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Eine "neue" Ruwer für Kell am See

So idyllisch soll die Ruwer im nächsten Jahr auf 1,3 Kilometern Länge aussehen. TV- Foto: Herbert Thormeyer
So idyllisch soll die Ruwer im nächsten Jahr auf 1,3 Kilometern Länge aussehen. TV- Foto: Herbert Thormeyer
Kell am See. Nach dem ersten Bauabschnitt in 2009 soll die Ruwer in der Ortsgemeinde Kell auf 1,3 Kilometern weiter renaturiert werden. Die Aktion Blau des Umweltministeriums bietet eine Förderung bis zu 90 Prozent der 260 000 Euro teuren Maßnahme an. Bis zum 30. November muss der Antrag gestellt sein. Herbert Thormeyer

Kell am See. Verwildert, auch fast zugewachsen, so präsentiert sich die Ruwer stellenweise in der Ortsgemeinde Kell. Der Ortsgemeinderat will das jetzt ändern. Nach der ersten Renaturierung im Jahr 2009 wird jetzt ein weiterer Schritt unternommen, den kleinen Fluss nicht nur schön aussehen zu lassen, sondern auch etwas für die Natur zu tun.
"Auf Flächen, die der Verbands- oder Ortsgemeinde gehören, wird der Bach ausgeweitet, damit sich die Fließgeschwindigkeit und die Hochwassergefahr verringern", erklärte Ortsbürgermeister Markus Lehnen in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates. Alle Eigentümergenehmigungen seien eingeholt.
Die Zeit drängt, denn wenn die Ortsgemeinde an die 90-prozentige Bezuschussung durch die Aktion Blau des Umweltministeriums kommen will, soll der Antrag bis 30. November in Mainz eintreffen.
Es geht um Kosten von 260 000 Euro für 1,3 Kilometer naturnahen Flusslauf. Nur zehn Prozent, also 26 000 Euro, muss davon die Ortsgemeinde selbst stemmen. "Wenn sicher ist, dass der Zuschuss fließt, kann die Maßnahme im Frühjahr ausgeschrieben und im Sommer mit dem Bau begonnen werden", sagte Lehnen. Im nächsten Herbst könnte Kell eine ganz "neue" Ruwer haben, was sicherlich auch die Touristen freuen wird.
"Die Skepsis gegenüber dem Projekt hat sich in der Bevölkerung gelegt", berichtete der Sprecher der CDU- Fraktion, Johannes Reitz. Das Ziel, die Ruwer in einen natürlichen Zustand zu versetzen, sei ein guter ökologischer Gedanke.
Allein der Schmutzwassereintrag in die Ruwer in Höhe der Alten Mühle macht dem Rat Sorgen. Bei Starkregen kann das dortige Regenüberlaufbecken die Fluten nicht mehr halten. In die Ruwer fließen Stoffe, die da nicht hinein gehören. Die Verbandsgemeindewerke wurden aufgerufen, die Leistung des Regenüberlaufbauwerkes zu verbessern, und es eventuell zu vergrößern.
"Ein Freischneiden ist an einem solchen Bach immer nötig. Der Eigenanteil der Ortsgemeinde könnte so auch durch Eigenleistung abgedeckt werden", schlug das Ratsmitglied Horst Zimmert (Freie Liste) vor.Extra

Die Aktion Blau ist ein Aktionsprogramm des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz, das seit 1995 die Wiederherstellung von naturnahen Gewässerzuständen fördert. Maßnahmen können mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. doth