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Einkaufszentrum am Bach rückt näher

Mit dem Leerstand im Baumarkt soll bald Schluss sein. Patricia Boos und Harald Hampel haben den neuen Bebauungsplan für die Flächen am Hermeskeiler Dörrenbach vorgestellt. TV-Fotos (2): Herbert Thormeyer, Archiv/Axel Munsteiner
Mit dem Leerstand im Baumarkt soll bald Schluss sein. Patricia Boos und Harald Hampel haben den neuen Bebauungsplan für die Flächen am Hermeskeiler Dörrenbach vorgestellt. TV-Fotos (2): Herbert Thormeyer, Archiv/Axel Munsteiner FOTO: (h_hochw )
Hermeskeil. Nun ist es amtlich: Die Firma Wasgau siedelt sich in Hermeskeil im Gewerbegebiet am Dörrenbach an. Herbert Thormeyer

Hermeskeil Patricia Boos von Schoofs Immobilien ist zufrieden: "Die Unterschrift unter dem Mietvertrag von Wasgau ist ein Meilenstein in der neuen Nutzung des Gewerbegebiets am Dörrenbach." Boos vertritt den Frankfurter Investor, der sich um die Neugestaltung des Geländes kümmert. Sie hat den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) der Stadt Hermeskeil den aktuellen Sachstand berichtet. Boos ist sicher, dass auch die Drogeriekette Rossmann bald unterschreibt. Damit wären die beiden wichtigsten Neuansiedlungen am Dörrenbach unter Dach und Fach.
"Netto, Deichmann und Tacco hatten nie ein wirkliches Interesse", sagt Stadtbürgermeister Mathias Queck. Für die beiden Großen stimmt der Bebauungsplan nicht, der auf Gewerbeflächen von bis zu 800 Quadratmetern ausgelegt ist. Wasgau kommt jedoch mit 1500 Quadratmetern. "Solche großen Anbieter siedeln sich nur an, wenn das Umfeld stimmt, das heißt, weitere Fachmärkte vor Ort sind", erklärt Boos. Dass sich diese im ehemaligen Hela-Markt ansiedeln werden, darum will sie sich jetzt intensiv kümmern.
Die Änderung des Planes hat das Planungsbüro Dörhöfer & Partner in Engelstadt bei Mainz übernommen. Planungsunterlagen und Fachgutachten mit insgesamt 290 Seiten, beispielsweise zu Umweltverträglichkeit, Lärmschutz und Verkehrsanbindung, hat Planer Harald Hampel dem HFA vorgelegt. Sein Fazit: "Das Gebiet ist ja bereits weitestgehend erschlossen. Es belastet keine Wohnstraßen." Es würden kaum neue Versiegelungen nötig. Und es gebe einen guten Synergieeffekt mit Aldi. Hampel sagt auch neue Arbeitsplätze voraus. Mit Sicherheit ergebe sich aus der Umstrukturierung eine verbesserte Nahversorgung, die bisherige Schwächen, beispielsweise das fehlende Drogerieangebot, ausgleiche. Nur eine Einschränkung gibt es: "Einzelne Betriebe in der Innenstadt können nicht vor solchen Investitionen geschützt werden, das ist europarechtlich verboten."
Mit einer Gesamtgröße von 2,4 Hektar rechnet der Planer. Die Grünzone mit dem Dörrenbach sei dabei tabu. "Das ist städtebaulich auch erwünscht", wirft Stadtbürgermeister Queck ein. Die Grünflächenpflege übernehmen die künftigen Mieter, nicht der Bauhof. Wichtig ist die geplante Brücke über den Dörrenbach. "Für die Lebensmittelanbieter wird die fußläufige Erreichbarkeit heute immer wichtiger", weiß Patricia Boos.
Ein zweites Thema in Sachen Stadtentwicklung: Für ein Honorar von 4702,88 Euro beantragt Julia Kaiser vom Planungsbüro Stadtgespräch in Kaiserslautern bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier die Aufnahme Hermeskeils in ein Landesprogramm zur Städtebauförderung.
Aus Eins mach Zwei, denn dazu muss das vorhandene Sanierungsgebiet geteilt werden, weil unterschiedliche Förderrichtlinien zum Tragen kommen. Es geht um Zuschüsse von 75 Prozent für Projekte, die in den kommenden zehn Jahren begonnen werden. Begonnene Projekte im bisherigen Sanierungsgebiet haben dabei Bestandsschutz.
"Nur immer planen, nutzt ja nichts. Jetzt folgt auch eine Umsetzung", freut sich Stadtbürgermeister Queck. Die Empfehlungen des HFA zum Dörrenbach und zur Stadtsanierung werden in der Stadtratssitzung am 12. Dezember um 18 Uhr im Großen Sitzungssaal auf der Tagesordnung stehen.Extra: HERMESKEIL WILL IN ZEHN JAHREN SCHÖNER SEIN


Julia Kaiser vom Planungsbüro Stadtgespräch in Kaiserslautern hat sich Hermeskeil schon mal genau angeschaut und mögliche Projekte in ihre Kostenschätzung aufgenommen. Nicht nur die Infrastruktur wie Straßen und Plätze, sowie öffentliche Bauten können verbessert, sondern auch private Bauvorhaben gefördert werden. Die Gesamtkosten schätzt die Planerin auf 4,19 Millionen Euro. Diesem Betrag würde eine Fördersumme von 3,142 Millionen Euro gegenüberstehen. Außerdem stehen Erschließungsbeiträge von 762 500 Euro auf der Haben-Seite.

FOTO: HERBERT THORMEYER (h_hochw )