| 18:37 Uhr

"Ein Zeichen der Hoffnung"

SCHILLINGEN. (hm) Großer Bahnhof für Bischof Reinhard Marx in der Hochwaldgemeinde: Der Oberhirte des Bistums Trier suchte trotzt seiner Verpflichtung zweier Bischofsweihen die Pfarrei Schillingen auf, um den neuen Altar der Pfarrkirche St. Albanus einzuweihen.

Gemeinsam mit fünf Geistlichen, darunter Dechant Thomas Linnartz, und 30 Messdienern zelebrierte der Trierer Bischof Reinhard Marx die heilige Sonntagsmesse in der Schillinger Pfarrkirche. Das Gotteshaus ist ein sechsachsiger Nachfolgebau der zweiten, zum noch vorhandenen Turm gehörigen romanischen Kirche, der etwa aus dem Jahre 1000 stammt.300 Gläubige wohnten der Heiligen Messe bei

Die Außenfassade wurde vor zwei Jahren renoviert, innen zeigte sie sich von einer sehenswerten Seite mit neuem Altar, Ambo und Tabernakel, die von Bildhauer Hans Rams aus Niederbreitbach entworfen und gestaltet wurden.Dechant Thomas Linnartz, Pastor der Seelsorgeeinheit Schillingen-Heddert, Mandern-Waldweiler und Lampaden, begrüßte Marx vor rund 300 Gläubigen: "Nach langen Vorbereitungen ist es endlich so weit. Ein großer Tag für die Gemeinde Schillingen, den man so schnell nicht vergessen wird. Der neue Altar, die Mitte, um die wir uns gemeinsam gruppieren, mit Ambo und Tabernakel werden heute ihrer Bestimmung übergeben. Ihnen, Herr Bischof, danken wir für ihr Kommen. Wir wissen, dass Sie heute noch zwei Bischofsweihen vornehmen, dennoch haben Sie heute den Weg zu uns gefunden.""Es ist ein Zeichen der Hoffnung, einen Altar zu errichten, um damit deutlich zu machen, dass diese Gemeinde, die über Jahrhunderte den Christlichen Glauben bekannt hat, auch mit diesem Glauben in die Zukunft gehen will", predigte Marx in seiner bekannt leidenschaftlichen Art. "Wir brauchen wieder neue Momente, in denen wir uns darauf besinnen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Dazu ist der Tag der Altarweihe ein guter Anlass."Nachdem die Reliquien der selig gesprochenen Schwester Blandine Merten dem Reliquiengrab des Altars beigegeben und dieses durch Maurermeister Christoph Bohr verschlossen worden war, folgte die Besprengung des Altars mit Weihwasser, die Salbung mit Chrisam und die Entzündung der Dochte an den Ecken und in der Mitte des Altars. Blandine Merten trat mit 25 Jahren als Volksschullehrerin mit dem Vorsatz, sich ungeteilt Gott hinzugeben, in den Orden Ursulinen ein.Schwerpunktmäßig wollte Schwester Blandine junge Menschen zu einem christlichen Leben anhalten. Sie starb 1918 im Kloster St. Bantus an den Folgen einer Tuberkulose in Trier. 1987 wurde sie selig gesprochen, so die Informationen des Bischofs in Bezug auf die Herkunft der Reliquien. Zum Abschluss des Festgottesdienstes hatte Bischof Marx für die kleinen Kirchgänger, die er während der Kommunion segnete, eine kleine Geschichte parat. "Wenn ihr zum Gottesdienst geht", sprach Bischof Marx, "springt der Teufel vor der Kirche aus eurem Hals und nach Verlassen der Kirche wieder hinein. Aus diesem Gleichnis sollt ihr lernen, dass man in der Kirche frei von allem Bösen ist."