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Eine gute Sache für Geisfeld: Dorfmoderation hat wichtige Impulse gegeben

Sie gehören zum Redaktionsteam der Geisfelder Dorfzeitung: Josef Eiden, Matthias Mencher, Dorfmoderatorin Beate Stoff, Ortsbürgermeister Theo Palm, Uwe Cronauer und Jörg Palm (von links) werfen einen Blick auf die bisher erschienenen Exemplare. TV-Foto: Ursula Schmieder
Sie gehören zum Redaktionsteam der Geisfelder Dorfzeitung: Josef Eiden, Matthias Mencher, Dorfmoderatorin Beate Stoff, Ortsbürgermeister Theo Palm, Uwe Cronauer und Jörg Palm (von links) werfen einen Blick auf die bisher erschienenen Exemplare. TV-Foto: Ursula Schmieder FOTO: Ursula Schmieder (urs) ("TV-Upload Schmieder"
Geisfeld. Nach einjähriger Vorbereitung und zweijähriger Laufzeit hat die Gemeinde Geisfeld ihre Dorfmoderation abgeschlossen. Damit Geisfeld auch in Zukunft ein lebendiger Ort bleibt, wurden einige Projekte bereits realisiert. Ein Beispiel dafür ist die Dorfzeitung. Andere Vorhaben sollen nach und nach umgesetzt werden. Auch das Gemeinschaftsgefühl ist im 520-Einwohnerort spürbar gewachsen. Ursula Schmieder

Binnen drei Jahren haben Geisfelder Bürger mehrfach bewiesen, dass sie nicht nur Ideen haben, sondern Dinge auch zügig anpacken und umsetzen. Der Schlussbericht der sogenannten Dorfmoderation (siehe Extra), die vom Land bezuschusst wurde, präsentierte das auf eindrucksvolle Weise.

Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, Anregungen für ein "Lebendiges Geisfeld", so das selbst gewählte Ziel, einzubringen. Etliche davon wurden seit den ersten Gesprächen bereits angestoßen. Allen voran die dreimal jährlich erscheinende Zeitung "Blickpunkt Geisfeld" (der TV berichtete).Siebte Dorfzeitung in Arbeit


Als eines der ersten und erfolgreichsten Projekte startete sie schon wenige Monate nach dem Start der Dorfmoderation. Im Dezember erscheint bereits die siebte Ausgabe der Zeitung. "In Geisfeld gibt es eine Grundsensibilität für den demografischen Wandel." Das betont Beate Stoff vom Osburger Büro Plan B. Sie begleitete als Fachfrau den Prozess der Dorfmoderation.

Deshalb stieß im Ort auch die Veranstaltungsreihe "Älter werden in Geisfeld" auf große Resonanz bei den Bürgern. Mehrere Experten referierten dabei im Laufe der Zeit zu Themen wie Pflegestufeneinteilung, Sicherheit im Alter, Patientenverfügung, alternative Wohnformen oder Barrierefreiheit. Parallel dazu gab es Aktiv-Angebote für alle Generationen. Dazu zählten Baumschnittkurse oder die Aktion "Geisfeld erwandern", organisiert von der Dorfjugend.
In naher Zukunft sind zudem ein Kelterfest und ein Weihnachtsmarkt geplant.

Bereits fertig ist der "neue" Treffpunkt für die Jugend in Räumen, die etliche Jahre ungenutzt waren. Der Geisfelder Nachwuchs hat sie selbst renoviert und eingerichtet und kümmert sich auch um Ordnung und Sauberkeit.
Die Gemeinde unterstützt diese Aktivitäten. Sie hat bereits ein Unternehmen beauftragt, das für 28 600 Euro das Dach des Jugend-Treffpunkts erneuern soll.

Laut Ortsbürgermeister Theo Palm ha es aber noch einen weiteren erstaunlichen Erfolg der Dorfmoderation gegeben; "Viele Häuser, die leer standen oder zu vermieten waren, konnten verkauft werden." Gerade junge Leute von außerhalb hätten bei ihm nachgefragt, weil sie in Geisfeld wohnen wollten.

Großen Anklang hätten zudem die "Dorfgespräche" gefunden, die künftig möglichst sogar viermal im Jahr angeboten werden sollen. Anders als bei Sitzungen des Gemeinderates hätten viele Geisfelder vorbeigeschaut, um Dinge anzusprechen. "Die Treffen haben mich an die früher üblichen Frühschoppen erinnert. Nur sind nun auch Frauen dabei", sagt Palm.

Noch angedacht sind Projekte wie eine offene Bücherausleihe oder ein Mittagstischangebot für alleinstehende oder ältere Bürger.

Außerdem soll der Dorfplatz als Treffpunkt für Menschen jeden Alters umgestaltet werden. Ebenfalls angesprochen wurden Wünsche wie ein Skaterplatz oder eine Skaterrampe, eine Karte "25 Kilometer rund um Geisfeld" oder auch "Mitfahrerbänke" als Antwort auf das lückenhafte Netz öffentlicher Anbindungen.

Dass nicht alle Ideen zügig umgesetzt wurden, ist laut Stoff nur allzu verständlich. Denn etliche Bürger hätten ja zeitgleich zum Prozess der Dorfmoderation tatkräftig geholfen, damit in Geisfeld ein neuer Hybridrasenplatz angelegt und die Grillhütte saniert werden konnte.Extra

Von Mitte 2013 bis Mitte 2015 befassten sich Geisfelder Bürger bei Bürgerversammlungen, Dorfspaziergängen und in Arbeitsgruppen intensiv mit ihrem Dorf. Und zwar in fünf Themen-Blöcken: Kinder und Jugend, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Außendarstellung, Leben im Dorf einschließlich Tourismusförderung, Älter werden in Geisfeld und Veranstaltungsmanagement. Vorausgegangen war ein Workshop zur Dorfinnenentwicklung im November 2012. Schon dort wurden erste Ideen benannt. Zur Eröffnungsveranstaltung der Dorfmoderation kamen etwa 40 von insgesamt 520 Bürgern des Dorfes. urs