaffen werden sowie gute Rahmenbedingungen. Jedes Engagement sei gleich wichtig.

In einer weiteren Aufgabe sollten die Teilnehmer auf Plakaten ihre Meinungen zu wie zum Beispiel „Was brauchen Engagierte im MGH als Unterstützung“; „Wie definiere ich Ehrenamt“ oder „Wie kann Beteiligung im MGH geschehen“ niederschreiben. Die Antworten dienen als Grundlage für ein Konzept zum freiwilligen Engagement.